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	<title>Detlef Leistenschneider-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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	<title>Detlef Leistenschneider-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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		<title>Der göttliche Funken zündet nicht so richtig</title>
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		<pubDate>Sun, 24 Mar 2024 21:45:34 +0000</pubDate>
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<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/der-goettliche-funken-zuendet-nicht-so-richtig/">Der göttliche Funken zündet nicht so richtig</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><strong>Kann das musikalische Heldenepos an die Erfolge vom &#8222;König der Löwen&#8220; und &#8222;Frozen&#8220; anknüpfen?</strong></p></blockquote>
<p>Die kurze Antwort lautet: nein, ganz sicher nicht. Doch schauen wir genauer hin.</p>
<p>&#8222;Hercules&#8220; ist von den Kinoeinspielergebnissen her betrachtet einer der erfolgreichsten Disney-Filme und nicht wenige schätzen die charmante Tollpatischigkeit des Titelhelden und den Wortwitz seiner Wegbegleiter sehr.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-3445 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/03/JPG-72-dpi-RGB-HERC_HH_Meg_Musen_c_Johan_Persson_Disney_Stage_Entertainment-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/03/JPG-72-dpi-RGB-HERC_HH_Meg_Musen_c_Johan_Persson_Disney_Stage_Entertainment-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/03/JPG-72-dpi-RGB-HERC_HH_Meg_Musen_c_Johan_Persson_Disney_Stage_Entertainment-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/03/JPG-72-dpi-RGB-HERC_HH_Meg_Musen_c_Johan_Persson_Disney_Stage_Entertainment-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/03/JPG-72-dpi-RGB-HERC_HH_Meg_Musen_c_Johan_Persson_Disney_Stage_Entertainment.jpg 1342w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />In der Bühnenfasssung sind hier an erster Stelle die fünf Musen zu nennen, die Hercules von Geburt an begleiten. Leslie Beehann, Chasity Crisp, Venolia Manale, UZOH und Shekinah McFarlane haben als Kalliope, Thalia, Terpsichore, Kilo und Melpomene einen wunderschönen, souligen Klang. Die Songs passen perfekt und geben den Damen die Chance zu glänzen. Ihre Auftritte sind glamourös, raumgreifend und mitreißend. Kein Kleid gleicht dem anderen, hier haben Gregg Barnes und Sky Switser <a href="https://www.youtube.com/watch?v=1T8p_TXTlrg">sehr viel Kreativität einfließen</a> lassen. Und jede Frau im Publikum, die jenseits der allgegenwärtigen Size Zero Mode liegt, schnalzt ob des Sexappeals der Musen-Optik mit der Zunge. Warum allerdings Hercules in ein unsägliches 1980er Jahre Netzhemd gesteckt wurde, das ihn auch optisch zur Karikatur werden lässt, bleibt ein Rätsel. Er wirkt wirklich eher putzig und niedlich als stark&#8230;</p>
<p>Einige Finessen weist ebenfalls das Bühnenbild von Dane Laffre in perfektem Zusammenspiel mit dem Video- (George Reeve) und Lichtdesign (Jeff Croiter) auf. Von &#8222;tanzenden&#8220; Säulen, über Hades&#8216; düstere (verdächtig an Graf von Krolocks Keller erinnernde) Unterwelt nebst sehr findig gelöster Lebensfäden, denen beim Abschneiden sehr putzige Geister hinterher fliegen, bis hin zu den großartig visualisierten, sprechenden Statuen, dem an Mosaike angelehnten Hintergrund bei Hercules&#8216; Reise in die menschliche Zwischenwelt &#8211; es ist schon viel Schönes dabei an diesem Premierenabend. Sprachlos machen die über die Bühne geschossenen Pfeile, die in einer der Säule stecken bleiben. Licht &amp; Technik &amp; Timing in perfekter Harmonie &#8211; so geht Theatermagie!</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-3443 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/03/JPG-72-dpi-RGB-HERC_HH_Hercules2_c_Johan_Persson_Disney_Stage_Entertainment-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/03/JPG-72-dpi-RGB-HERC_HH_Hercules2_c_Johan_Persson_Disney_Stage_Entertainment-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/03/JPG-72-dpi-RGB-HERC_HH_Hercules2_c_Johan_Persson_Disney_Stage_Entertainment-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/03/JPG-72-dpi-RGB-HERC_HH_Hercules2_c_Johan_Persson_Disney_Stage_Entertainment-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/03/JPG-72-dpi-RGB-HERC_HH_Hercules2_c_Johan_Persson_Disney_Stage_Entertainment.jpg 1408w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Es gibt aber auch die andere Seite: kitschig gewandete Götter im Olymp, sehr slapstick-lastige Dialoge, etwas armselig wirkende Kampfszenen&#8230; Hier misslingt die Gratwanderung, das was auf dem Bildschirm begeistert, in derselben Form auf die Bühne zu bringen, deutlich.</p>
<p>Neben den Musen gibt es einen weiteren Sidekick, der diese Show auflockert: Karl (Mario Saccoccio) und Heinz (André Haedicke), die trotteligen, obrigkeitshörigen Handlanger von Hades. Mit viel Humor führen sie ihren Chef vor, um am Ende die Seiten zu wechseln und eine nicht unwesentliche Rolle beim Happy End zu spielen. Saccoccio und Haedicke bilden hier ein großartiges Duo und schon ihr Anblick lässt das Publikum auf die nächste schräge Idee oder &#8222;dummen&#8220; Spruch hoffen.</p>
<p>Apropos Happy End: Natürlich finden Hercules und Meg auch auf der Bühne der Neuen Flora zueinander. Der Weg dorthin ist steinig und mit vielen Prüfungen gepflastert.<br />
Meg, Hades&#8216; sehr selbstbewusste, sich ihrer Reize und Wirkung auf Männer durch aus bewusste Ziehtochter, ist herrlich kratzbürstig. Mae Ann Jorolan überzeugte bis vor Kurzem noch als Peggy Schuyler / Maria Reynolds in &#8222;Hamilton&#8220; und darf jetzt eine ganz andere, überhaupt nicht brave Seite von sich zeigen. Und das macht sie großartig! Ihr zuzuhören und zuzusehen, ist eine Freude!</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-3441 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/03/JPG-72-dpi-RGB-HERC_HH_Hercules_Meg_c_Johan_Persson_Disney_Stage_Entertainment-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/03/JPG-72-dpi-RGB-HERC_HH_Hercules_Meg_c_Johan_Persson_Disney_Stage_Entertainment-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/03/JPG-72-dpi-RGB-HERC_HH_Hercules_Meg_c_Johan_Persson_Disney_Stage_Entertainment-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/03/JPG-72-dpi-RGB-HERC_HH_Hercules_Meg_c_Johan_Persson_Disney_Stage_Entertainment-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/03/JPG-72-dpi-RGB-HERC_HH_Hercules_Meg_c_Johan_Persson_Disney_Stage_Entertainment.jpg 1440w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Apropos &#8222;Hamilton&#8220;, auch Hauptdarsteller Benét Monteiro ist dem Hamburger Publikum aus dem Hip-Hop-Musical über die amerikanischen Gründerväter bekannt. So sehr er <a href="https://www.musicals-online.com/wer-lebt-wer-stirbt-wer-schreibt-geschichte/">als A. Ham überzeugen</a> konnte, so wenig scheint ihm Hercules zu liegen. Man wird das Gefühl nicht los, dass er nicht wirklich weiß, ob er die Figur als Karikatur anlegen oder ernsthaft spielen soll. Der Charakter wirkt größtenteils unausgegoren, was man aber sicherlich nicht allein Monteiro anlasten sollte. Hinzu kommen unerwartete phonetische Hürden. Den schnellen Sprechgesang des Alexander Hamilton konnte Monteiro einwandfrei ins Operettenhaus bringen. Bei Hercules hat er doch seine liebe Müh mit den deutschen Texten.</p>
<p>Damit ist er jedoch nicht allein. Die deutsche Sprache ist offenbar für die wenigsten Darsteller so vertraut, dass sie sie &#8222;einfach&#8220; singen könnten. Traurig, dass man so etwas immer noch erleben muss! Wir haben brillante Phonetikcoaches in Hamburg und ganz nebenbei auch herausragende Darsteller:innen, die Muttersprachler sind. Es wäre begrüßenswert, wenn hier endlich ein Umdenken stattfinden würde. Denn die pfiffigsten Songtexte und Dialoge nützen nichts, wenn die Zuschauer sie nicht verstehen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3446 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/03/JPG-72-dpi-RGB-HERC_HH_Olymp_c_Johan_Persson_Disney_Stage_Entertainment-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/03/JPG-72-dpi-RGB-HERC_HH_Olymp_c_Johan_Persson_Disney_Stage_Entertainment-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/03/JPG-72-dpi-RGB-HERC_HH_Olymp_c_Johan_Persson_Disney_Stage_Entertainment-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/03/JPG-72-dpi-RGB-HERC_HH_Olymp_c_Johan_Persson_Disney_Stage_Entertainment-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/03/JPG-72-dpi-RGB-HERC_HH_Olymp_c_Johan_Persson_Disney_Stage_Entertainment.jpg 1440w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Wo wir grad von guten Texte reden: In Medusas Bar treffen nicht nur optisch sehr spannende Charaktere aufeinander, sie sprühen auch nur so vor Wortwitz. Allen voran Phil, der immer wieder für Lacher sorgt. Kristofer Weinstein-Storey hat eine der dankbarsten Rollen in diesem Stück übernommen und führt nicht nur Hercules auf den richtigen weg, sondern holt auch die Zuschauer immer wieder gekonnt ab.</p>
<p>Ein tolles Gesamtpaket liefert auch Detlef Leistenschneider als Hades ab. Er ist sarkastisch, rachsüchtig und zwischendurch auch mal beleidigt und wehleidig. Auf eine Linie lässt sich dieser Gott der Unterwelt jedoch nicht festlegen, was manchmal zwar für mehr Klarheit sorgen würde, aber diesen CHarakter nur umso spannender macht.</p>
<p>Wenn die Musen Hercules&#8216; Werbeversuchen um Meg beiwohnen, ist das Thema &#8222;pretty in pink&#8220; von den Rosen in den Amphoren über die einmal mehr beeindruckend abwechslungsreichen Kleider bis hin zu den Perücken perfekt durchgezogen. Auch Hades &#8218; Kostüm als er auf die Erde zurückkehrt, ist sehr gelungen, wird aber durch die Musen in der Kampfkleidung römischscher Gladiatoren direkt wieder in den Schatten gestellt.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3444 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/03/JPG-72-dpi-RGB-HERC_HH_Meg_Hades_c_Johan_Persson_Disney_Stage_Entertainment-400x268.jpg" alt="" width="400" height="268" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/03/JPG-72-dpi-RGB-HERC_HH_Meg_Hades_c_Johan_Persson_Disney_Stage_Entertainment-400x268.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/03/JPG-72-dpi-RGB-HERC_HH_Meg_Hades_c_Johan_Persson_Disney_Stage_Entertainment-1024x687.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/03/JPG-72-dpi-RGB-HERC_HH_Meg_Hades_c_Johan_Persson_Disney_Stage_Entertainment-768x515.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2024/03/JPG-72-dpi-RGB-HERC_HH_Meg_Hades_c_Johan_Persson_Disney_Stage_Entertainment.jpg 1097w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Beim finalen Kampf von Hades und Hercules, erinnert einen Hades zunächst verdächtig stark an den Wizard aus &#8222;Wicked&#8220;, doch der Kampf an sich ist sehr gut gestaged und dass Hera, also die Mama, Hades&#8216; Schwachstelle ist, geht absolut in Ordnung.</p>
<p>Die PHIL-Methode wirkt (<strong>P</strong>ower-<strong>H</strong>erz-<strong>I</strong>ntelligenz-<strong>L</strong>iebe) und am Schluss rettet Hercules nicht nur Meg, sondern damit auch die Erde und sorgt so dafür, dass auch die Götter im Olymp ungestört weiterleben können.</p>
<p>&#8222;Hercules&#8220; ist deutlich sichtbar als Tourproduktion angelegt, was nicht Schlimmes sein muss. Einige Kostüme und Kulissen sehen eher kostenoptmiert aus, andere sind sehr zweckdienlich, aber funktionierten super (wie bspw. die Hintergrundprojektion bei Hercules&#8216; Reise). Ob diesem Stück eine erfolgreiche Tourkarriere beschieden sein wird, würde ich bezweifeln wollen. Denn um an Disney-Erfolge wie &#8222;Der König der Löwen&#8220; oder &#8222;Tarzan&#8220; anzuknüpfen, fehlt hier in allen Bereichen zu viel.</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span></p>
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<div class="text-content style_External_270_124">
<p><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Stage-Theater Neue Flora, Hamburg</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong><span class="Bold">24</span><span class="Bold">. März 2024</span><span class="Bold"><br />
<strong>Darsteller: </strong></span>Benét Monteiro, Mae Ann Jorolan, Kristofer Weinstein-Storey, Detlef Leistenschneider, Leslie Beehann, Chasity Crisp, Venolia Manale, UZOH, Shekinah McFarlane, Mario Saccoccio, André Haedicke, Sophie Mefan, Bathoni Buenorkuor, Marta Di Giulio, Stefano Francabandiera</span><br />
<span class="Bold" style="color: #000080;"><strong>Regie / Musik: </strong>Casey Nicholaw / Alan Menken<br />
<strong>Fotos: </strong>Johan Persson<br />
</span></p>
</div>
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		<title>Nach 20 Jahren zurück in Hamburg</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/nach-20-jahren-zurueck-in-hamburg/</link>
		
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		<pubDate>Mon, 12 Sep 2022 08:31:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2022]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>&#8222;Mamma Mia&#8220; ist kein bisschen angestaubt und macht genau das, was diese Show soll: das Publikum unterhalten! Knapp 20 Jahre nach der Deutschlandpremiere im Operettenhaus Hamburg kehrte die Gute-Laune-Show nach Hamburg zurück. Dank zweier Hollywood-Verfilmungen sind Handlung und Charaktere inzwischen auch einem breiten Publikum sehr vertraut und man spürte schon im Foyer der Neuen Flora, ...</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>&#8222;Mamma Mia&#8220; ist kein bisschen angestaubt und macht genau das, was diese Show soll: das Publikum unterhalten!</p>
<p>Knapp 20 Jahre nach der <a href="https://www.musicals-online.com/?p=1390">Deutschlandpremiere</a> im Operettenhaus Hamburg kehrte die Gute-Laune-Show nach Hamburg zurück. Dank zweier <a href="https://www.musicals-online.com/?p=2317">Hollywood-Verfilmungen</a> sind Handlung und Charaktere inzwischen auch einem breiten Publikum sehr vertraut und man spürte schon im Foyer der Neuen Flora, dass sich die Zuschauer auf das Stück freuen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3227 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-MM_HH_Prio1_DankefuerdieLieder_TetjeMierendorf_SaschaOliverBauer_DetlefLeistenschneider-copyrightBrinkhoff-Moegenburg-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-MM_HH_Prio1_DankefuerdieLieder_TetjeMierendorf_SaschaOliverBauer_DetlefLeistenschneider-copyrightBrinkhoff-Moegenburg-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-MM_HH_Prio1_DankefuerdieLieder_TetjeMierendorf_SaschaOliverBauer_DetlefLeistenschneider-copyrightBrinkhoff-Moegenburg-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-MM_HH_Prio1_DankefuerdieLieder_TetjeMierendorf_SaschaOliverBauer_DetlefLeistenschneider-copyrightBrinkhoff-Moegenburg-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-MM_HH_Prio1_DankefuerdieLieder_TetjeMierendorf_SaschaOliverBauer_DetlefLeistenschneider-copyrightBrinkhoff-Moegenburg-1536x1024.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-MM_HH_Prio1_DankefuerdieLieder_TetjeMierendorf_SaschaOliverBauer_DetlefLeistenschneider-copyrightBrinkhoff-Moegenburg.jpg 1612w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Kurz gesagt: &#8222;Mamma Mia&#8220; funktioniert auch in einem sehr großen Theater wie der Neuen Flora. Die Bühne wirkte gut gefüllt und man vermisste (außer dem leuchtenden Weg) nichts. Im Publikum fanden sind &#8211; wohl auch, weil die Show eben nichts Neues mehr ist &#8211; weniger der üblichen Promis, dafür um so mehr Künstler und Musicaldarsteller, die man aus anderen Stücken kennt. Auch von der Originalbesetzung von 2002 waren viele Darsteller anwesend. Die Begeisterung kannte von Anfang an kein Halten und man konnte sich des Gefühls nicht erwehren, dass diese Show für viele Anwesende etwas sehr Persönliches hatte.</p>
<p>Im nicht mehr vorhandenen Orchestergraben wurde noch weiter abgespeckt, was dem Synthesizer-Sound von ABBA aber ehrlicherweise keinen Abbruch verleiht. Die verbliebenen Musiker sorgten der Leitung von Hannes Schauz im ganzen Saal für einen guten Klang, dem es jedoch ab un am Druck fehlt.</p>
<p>Die drei Freundinnen Sophie, Ali und Lisa werden von Rose-Ann van Elswijk, Lyssa Tejero und Bathoni Buenokuor schön frech gespielt. Sie harmonieren gut und haben sichtlich Spaß an ihrem Job. Insbesondere Sophie wirkt in der aktuellen Inszenierung noch ein wenig forscher und selbstbewusster als früher, was den Zeitgeist gut wiederspiegelt.</p>
<p>Auch &#8222;Donna und die Dynamos&#8220; sind sehr gut gecastet: Sabine Mayer kann ihre Erfahrung als Donna in Stuttgart und Berlin voll ausspielen und zeigt sowohl die angespannt-genervten als auch liebevollen Seiten der alleinerziehenden Mutter sehr glaubwürdig. Jennifer van Brenk hat als überspannte Jet Setterin Tanja die Lacher auf ihrer Seite, wird aber von Franziska Lessing als Rosie fast an die Wand gespielt. Lessing merkt man die letzten Jahre in den Produktionen der &#8222;Schmidt Familie&#8220; an: Ihre Gestik und Mimik sind gnadenlos komisch und ihre Timings sind perfekt. &#8222;Chiquitita&#8220; isgt einmal mehr eines der Highlights des Abends.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3228 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-MM_HH_Prio1_Dynamos_JennifervanBrenk_SabineMayer_FranziskaLessing_cBrinkhoff-Moegenburg-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-MM_HH_Prio1_Dynamos_JennifervanBrenk_SabineMayer_FranziskaLessing_cBrinkhoff-Moegenburg-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-MM_HH_Prio1_Dynamos_JennifervanBrenk_SabineMayer_FranziskaLessing_cBrinkhoff-Moegenburg-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-MM_HH_Prio1_Dynamos_JennifervanBrenk_SabineMayer_FranziskaLessing_cBrinkhoff-Moegenburg-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2022/10/JPG-72-dpi-RGB-MM_HH_Prio1_Dynamos_JennifervanBrenk_SabineMayer_FranziskaLessing_cBrinkhoff-Moegenburg.jpg 1509w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Die drei potentiellen Väter (nein, auch diesmal wird nicht verraten, wer es denn nun eigentlich ist) werden in der Premiere von Karim Khawatmi (als Ersatz für den erkrankten Sascha Oliver Bauer), Tetje Mierendorf und Detlef Leistenschneider gespielt. Khawatmi als Sam und Leistenschneider als Harry können ebenfalls auf ihre Kenntnisse aus vorherigen Engagements in diesen Rollen zurückgreifen. Entsprechend wirken beide sehr souverän und authentisch in ihren Rollen, die unterschiedlich kaum sein könnten. Den Dritten im Bunde, den Weltenbummler und von Tanja liebevoll &#8222;nordischen Fischfritzen&#8220; genannten Bill, gibt mit Tetje Mierendorf ebenfalls kein Unbekannter. So putzig Leistenschneiders Harry ist, so rau und dennoch nahbar ist Mierendorfs Bill.</p>
<p>Die geplante Inselhochzeit wäre nicht komplett ohne den Bräutigam, Sky, der von Naidjim Severina gespielt wird. Das Hochzeitspaar ist in dieser &#8222;Mamma Mia&#8220; Inszenierung lange nicht mehr so unschuldig, wie es vor 20 Jahren der Fall war, van Elswijk und Severina harmonieren sowohl schaupielerisch als auch gesanglich sehr gut.</p>
<p>Ich stehe nach wie vor dazu, dass ich die Handlung hanebüchen finde, doch blendet man diese zumindest teilweise aus und schaltet die Logik ab, kann man sich von &#8222;Mamma Mia&#8220; sehr gut unterhalten lassen. Die Farbwelten der Kostüme passen, die Schlaghosen-Anzüge sind auch weiterhin ein Augenschmaus. Die Musik funktioniert nahezu von allein, die Darsteller der neuen Hamburger Fassung sind authentisch und sorgen für klatschende und mitschwingende Zuschauer. Was möchte man mehr von einem Musical?</p>
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<div class="text-content style_External_669_738">
<div class="paragraph_style">
<p class="Body" style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
</div>
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<div class="bumper">
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Neue Flora Hamburg</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong>11. September 2022</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Sabine Mayer, Rose-Anne van Elswijk, Jennifer van Brenk, Franziska Lessing, Lyssa Tejero, Bathoni Buenorkuor, Karim Khawatmi, Detlef Leistenschneider, Tetje Mierendorf, Naidjim Severina</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Musik / Regie:</span></strong> <span class="Bold">ABBA / Paul Garrington<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Brinkhoff/Mögenburg</span></p>
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		<title>Eine nicht ganz runde Weltpremiere</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/eine-nicht-ganz-runde-weltpremiere/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 25 Nov 2014 11:30:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2014]]></category>
		<category><![CDATA[Detlef Leistenschneider]]></category>
		<category><![CDATA[Dominik Hees]]></category>
		<category><![CDATA[Ds Wunder von Bern]]></category>
		<category><![CDATA[Elisabeth Hübert]]></category>
		<category><![CDATA[Gil Mehmert]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Lingnau]]></category>
		<category><![CDATA[Stage Theater an der Elbe]]></category>
		<category><![CDATA[Tetje Mierendorf]]></category>
		<category><![CDATA[Vera Bolten]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ähnlich wie bei „Rocky“ vor zwei Jahren hat sich die Stage Entertainment bei „Das Wunder von Bern“ erneut an die Kombination eines sportlichen Themas mit Musiktheater gewagt. Zumindest sind es der Fußball und der Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft 1954, die den Handlungsrahmen für „Das Wunder von Bern“ bilden. Basierend auf dem gleichnamigen Film von Sönke Wortmann ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="style_SkipStroke_2 shape-with-text flowDefining">
<div class="text-content style_External_390_285">
<div class="style_2">Ähnlich wie bei „<span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" title="Rocky_2012.html" href="http://www.musicals-online.com/?p=1294">Rocky</a></span>“ vor zwei Jahren hat sich die Stage Entertainment bei „Das Wunder von Bern“ erneut an die Kombination eines sportlichen Themas mit Musiktheater gewagt. Zumindest sind es der Fußball und der Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft 1954, die den Handlungsrahmen für „Das Wunder von Bern“ bilden.</div>
<div class="style_2">Basierend auf dem gleichnamigen Film von Sönke Wortmann (2003) geht es aber weniger um den Fußball als vielmehr um den nach zwölf Jahren Kriegsgefangenschaft heimkehrenden Richard Lubanski, der sich nur langsam wieder an sein altes Leben gewöhnt. Im Mittelpunkt des Films steht hierbei die Beziehung von Richard zu dessen Sohn Matthias, der erst nach seinem Einberufungsbefehl geboren wurde, weshalb die beiden sich erst einmal überhaupt kennenlernen müssen.</div>
<div class="style_2">
<p>Film und Musical enden beide im doppelten Happy End: Deutschland wird Fußball-Überraschungsweltmeister und Richard und Matthias finden als Vater und Sohn zueinander.</p>
<div id="id5" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_669_268">
<div class="style_2">2011 ließ die Stage Entertainment eigens für diese Eigenproduktion im Hamburger Hafen ein neues Theater bauen, welches Anfang November mit viel Pomp eröffnet wurde. Ob der Bau wirklich das architektonische Juwel ist (von der Stage Entertainment im Programmheft so benannt), kann jeder selbst entscheiden. Doch der graue, an einen Helm erinnernde, Theaterbau fügt sich weder in das Hafenbild ein, noch sorgt das schlichte weiß-rote Foyer für Wohlfühl-Atmosphäre. Vielmehr erinnert der neutrale Bau an ein Museum wie es in jeder größeren Stadt stehen könnte. Dieser Eindruck wird durch die ausgestellte Kunst zusätzlich bestärkt.</div>
<div class="style_2">
<p>Doch im Musiktheater geht es ja nicht um das „Draußen“, sondern um das Geschehen auf der Bühne. Und das beginnt sehr beklemmend: Zur Ouvertüre werden auf der bühnenfüllenden Leinwand Bilder aus dem Nachkriegs-Deutschland gezeigt und der Zuschauer wird Luftlinie in die graue Tristesse des Ruhrpotts geflogen. Nach einem sehr getragenen Auftakt, in dem Matthias‘ (Riccardo) Fußballliebe deutlich wird, folgt die im Laufe des Abends mehrfach wiederholte Schunkelnummer „Dat wird doch nie wat“. Die Ankunft Richards (Detlef Leistenschneider) am Essener Hauptbahnhof gelingt dank der guten Projektionen (Ad de Haan, Timm Ringewaldt) sehr plastisch. Die Szene, in der die frisch gebackene Anette Ackermann (Elisabeth Hübert) ihrem Gatten, Sportjournalist Paul (Andreas Bongard), die Hochzeitsreise schmackhaft machen möchte, wird auch dank der im Hintergrund schnell wechselnden Motive &#8211; von Frauenkirche, Schiefem Turm von Pisa, Eiffelturm bis hin zu Big Ben &#8211; zu einer in sich stimmigen Comedy-Nummer.</p>
<div id="id6" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_395_370">
<div class="style_2">Eine weitere Szene, die durch die Videoleinwand stark gewinnt, ist die Abfahrt der Kumpel in den Schacht, in dem Richard dann einen sehr intensiven Kriegs-Alptraum durchlebt.</div>
<div class="style_2"></div>
<div class="style_2">Parallel bereitet sich die Fußball-Nationalmannschaft mit ihrem Trainer Sepp Herberger (in der Medienpremiere am 22.11. gespielt von Michael Ophelders) auf die WM vor. Die Liegestützen, die Ophelders alias Herberger seinen jugendlichen Spielern vormacht, bekommen die deutlich hörbare Anerkennung der Zuschauer.</div>
<div class="style_2"></div>
<div class="style_2">Als Adi Dassler (Jogi Kaiser) den Fußballern ihre neuen Schuhe vorstellt und die Jungs diese direkt in einer an „<span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" title="Rock_the_Ballet_2013.html" href="http://www.musicals-online.com/?p=708">Rock the Ballet</a></span>“ erinnernden Choreographie ausprobieren, wirkt die Verquickung von Fußballtraining und Jazztanz doch arg verwirrend. Simon Eichenbergers Choreographien sind durchaus anspruchsvoll und begeistern, doch in das Gesamtbild wollen sie nicht so recht passen.<br />
Gleiches gilt für den parallelen Handlungsstrang, der die Rebellion von Richards Sohn Bruno (David Jakobs) gegen die Nationalsozialisten aufzeigen soll: Mit Rock‘n‘Roll setzt sich Bruno eindrucksvoll für den Kommunismus ein. Wie das jedoch zusammenpasst &#8211; westliche Rockmusik und östliche Politansichten -, bleibt ungeklärt.</p>
<div id="id7" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_669_352">
<div class="style_2"></div>
<div class="style_2">Doch das Ensemble tanzt sich schwungvoll durch die typischen 50er Jahre Klänge, während Jakobs diese durchaus eindrucksvoll intoniert. Das Aufbegehren von Brunos Schwester Ingrid (Marie Lumpp) gegen das väterliche Verbot sich mit britischen Soldaten zu treffen („Ich will doch nur leben“), zeigt zum ersten Mal deutlich die Handschrift von Komponist Martin Lingnau. Auffällig ist hierbei, dass bei nahezu allen Songs Keyboards und Schlagzeug im Vordergrund stehen. Große, voluminöse Melodien sucht man vergebens. Nichtsdestoweniger überzeugt die Live-Band unter der Leitung von Christoph Bönecker.<br />
Szenenapplaus bekommt das Bühnenbild von Jens Kilian für die Verwandlung der Reisekoffer in einen Bus, von dem aus dann ein fröhliches „Hoch auf dem gelben Wagen“ ins Publikum geschmettert wird. Die Zuschauer trauen sich zwar nicht, genauso gut gelaunt einzustimmen, aber ein zögerlich einsetzendes Mitklatschen zeigt, dass die Busfahrt ihr Ziel nicht verfehlt.</div>
<div class="style_2"></div>
<div class="style_2">Das Finale des 1. Akts wirft einmal mehr inhaltliche Fragezeichen auf: Im Hotel in der Schweiz lässt sich Sepp Herberger von einer Putzfrau sein berühmtestes Zitat („Der Ball ist rund und ein Spiel dauert 90 Minuten.“) in den Mund legen und die komplette Mannschaft darf sich dann zudem belehren lassen, „nicht so deutsch“ zu sein. Was komisch gemeint ist, kommt doch etwas hölzern über die Rampe und wirkt spätestens beim Tanz der Fußball-Elf in blauen Glitzersakkos deplatziert.</div>
<div class="style_2">
<p>In der zweiten Hälfte offenbart sich die fehlende Dramaturgie noch deutlicher. Von der Vielzahl paralleler Handlungsstränge wird keiner gewissenhaft aufgenommen. Die Charaktere bleiben blass und es wird nur an der Oberfläche gekratzt. Die Gratwanderung, die fragile Beziehung zwischen Vater und Sohn mit stimmungsvollen, bühnenfüllenden Musical-Tanznummern zu verbinden, gelingt kaum. Die Intimität und Verletzlichkeit der Familie Lubanski verflüchtigt sich in dem 2.000 Plätze fassenden Theater nur allzu leicht. Das mag auch eine Erklärung dafür sein, dass die hinreißende Vera Bolten als Mutter Christa kaum in Erscheinung tritt. Auch Matthias und seine Freunde können das Publikum nicht erreichen, obwohl dies bei Kindern auf der Musicalbühne im allgemeinen schon fast ein Selbstläufer ist. Hingegen erscheinen die Comedy-Szenen mit dem Eheaar Ackermann oder die Tanzszenen der Fußballer zwar musicalkonform, jedoch passen sie nicht zum Rest der Handlung.</p>
<div id="id8" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_395_369">
<div class="style_2">Bekannte Zitate verpuffen ebenso wie der durch TV und Radio bereits im Vorfeld bekannte Titelsong „Wunder gescheh‘n“ (gesungen von Vera Bolten als Mutter Christa). Man gewinnt mehr und mehr den Eindruck, dass die Übertragung des Films auf die Musicalbühne für Gil Mehmert keine leichte Aufgabe war und er sich zwischen Revue, Comedy, klassischem Theater und Akrobatik nicht entscheiden konnte. Der gewählte Mittelweg wird leider keiner Sparte und keinem Charakter gerecht.</div>
<div class="style_2">
<p>Rundum gelungene Szenen wie „An Wunder glaubt doch jeder“ mit einem überzeugenden Tetje Mierendorf als Pfarrer oder „Kannst Du denn wirklich nur an Fußball denken?“, in der Anette (Hübert) die Aufmerksamkeit ihres Mannes mit den Mitteln einer Frau auf sich zu ziehen versucht, wirken ohne Konzept aneinandergereiht.</p>
<div id="id9" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_669_570">
<div class="style_2">In Richtung Finale verändert sich die Szenerie: Waren vorher die Hintergrundprojektionen angelehnt an die Realität (Hausdächer, Flussläufe, Gebirge) , sind es nun Kreidezeichnungen, die die an Richard und Matthias auf dem Weg nach Bern vorbeiziehende Landschaft darstellen. Der Grund wird schnell klar, wenn man sieht, wie das entscheidende Spiel der Fußball-WM auf der Bühne umgesetzt wird: Ungarische und deutsche Spieler laufen dem projizierten Ball auf der vertikalen Leinwand hinterher. Dabei werden die jeweiligen Positionen und Bewegungen wie auf einer Taktik-Tafel eingezeichnet und mit dem original Radiokommentar von Herbert Zimmermann unterlegt. Akrobatisch eine großartige Leistung der Darsteller! Zudem allein schon durch die deutschlandweit bekannten Worte Zimmermanns sehr berührend.</div>
<div class="style_2"></div>
<div class="style_2">Nach dem Sieg wechselt das Bühnenbild wieder zu realitätsnahen Projektionen und die Zuschauer erleben wie der kleine Matthias seinem Idol Helmut Rahn (Dominik Hees) bei der Abfahrt aus der Schweiz zujubelt.</div>
<div class="style_2"></div>
<div class="style_2">Der Schriftzug „Weltmeister 1954“ hebt sich und unterstützt von ein wenig Pyrotechnik fallen sich alle jubelnd in die Arme.<br />
Auch wenn klar ist, worauf es in dieser Show hinausläuft, fällt die Vereinigung von Vater und Sohn in diesem Finale fast gar nicht ins Gewicht. Der Fußballsieg steht eindeutig im Mittelpunkt des Geschehens.</div>
<div class="style_2"></div>
<div class="style_2">Was bleibt nach zwei Stunden und zwanzig Minuten „Das Wunder von Bern“? Abwechslungsreiche Melodien, aber leider zu viele Reprisen; einige gut durchdachte Szenen, aber leider kein zusammenhängendes Ganzes; sehr gute Schauspieler und Sänger, die ihr Können in dieser Show aber leider nicht unter Beweis stellen können.</div>
<div class="style_2"></div>
<div class="style_2">Dem Musical gelingt es bedauerlicherweise nicht, die Intensität des Films zu transportieren. Das liegt sicherlich auch daran, dass es zu viele Charaktere sind, die ihre eigene kleine Geschichte erzählen und dadurch die Konzentration auf die eigentliche Handlung &#8211; die Wiedervereinigung von Vater und Sohn &#8211; verloren geht. Ein anderer Grund mag sein, dass das Theater für diesen so persönlichen Stoff schlichtweg zu groß ist und sich die filigranen schauspielerischen Einsätze in den letzten Reihen gar nicht erst feststellen lassen, da man die Mimik der Darsteller nicht einmal erahnen kann.<br />
Im Gegensatz zu „<span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" title="Rocky_2012.html" href="http://www.musicals-online.com/?p=1294">Rocky</a></span>“, bei dem die charmant umgesetzte, bekannte Geschichte sich auf eine zentrale Figur konzentriert und gemeinsam mit der außergewöhnlichen Bühnentechnik dieses Stück zu einem gelungenen Ensuite-Musical macht, verliert sich „Das Wunder von Bern“ in der Vielzahl von Charakteren und schafft es trotz ansprechender, wenn auch nicht neuartiger Bühnentechnik, nicht, die Bedeutung des Weltfußballereignisses auf die damit verbundenen Veränderungen im Leben der Familie Lubanski herunterzubrechen.</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
<p class="paragraph_style"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Stage Theater an der Elbe, Hamburg</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong>23. November 2014</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Detlef Leistenschneider, Vera Bolten, Elisabeth Hübert, Dominik Hees, Tetje Mierendorf</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong> Regie &amp; Buch / <span class="Bold">Musik:</span></strong> <span class="Bold">Gil Mehmert / Martin Lingnau<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Stage Entertainment</span></p>
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		<title>Weltpremiere eines Comedy Musicals</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/weltpremiere-eines-comedy-musicals/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Dec 2008 12:45:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2008]]></category>
		<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Der Schuh des Manitu]]></category>
		<category><![CDATA[Detlef Leistenschneider]]></category>
		<category><![CDATA[Heiko Wohlgemuth]]></category>
		<category><![CDATA[Mark Seibert]]></category>
		<category><![CDATA[Martin Lingnau]]></category>
		<category><![CDATA[Mathias Schlung]]></category>
		<category><![CDATA[Michelle Splietelhof]]></category>
		<category><![CDATA[Theater des Westens]]></category>
		<category><![CDATA[Veit Schäfermeier]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Basierend auf Michael „Bully“ Herbigs Erfolgskomödie „Der Schuh des Manitu“ hat die Stage Entertainment in jahrelangen Workshops an einer musicalischen Umsetzung der Geschichte von Abahachi, Ranger, Winnetouch und Uschi gearbeitet. Das Kreativteam Martin Lingnau (Musik) und Heiko Wohlgemuth (Texte) ist eingespielt und hat in zahlreichen Show im Hamburger Schmidt Theater und Schmidt’s Tivoli gezeigt, dass ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="style_SkipStroke_2 shape-with-text flowDefining">
<div class="text-content style_External_390_285">
<div class="style_2">
<p class="Body">Basierend auf Michael „Bully“ Herbigs Erfolgskomödie „Der Schuh des Manitu“ hat die Stage Entertainment in jahrelangen Workshops an einer musicalischen Umsetzung der Geschichte von Abahachi, Ranger, Winnetouch und Uschi gearbeitet. Das Kreativteam Martin Lingnau (Musik) und Heiko Wohlgemuth (Texte) ist eingespielt und hat in zahlreichen Show im Hamburger Schmidt Theater und Schmidt’s Tivoli gezeigt, dass es die Lachmuskeln der Zuschauer strapazieren kann.</p>
<p class="Body">Doch leider scheint es schwieriger zu sein, einen vorhandenen Stoff neu zu „vermusicalen“ als sich eine komplett neue Show auszudenken. Denn welche andere Erklärung kann es dafür geben, dass viele Szenen unfertig  wirken und sich kein einheitliches Gesamtbild einstellen will.</p>
<p class="Body">Selbstredend ist hierbei ein nicht unwesentlicher Faktor, dass wie bereits im Jahr zuvor bei „Ich war noch niemals in New York“ wenige Wochen vor der Premiere Regisseur und in diesem Fall auch der musikalische Leiter ersetzt wurden. Eine einheitlich Handschrift ist daher weder szenisch noch musikalisch zu erkennen.</p>
<div id="id5" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_670_822">
<div class="style_2">
<p class="Body">Wenn zudem einige Charaktere nicht so dargestellt sind, wie das Publikum sie von der Kinoleinwand kennt, leidet der Gesamteindruck erst richtig. Da ist bspw. Hombre, der nicht als der vertrottelte Ausländer daherkommt, sondern als ‚normaler’ Cowboy. Dadurch wird diese Figur nahezu aufs Nebengleis gestellt. Auch Winnetouch ist lange nicht so überzogen tuntig wie man ihn erwarten würde – im Gegenteil Veit Schäfermeier wirkt trotz rosa Kostüm wesentlich maskuliner als sein „Zwillingsbruder“ Abahachi (der mit Mathias Schlung perfekt besetzt wurde).</p>
<p class="Body">Sehr merkwürdig erscheint auch, dass in den Dialogen zwischen Ranger und Abahachi sehr wohl bayerisch gesprochen wird, der Gesang dann aber plötzlich wieder auf hochdeutsch erfolgt. Dieser Regiekniff irritiert doch recht häufig.</p>
<p class="Body">Optisch ist „Der Schuh des Manitu“ ein wahres Feuerwerk. Die Kostüme von Ann Hould-Ward sind passend, kreativ und phasenweise einfach nur wunderbar absurd (zum Beispiel die Kakteen). Die Kulissen (David Gallo) sind stimmig und sorgen für das bis ins Details ausgearbeitete Western-Feeling.</p>
<p class="Body">Die Besetzung so bekannter Figuren ist zugegebenermaßen eine schwere Aufgabe, da jeder Zuschauer gewissen Erwartungen damit verbindet. Immerhin kennt er/sie Abahachi &amp; Co. aus Kino und TV seit einigen Jahren sehr genau.</p>
<p class="Body">Wie bereits erwähnt, scheint Mathias Schlung der einzig legitime Nachfolger von „Bully“ als Abahachi zu sein. Der TV-Comedian („Die dreisten Drei“) und Schauspieler (u. a. Prof. Abronsius in „Tanz der Vampire“) ist in jeder Sekunde auf der Bühne präsent und es mach Spaß, ihn zu erleben.</p>
<p class="Body">Sein Blutsbruder Ranger wird von Mark Seibert gespielt. Gesanglich nimmt er die musikalischen Hürden von Lingnau meist spielend, schauspielerisch hakt es an der einen oder anderen Ecke. Seibert wirkt allzu oft recht steif und manchmal gewinnt man den Eindruck, er sich fehl am Platz. Dennoch gibt er den leicht tollpatschigen Ranger mit viel Spielfreude und hat so die Lacher auf seiner Seite.</p>
<p class="Body">Seine Uschi ist eine der größeren Enttäuschungen. Leider verfügt Michelle Splietelhof über so gar keinen Sexappeal. Im Zusammenspiel mit Seibert ergänzen sich die beiden jedoch gut und geben ein schönes Paar ab.</p>
<p class="Body">Den schwulen Zwillingsbruder Winnetouch wie bereits erwähnt Veit Schäfermeier. Nach dem Visagisten Fred in „Ich war noch niemals in New York“ scheint er die erste Wahl der Stage Entertainment gewesen zu sein. Doch leider ist das in diesem Fall nicht die beste gewesen. ER hat zum einen keinerlei Ähnlichkeit mit Mathias Schlung, zum anderen lassen ihn seine markanten Gesichtszüge zu männlich erscheinen, was zum zuckersüßen, überzogen femininen Winnetouch nicht so recht passen mag. Sein einziges Solo „Husch husch ins Körbchen“ ist beifallheischend inszeniert. Hier kann Schäfermeier aus dem Vollen schöpfen, denn er weiß genau, wie er sein Publikum einfängt. Das hat er in zahlreichen Rollen zuvor eindrucksvoll bewiesen.</p>
<p class="Body">Den vierten Teil der Schatzkarte hat bekanntlich der Grieche Dimitri – hervorragend dargestellt von Detlef Leistenschneider. Die Rolle ist herrlich überzogen angelegt und Leistenschneider lässt keine Pointe aus. Damit gewinnt er die Zuschauer natürlich im Sturm.</p>
<p class="Body">Ingo Brosch ist optisch ein perfekter Santa Maria, auch wenn ihm die fürsorgliche Seite des Cowboy-Bosses etwas abgeht.</p>
<p class="Body">Aber auch dies ist sicherlich einer Regisseurin (Carline Brouwer) anzurechnen, die den Film nicht allzu oft gesehen hat und die schamlos karikierten Charaktere nicht kennen kann.</p>
<p class="Body">Hervorzuheben ist noch das spritzige Ensemble, das in verschiedenen Tanzszenen eindrucksvoll zum Einsatz kommt. Die Broadway-Revue-Nummer „Schoschonen wohnen…“ ist sicherlich optisch und musikalisch das Highlight der Show.</p>
<p class="Body">Leider lässt es Martin Lingnau in den meisten anderen Stücken an Kreativität vermissen – allzu oft erinnern die Arrangements an bekannte Lieder aus Musical-Klassikern.</p>
<p class="Body">Insgesamt ist „Der Schuh des Manitu“ eine bunte Show, die sicherlich eine zeitlang ihr Publikum finden wird – ja auch im kühlen Berlin! Doch mit diesem Wild-West-Musical an den Erfolg von Michael „Bully“ Herbigs Film anknüpfen zu wollen, erscheint absolut vermessen.</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
<em>veröffentlicht in blickpunkt musical</em></p>
<p class="paragraph_style"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Theater des Westens, Berlin</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong>7. Dezember 2008</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Detlef Leistenschneider, Veit Schäfermeier, Mathias Schlung, Mark Seibert, Michelle Splietelhof </span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Texte / Musik:</span></strong> <span class="Bold">Heiko Wohlgemuth / Martin Lingnau<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Stage Entertainment</span></p>
</div>
</div>
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</div>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/weltpremiere-eines-comedy-musicals/">Weltpremiere eines Comedy Musicals</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Endlich Off-Broadway in Deutschland!</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/endlich-off-broadway-in-deutschland/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 15 Apr 2008 11:56:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2008]]></category>
		<category><![CDATA[Café Keese]]></category>
		<category><![CDATA[Cy Coleman]]></category>
		<category><![CDATA[Detlef Leistenschneider]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
		<category><![CDATA[Ich liebe meine Frau]]></category>
		<category><![CDATA[Lutz E. Seelig]]></category>
		<category><![CDATA[Mickey Petersson]]></category>
		<category><![CDATA[Natascha Hill]]></category>
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<p class="Body">Mit „Ich liebe meine Frau“ feierte am 13. April ein Cy Coleman Stück im Hamburger Café Keese seine Deutschlandpremiere, dass von 1977-1979 sehr erfolgreich am Off-Broadway lief. Der Erfolg lässt sich durch die gewohnt mitreißenden Kompositionen Colemans und die wundervoll selbstironische Handlung leicht nachvollziehen. „I love my wife“ hielt schon Ende der 70er dem Publikum den Spiegel vor – daran hat sich auch 30 Jahre später nichts geändert: Sind wir wirklich soviel offener und experimentierfreudiger in Sachen Partnerschaft und Beziehung als vor der sexuellen Revolution? Oder sind nicht vielleicht doch noch genauso bieder und spießig wie unsere Eltern / Großeltern? Genau diesen Fragen geht „Ich liebe meine Frau“ auf den Grund.</p>
<p class="Body">Im Mittelpunkt stehen zwei seit der Schulzeit befreundete Paare, die in ihrem Ehealltag gar nicht so unglücklich sind, denen jedoch der gewisse Kick fehlt. Während sich Cleo (Raphaela Groß-Fengels) und Monika (Natascha Hill) in Shoppingexzessen und dem neuesten Klatsch und Tratsch ergehen, entspinnt sch in den Hirnen ihrer Gatten (Detlef Leistenschneider als Wolle und Mickey Petersson als Erwin) die Vorstellung einer Ménage-à-Trois. Treibende Kraft hierbei ist Wolle, dem sein Sexualleben augenscheinlich schon länger etwas zu öde ist. Erwin lässt sich überzeugen und schlägt seiner Frau Cleo vor, ihr bis dahin glückliches, aber normales, Sexualleben aufregender zu gestalten. Er hat sich auch genau überlegt, wer die dritte Person sein soll: Monika, Wolles Frau. Doch Cleo hat so ihre eigenen Vorstellungen und würde sich lieber Wolle als zusätzlichen Partner ins Bett einladen. Das passt Erwin natürlich so gar nicht, aber nach einigem Hin und Her einigt man sich mit Wolle auf einen Vierer am Heiligen Abend. Allerdings hat niemand Monika über dieses Vorhaben informiert. Die Katastrophe ist vorprogrammiert: Monika ist beleidigt als ihre Kochkünste nicht gewürdigt werden, Wolle würde Cleo am liebsten sofort flachlegen, Erwin wird die Situation von Minute zu Minute mulmiger, und doch reizt in ein Techtelmechtel mit Monika sehr. Ein turbulentes Vom-Wohnzimmer-durchs-Schlafzimmer-Getobe beginnt, zwischendurch entledigen sich die Paar fast gänzlich ihrer Festtagskleidung und das ganze endet – nein, nicht im geplanten, coolen, sexuell erweiternden Vierer, sondern in einer peinlich-berührten Stimmung, in der sich die vier ganz schnell wieder anziehen, Cleo und Erwin nach hause gehen und die vier den Rest der Feiertage und ihres Lebens ganz spießig mit ihren Ehepartner verbringen.</p>
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<p class="Body">Obgleich das Stück schon dreißig Jahre auf dem Buckel hat, sprüht es vor Witz und Situationskomik. Da bedarf es sehr viel Gespür, das ganze nicht in Lächerliche abrutschen zu lassen. Leistenschneider und Petersson beweisen dieses auf ganzer Linie. Ob nun Petersson den im Grunde seines Herzen schüchternen und immer wieder zweifelnden Erwin gibt oder Leistenschneider den wollüstigen, vermeintlich experimentierfreudigeren Wolle – beide schenken ihren Charakteren volle Authentizität. Ihre beiden Kolleginnen haben es da etwas schwerer, zumal sich Damen auch grundsätzlich nicht so leicht in die Karten schauen lassen. Aber Raphaela Groß-Fengels zeigt eindrucksvoll, dass die Idee eines Dreiers einen bisher ungekannten Wunsch Cleos zum Ausdruck bringt und Natascha Hill gibt eine wundervoll zickige Monika, die in der Ehe mit Wolle ganz klar die sprichwörtlichen Hosen anhat.</p>
<p class="Body">Alle vier zeigen, dass Musical alles andere als langweilig ist. Die Pointen sitzen und das Publikum hat sicht- und hörbar seine Freude an dieser musikalischen Satire.</p>
<p class="Body">Die vier Darsteller werden von einer vierköpfigen Band unterstützt, die auch geschickt in die Handlung mit eingebaut werden.</p>
<p class="Body">Durch den kompakten Bau des Tanzlokals Café Keese geht akustisch nichts verloren und Colemans Kompositionen kommen in aller Pracht beim Zuschauer an.</p>
<p class="Body">Auch die wenigen Kulissen, die sehr effektvoll eingesetzt werden und so die verschiedenen Szenen immer wieder neu einkleiden, zeigen, dass es nicht immer die 10 Mio. Produktion sein muss, um ansprechend unterhalten zu werden.</p>
<p class="Body">„Ich liebe meine Frau“ sorgt für einen unbeschwerten Abend bei Zuschauern, Künstlern und Kreativen gleichermaßen. Es ist eine Freude zu sehen, dass Regisseur Lutz E. Seelig sich während der Premiere ebenfalls vor Lachen kaum halten konnte.</p>
<p class="Body">Genau so funktioniert Off-Broadway, das macht den Reiz am Musical aus! Es muss nicht immer alles höher, größer, teurer, schneller sein. Mit möglichst wenig Aufwand dem Publikum einen schönen Abend bereiten und dabei als Künstler selbst noch Spaß haben &#8211; was will man mehr? Auch unserer Sicht ganz einfach: Wir wollen davon in Deutschland noch viel mehr sehen!</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
<em>veröffentlicht in blickpunkt musical</em></p>
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<div class="spacer"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Café Keese, Hamburg</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong>13. April 2008</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Raphaela Groß-Fengels, Natascha Hill, Detlef Leistenschneider, Mickey Petersson</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Regie</span></strong> <strong>/ <span class="Bold">Musik:</span></strong> <span class="Bold">Lutz E. Seelig / Cy Coleman<br />
</span></span></div>
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		<title>Tosca</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/tosca/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 13 Nov 2007 13:42:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[CDs]]></category>
		<category><![CDATA[Alexander Zamponi]]></category>
		<category><![CDATA[Detlef Leistenschneider]]></category>
		<category><![CDATA[Frank Logemann]]></category>
		<category><![CDATA[Tosca]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Rockig, mutig &#8211; Tosca! Am 18. Dezember 2006 wagten sich Frank Logemann, Detlef Leistenschneider und Alexander Zamponi an ein Try-Out und präsentierten dem geneigten Publikum im ausverkauften Operettenhaus ihre “Tosca”. Wie bei vielen Testaufführungen hatte das Stück einige Schwächen, überzeugte aber vor allem durch die Energie seiner Darsteller und die Musik. Genau diese Intensität konnte ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h3>Rockig, mutig &#8211; Tosca!</h3>
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<div class="text-content style_External_665_352">
<div class="style_2">
<p class="Body">Am 18. Dezember 2006 wagten sich Frank Logemann, Detlef Leistenschneider und Alexander Zamponi an ein Try-Out und präsentierten dem geneigten Publikum im ausverkauften Operettenhaus ihre “Tosca”. Wie bei vielen Testaufführungen hatte das Stück einige Schwächen, überzeugte aber vor allem durch die Energie seiner Darsteller und die Musik. Genau diese Intensität konnte auf CD gepresst werden.</p>
<p class="Body">Der Live-Mitschnitt aus dem Operettenhaus Hamburg führt das Musical noch einmal vor Augen; in 20 Songs wird die Lebens- und Leidensgeschichte von Tosca nacherzählt.</p>
<p class="Body">Neben ausführlichen Angaben zu allen Beteiligten der Produktion enthält das Booklet einen Handlungsabriss, der als Grundwissen sehr nützlich ist.</p>
<p class="Body">An der Aufnahme ist qualitativ nichts zu bemängeln; die authentischen Applaussequenzen transportieren das Live-Feeling ganz wunderbar. Die Songtexte sind in der CD nicht enthalten, aber bei der klaren Aussprache aller Beteiligten braucht es diesen Zusatz auch nicht. Charlotte Heinke, Jörg Neubauer, Frank Logemann und Detlef Leistenschneider vermögen es durch ihre intensiven Interpretationen, den Zuhörer vor dem CD-Player zu bannen. Die nur siebenköpfige Band lässt hören, was unter einem Rock-Musical zu verstehen ist und überzeugt in langsamen Passagen genauso wie in kraftvollen Schlagabtauschen der Protagonisten.</p>
<p class="Body">Diese CD ist ein Zeugnis für den Mut und Einsatz aller Beteiligten und sollte in keinem CD-Regal fehlen.</p>
<p class="paragraph_style_1" style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
<span style="color: #000080;"><em>erschienen in blickpunkt musical</em></span></p>
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