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	<title>David Boyd-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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	<title>David Boyd-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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		<title>Eine unterhaltsame Familien-Show auf Deutschlandtour</title>
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		<pubDate>Fri, 28 Oct 2016 10:10:51 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Update, 20.05.2018 Das wohl bekannteste Kindermädchen macht Station in Hamburg. Im Theater an der Elbe tanzen Mary Poppins, Schornsteinfeger Bert und Familie Banks durch einen kurzen, sehr bedeutsamen Lebensabschnitt der Familie. Optisch steht die Hamburger Fassung den Wiener und Stuttgarter Inszenierungen in nichts nach, auch die Hauptdarsteller kennt man schon, denn Elisabeth Hübert und David ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h3>Update, 20.05.2018</h3>
<p>Das wohl bekannteste Kindermädchen macht Station in Hamburg. Im Theater an der Elbe tanzen Mary Poppins, Schornsteinfeger Bert und Familie Banks durch einen kurzen, sehr bedeutsamen Lebensabschnitt der Familie.</p>
<p>Optisch steht die Hamburger Fassung den Wiener und Stuttgarter Inszenierungen in nichts nach, auch die Hauptdarsteller kennt man schon, denn Elisabeth Hübert und David Boyd haben auch für den Hamburger Tourstop ihre Rollen aus Stuttgart und Wien wieder übernommen.</p>
<p>David Boyd scheint in der Rolle des tanzenden und singenden Kleinkünstlers und Gelegenheitsarbeiters Bert seine Paraderolle gefunden zu haben. Einmal mehr überzeugt er von der ersten bis zur letzten Minute. Auch Elisabeth Hübert liegt die bittersüße Mary durchaus, auch wenn ihre Fröhlichkeit manchmal etwas zu aufgesetzt wirkt. Tänzerisch zeigt sie jedoch an diesem Abend nicht ihre stärkste Leistung.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-401 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2016/10/MARY_STU_Prio1_Szenenmotiv_Mary-266x400.jpg" alt="Vereinigte Bühnen Wien present Disney's and Cameron Mackintosh's MARY POPPINS, directed by Richard Eyre, codirector and choreography Matthew Bourne starring Annemieke van Dam (Mary Poppins), David Boyd (Bert), Reinwald Kranner (George Banks), Milica Jovanovic (Winifred Banks), Tania Golden (Mrs. Brill), Maaike Schuurmans (Miss Andrew), Dick Lohr (Generaldirektor/Admiral Boom), Niklas Abel (Robertson Ay), Sandra Pires (Vogelfrau) Deutschsprachige Erstaufführung am 1. Oktober 2014 im Ronacher Theater, Wien" width="266" height="400" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2016/10/MARY_STU_Prio1_Szenenmotiv_Mary-266x400.jpg 266w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2016/10/MARY_STU_Prio1_Szenenmotiv_Mary.jpg 500w" sizes="(max-width: 266px) 100vw, 266px" /></p>
<p>Livio Cecini erinnert stark an Monty Python’s John Cleese, was es zu Beginn etwas schwierig macht, ihm die ernste, verbitterte Seite abzunehmen. Umso glaubwürdiger ist er dafür aber gegen Ende der Show, wenn er den Bankenbossen seine Meinung geigt. Lisa Kolada ist eine wunderbar selbstbewusste Winifred Banks. Das passt zwar nicht so ganz zu dem Bild, welches man eigentlich von der liebenden Ehefrau und Mutter hat, doch Kolada wirkt authentisch und hat mit „Mrs. Banks zu sein“ einen ganz starken Moment.</p>
<p>Die beiden Kinder Jane und Michael wollen in der besuchten Vorstellung nicht so recht überzeugen. Sie reichen weder gesanglich noch schauspielerisch an andere Nachwuchsdarsteller heran, die man bisher in diesen Rollen gesehen hat – ganz zu schweigen von den Kindern, die diese Rollen am Londoner West End gespielt haben.</p>
<p>Das Personal der Banks, Mrs. Brill und Robertson Ay, werden von Heike Wiltrud Schmitz und Niklas Abel gespielt. Im Vergleich zu früheren Inszenierungen bleiben die beiden jedoch eher blass, auch wenn ihre Comedy-Einlagen das Publikum durchaus erfreuen.</p>
<p>Die schauderhafte Miss Andrew gibt Maaike Schuurmans, die sichtliche Freude daran hat, diesem bösartigen, egoistischen Charakter Leben einzuhauchen. Dass sie gesanglich über jeden Zweifel erhaben ist, kann sie jedoch leider nur andeuten.</p>
<p>Erwähnenswert ist definitiv auch Michael Clauder, der als Admiral Boom breitestes Hamburgisch spricht und Maik Lohse, der als sächsischer Parkwächter für viele Lacher sorgt.</p>
<p>Hat man die Show mehrfach gesehen, achtet man natürlich noch viel mehr auf das drum herum. Die originellen Schattenspiele beim Drachensteigenlassen zum Beispiel oder das herausragende Lichtdesign bei „Schritt für Schritt“ und das tolle Bühnenbild insbesondere in der Bank. Hier waren eindeutig Könner am Werk, die wissen, wie man eine magische Show kreiert!</p>
<p>Leider fällt aber im gleichen Ausmaß auf, das die Choreographien auch einige Wochen nach der Hamburg-Premiere noch nicht sitzen. Zu viele kleine Asynchronitäten und verspätete Einsätze trüben den Genuss etwas.</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-406 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2016/11/MP_STU_Prio2_Szenenmotiv_Rooftop-400x266.jpg" alt="mp_stu_prio2_szenenmotiv_rooftop" width="400" height="266" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2016/11/MP_STU_Prio2_Szenenmotiv_Rooftop-400x266.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2016/11/MP_STU_Prio2_Szenenmotiv_Rooftop.jpg 500w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Doch das Publikum achtet im allgemeinen nicht auf diese Details. Die Zuschauer feiern „Supercalifragilistic“ genauso wie „Chim Chim Cheree“ oder „Alles was wir wollen kann passieren“.</p>
<p>Apropos Publikum, es scheint inzwischen nicht nur Usus zu sein, dass man in Alltagskleidung (zerrissene Jeans, fleckige Pullis, ausgelatschte</p>
<p>Schuhe) ins Musical geht. Vielmehr greift es wie eine Seuche um sich, dass im Theater nicht nur gegessen und getrunken wird, sondern dass das Bühnengeschehen hörbar kommentiert und im Extremfall die Songs sogar mitgesungen werden.</p>
<p>Die auf diese Art engagierten Zuschauer sind sich des Ärgernisses, das sie auslösen, zumeist nicht bewusst, manchmal ist es ihnen aber schlichtweg egal.</p>
<p>Diese Respektlosigkeit gegenüber den Künstlern auf, unter, vor und hinter der Bühne ist kaum mehr zu ertragen und man kann sich nur wünschen, dass diese Entwicklung irgendwie gestoppt werden kann.</p>
<p>Denn die Künstler auf der Bühne geben jeden Abend ihr Bestes, um die Gunst des Publikums zu erlangen! Der langanhaltende Applaus im Theater an der Elbe zeigt an diesem Abend ganz klar die Dankbarkeit der Mehrheit der Zuschauer für eine unterhaltsame, gelungene Show. Dem kann ich mich nur anschließen! Danke für zweieinhalb Stunden gute Laune und die Energie, die Ihr jeden Abend wieder über die Rampe bringt!</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
<hr />
<p>Disney’s Bühnenversion von „Mary Poppins“ ist wundervoll. Das haben London und <span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" href="http://www.musicals-online.com/?p=151">Wien</a></span> eindrucksvoll bewiesen. Die Stuttgarter Inszenierung ist 1:1 aus Österreich übernommen und bietet produktionstechnisch folglich keine Überraschungen. Bühnenbild und Kostüme (beides Bob Crowley) sind prachtvoll und farbenfroh, die Choreographien (Matthew Bourne, Stephen Mear) mitreißend (wenn auch an einigen Stellen etwas unausgereift und holprig) und die Charaktere gut erarbeitet (Regie: James Powell). Bleiben also die Darsteller, denen wir uns ausführlich widmen können.</p>
<p>Elisabeth Hübert ist eine resolute und doch warmherzige Mary Poppins. Mehr als einmal lässt sie hinter der strengen Fassade die herzensgute, liebevolle Mary aufblitzen. Sie passt stimmlich sehr gut auf die Rolle und kommt während der schwungvollen Tanzszenen nur selten hörbar aus der Puste.</p>
<p>Ihr zur Seite steht der unermüdliche Optimist Bert, den David Boyd nach Wien auch in Stuttgart in Perfektion spielt. Er und seine steppenden Schornsteinfeger-Kollegen versprühen jede Menge guter Laune und sorgen zusammen mit „Supercalifragilistisch“ für eine von nur zwei ausgiebig beklatschten Szenen.</p>
<p>„Schritt für Schritt“ hat zudem eine sehr gute Dramaturgie, Musik, Tänzer und Szenerie ziehen das Publikum vollkommen in ihren Bann.</p>
<p>Livio Cecini gibt einen nicht nur optisch überzeugenden Mr. Banks. Er erinnert an John Cleese, ist aber bei weitem nicht so schlaksig. Er spielt rollenentsprechend überheblich, aber nicht so eklig und distanziert, wie man es in anderen Inszenierungen schon erlebt hat. Cecini landet einen der größten Lacher, als er ein Investitionsgesuch in der Bank mit den Worten abschmettert: „Dann gehen Sie doch zur Deutschen Bank!“. Sein „Supercalifragilistisch“ und der wahnwitzige Ausraster in Erwartung seiner Kündigung sind großartig! So nahbar hat man George Banks selten erlebt.</p>
<p>Als seine unerwartet selbstbewusste Gattin Winifred ist Jennifer van Brenk zu sehen. Wie sie sich gegenüber Georges Chef in der Bank behauptet ist super. Etwas befremdlich wirkt es dagegen, wenn sie ihren Mann nachäfft und die Vorstellung ihrer Kinder ins Alberne abgleitet.<img decoding="async" class="size-medium wp-image-399 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2016/10/MP_STU_Prio1_Szenenmotiv_Supercali_1-400x255.jpg" alt="MARY POPPINS, mit Elisabeth Hübert (Mary Poppins), David Boyd (Bert), Livio Cecini (George Banks), Jennifer van Brenk (Winifred Banks), Maaike Schuurmans (Miss Andrew), Betty Vermeulen (Vogelfrau), Petra Welteroth (Mrs. Brill), Niklas Abel (Robertson Ay), Dirk Lohr (Admiral Boom), Roimata Templeton (Miss Lark) und Anastasia Bain (Miss Corry)" width="400" height="255" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2016/10/MP_STU_Prio1_Szenenmotiv_Supercali_1-400x255.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2016/10/MP_STU_Prio1_Szenenmotiv_Supercali_1.jpg 500w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" /></p>
<p>Apropos Kinder&#8230; Dass die Besetzung von Kinderrollen in Deutschland seit jeher problematisch ist, weiß man. Die Qualität der Kinderdarsteller am West End oder Broadway erreichen „unsere“ Kinder nie. Aber es wäre doch schön, wenn sie zumindest singen könnten. Zina Strunz und Benedikt Neuhoff können als Jane und Michael leider nicht einmal einen Niedlich-Bonus einheimsen. Michael ist ein Lausejunge, wie er im Buche steht, und pöbelt ganz gern. Er spielt insgesamt recht gut und auch sein Gesang ist solide. Strunz hingegen schreit sich weitgehend durch den Abend und wirkt auch im Spiel noch recht unsicher. Aber vielleicht gibt sich das ja im Laufe der Spielzeit.</p>
<p>Das Personal von Familie Banks, Mrs. Brill und Robertson Ay, wird von Petra Welteroth und Niklas Abel gegeben. Abel spielt absolut rollendeckend. Welteroth legt aber ihm gegenüber noch eine Schippe drauf, ist herrlich herrisch und gestresst. Beide können nichts dafür, dass die Dialoge in der Szene, in der die Küche in Trümmer gelegt wird, recht platt sind. Aber Welteroth erreicht das Publikum mit ihrem schwäbischen Fluch am Ende des Stücks problemlos. Schade jedoch, dass das lange, laute „Sirenengeheul“ dadurch entfällt. Aber hierzulande hätte vermutlich niemand diesen Ton einem britischen Krankenwagen zugeschrieben.</p>
<p>Eine Besonderheit (an diesem Abend?) ist die Doppelrolle von Maryanne Kelly, die als Vogelfrau und fruchtbares Kindermädchen Miss Andrew zu erleben ist. Als Miss Andrew ist sie herrlich eklig und ihr „Krautsaft und Fischöl“ ist wirklich sehr schwer bekömmlich. Als Vogelfrau jedoch ist sie etwas zu hart und ihre tiefe, volle Stimme mag nicht so recht zu der gefühlvollen Ballade „Futter“ passen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-400 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2016/10/MARY_STU_Prio1_Szenenmotiv_Bert-400x291.jpg" alt="mary_stu_prio1_szenenmotiv_bert" width="400" height="291" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2016/10/MARY_STU_Prio1_Szenenmotiv_Bert-400x291.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2016/10/MARY_STU_Prio1_Szenenmotiv_Bert.jpg 500w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" /></p>
<p>Des Weiteren sind noch Anastasia Bain und Maik Lohse zu erwähnen: Bain ist die wundervolle, freche Mrs. Corry. Ihre voluminöse Gospelstimme passt perfekt zu dieser selbstbewussten Figur. Lohse taucht in vielen Szenen als Parkwächter auf. Seine sächsischen Kommentare sind lustig und seine Begeisterung für das Drachensteigenlassen weckt bei den Zuschauern Kindheitserinnerungen. Wer fand es nicht toll, seinen Drachen hoch am Himmel im Wind tanzen zu sehen?</p>
<p>Alles in allem also ein wirklich schönes, neues Familienmusical. Wären da nicht ein paar Ungereimtheiten im Gesamteindruck: Die eigentlich sehr energiegeladene Show kann genau diese diese Energie leider nicht gänzlich über die Rampe bringen. Nicht ohne Grund dauert es fast den kompletten ersten Akt bis das Publikum zum ersten Mal Szenenapplaus spendet („Supercalifragilistisch“), obwohl es auch schon vorher genug Gelegenheiten dafür gegeben hätte. Die Dialoge sind teilweise zu leise, so dass man nicht jedes gesprochene Wort verstehen kann. Gesang und Orchester hingegen sind wiederum sehr gut ausgesteuert. Bernd Steixner heizt seinen Musikern ordentlich ein!</p>
<p>Die schlichte Größe der Bühne im Apollo Theater, auf der die Kulissen manchmal etwas verloren wirken (bspw. das viel zu dunkle Kinderzimmer oder auch das eben nicht bühnenfüllende aufgeklappte Haus der Banks’ und die sehr breiten Seitenbegrenzungen in der Parkszene), wird zu einem Störfaktor. Im Vergleich zu der optisch sehr kompakten Inszenierung im <span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" href="http://www.musicals-online.com/?p=151">Wiener Ronacher</a></span> wirkt hier vieles wie auf einer Guckkastenbühne.</p>
<p>Doch natürlich verfehlen Großkulissen wie die beeindruckende Bank und Effekte wie die von der Bühne in den Saal fliegenden Sterne beim Finale („Alles was wir wollen, kann passieren“) sowie der kleine Zug, der bei der Vogelfrau-Szene im Hintergrund entlangfährt, ihre Wirkung nicht.</p>
<p>Ein weiteres Manko war das Verhalten des Publikums: Unterhaltungen und Kommentierungen des Bühnengeschehens bis hin zum Mitsingen der bekannten Songs scheinen heutzutage total akzeptabel zu sein. Zumindest war dies in den Reihen vor und hinter mir der Fall. Wenn dann das Theater wie in der besuchten Vorstellung nur im Parkett gefüllt ist und die Ränge leer bleiben, fällt solch ein schlechtes Benehmen noch mehr auf. Man kann nur hoffen, dass die Künstler auf, unten und neben der Bühne möglichst wenig hiervon mitbekommen.</p>
<p>Denn das Ensemble gibt alles, damit „Mary Poppins“ funktioniert. Und mit dem Buch (Julian Fellowes), der Musik und der aktuellen Besetzung sind hierfür die besten Voraussetzungen geschaffen.</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Apollo Theater, Stuttgart</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Besuchte Vorstellung: </span></strong>26. Oktober 2016</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong>  Elisabeth Hübert, David Boyd, Livio Cecini, Jennifer van Brenk, Petra Welteroth, Niklas Abel, Anastasia Bain, Maik Lohse</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Musik / Regie:</span></strong>  <span class="Bold">Richard M. Sherman &amp; Robert B. Sherman sowie George Stiles &amp; Anthony Drewe / James Powell<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong>  Stage Entertainment</span></div>
</div>
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		<title>Völlig ohne Fehler – die ideale Disney-Familienshow</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/voellig-ohne-fehler-die-ideale-disney-familienshow/</link>
		
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		<pubDate>Sun, 13 Dec 2015 17:26:10 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>40 Jahre nachdem Julie Andrews als liebevoll-strenges Kindermädchen Mary Poppins die Herzen der Kinobesucher eroberte, erlebte das gleichnamige Musical seine Weltpremiere in Bristol, UK. Weitere zehn Jahre später hob sich im Wiener Ronacher Theater der Premierenvorhang für die deutschsprachige Fassung. Aufgrund des großen Erfolgs wurde das Stück in der Spielzeit 2015/2016 in nahezu identischer Besetzung ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div>
<div id="body_content" class="bumper">
<p>40 Jahre nachdem Julie Andrews als liebevoll-strenges Kindermädchen Mary Poppins die Herzen der Kinobesucher eroberte, erlebte das gleichnamige Musical seine Weltpremiere in Bristol, UK. Weitere zehn Jahre später hob sich im Wiener Ronacher Theater der Premierenvorhang für die deutschsprachige Fassung. Aufgrund des großen Erfolgs wurde das Stück in der Spielzeit 2015/2016 in nahezu identischer Besetzung wieder aufgenommen.</p>
<div id="body_layer">
<div class="style_SkipStroke_2 shape-with-text flowDefining">
<div class="text-content style_External_390_285">
<div class="style_2">
<p class="Body">„Mary Poppins“ ist ein weltbekanntes und beliebtes Familienmusical und so wundert es wenig, dass auch kurz vor Weihnachten eine große Anzahl Kinder im Theater dem Spektakel entgegenfieberte.</p>
<p class="Body">Schon die erste Großkulisse – das Haus von Familie Banks im Kirschbaumweg 17 – lässt staunen: Es ist fahrbar, die Front lässt sich aufklappen und gibt den Blick frei auf zwei bespielbare Etagen. Die Einrichtung ist mit viel Liebe zum Detail gestaltet und es macht Freude, hier alle Kleinigkeiten zu entdecken.</p>
</div>
</div>
</div>
<div id="id3" class="style_SkipStroke_3 shape-with-text">
<div class="text-content Normal_External_390_24">
<div class="Normal">
<p class="Title"><img decoding="async" class="alignright" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Mary_Poppins_Wien_2015_files/shapeimage_3.png" alt="" />An diesem Abend steht Maria-Danaé Bansen als Kindermädchen auf der Bühne und es wird direkt deutlich, dass das Musical keine Kopie des Films ist: Mary Poppins ist deutlich strenger und reservierter als auf der Leinwand.</p>
</div>
</div>
</div>
<div id="id5" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_670_234">
<div class="style_2">
<p class="Body">Die erste große Ensemblenummer ist schon sehr farbenfroh: „So ein wunderschöner Tag mit Mary“ wird links und rechts von überdimensionalen 3D-Blumen flankiert, die Kostüme strahlen in allen Regenbogenfarben, selbst Miss Larks Hund ist grün. Bühnen- und Kostümdesign (Rosalind Coombes, Matt Kinley und Christine Rowland) haben hier hervorragende, sehr harmonische Arbeit geleistet.</p>
<div>Matthew Bourne, der in der Londoner Originalproduktion für Regie und Choreographie verantwortlich zeichnete, hat in Wien würdige Vertreter gefunden: Sowohl Anthony Lyn (Regie) also auch Geoffrey Garratt (Choreographie) verstehen ihr Handwerk. Die Personenregie ist gelungen und die Charaktere sind durchweg spannend und mitreißend. Choreographisch gibt „Mary Poppins“ viel her, das Publikum wippt schon bei den ersten Noten von „Mit nem Teelöffel Zucker“ mit; die tanzenden Statuen sowie die flotte Queen Victoria sorgen für jede Menge guter Laune. Vom über die Dächer wirbelnden Kaminkehrergeschwader ganz zu schweigen.</div>
</div>
</div>
</div>
<div id="id6" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_261_304">
<div class="style_2">
<p class="Body">Ein deutlicher inszenatorischer Unterschied zum Film lässt sich beispielsweise in der Szene „Mit nem Teelöffel Zucker“ feststellen: Anstatt des chaotischen Kinderzimmers wird zu diesem weltbekannten Stück die komplett zerlegte Küche auf magische Weise wieder in ihren Ursprungszustand versetzt.</p>
<div><img decoding="async" class="alignleft" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Mary_Poppins_Wien_2015_files/shapeimage_5.png" alt="" /></div>
<p class="Body">Auch „Supercalifragilisticexpialigetisch“ findet auf der Bühne in einem gänzlich anderen Rahmen statt: Mary Poppins besucht mit den Kindern und Bert den Buchstaben- und Wörter-Shop von Mrs.  Corry, die im Film gar nicht auftaucht. Dort treffen sich die ungewöhnlich-sten Gestalten und es geht es sehr laut und bunt zu. Das Publikum ergeht sich nach dieser Szene in minutenlangem Applaus. Sie ist aber auch ein wahrhaftiges Bühnenfeuerwerk!</p>
</div>
</div>
</div>
<div id="id7" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_670_268">
<div class="style_2">
<p class="Body">Bei „Mary Poppins“ geht aber auch düsterer zu. Ein Beispiel hierfür ist die Bank, in der Janes und Michaels Vater arbeitet. Das schwarz-weiße Bühnenbild ist großartig und die Mimik der Angestellten herrlich überzogen. Auch die Vogelfrau bringt ihre Bitte nach Futter vor einem eher dunklen Hintergrund vor.  Hierbei wird sie von Mary Poppins unterstützt und die Kinder, insbesondere Jane, verstehen die Botschaft sofort.</p>
<p class="Body">Etwas gruselig und für kleine Kinder möglicherweise beängstigend sind die lebendig werdenden Spielsachen der Kinder („Spielt Euer Spiel“). Sie sind sehr phantasievoll gestaltet und keins sieht aus wie das andere. Doch es kann einen schon einschüchtern, wenn die von Jane nicht sonderlich liebevoll behandelte Stoffpuppe Valentin dem Puppenhaus in voller Lebensgröße entsteigt.</p>
<p class="Body">Dass Mary Poppins die Kinder verlässt und Miss Andrew, Papa Banks ehemaliges Kindermädchen, die Geschicke im Kirschbaumweg übernimmt, ist ebenfalls neu. Miss Andrew ist weder eine Augenweide noch wirkt sie sehr fürsorglich. Sie ist genau der strenge Drachen, den die Kinder immer gefürchtet haben. Und auch Papa Banks muss irgendwann einsehen, dass seine Erinnerungen an Miss Andrew im Laufe der Jahrzehnte wohl mehr als nur ein wenig verschwommen sind. Der folgerichtige „Abgang“ von Miss Andrew führt zu großem Jubel im Publikum. Diese Schreckschraube jagt aber auch jedem mit ihrem (lupenrein vorgetragenen) „Krautsaft und Fischöl“ Schauer über den Rücken.</p>
<div><img decoding="async" class="alignright" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Mary_Poppins_Wien_2015_files/shapeimage_6.png" alt="" /></div>
</div>
</div>
</div>
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<div class="text-content style_External_399_335">
<div class="style_2">
<p class="Body">Im Gegensatz dazu liefert „Drachensteigen“ wieder ein harmonisch-liebevolles Bühnenbild gepaart mit jeder Menge Liebe, die sich in wohligen Wogen über den Zuschauern ausbreitet.</p>
<p class="Body">Zu den optischen und tänzerischen Highlights des Abends gehört das Kaminkehrerballett über den Dächern Londons: mit „Schritt für Schritt“ erobern die steppenden schwarzen Männer und Frauen die Bühne und als Bert dann noch über den Köpfen der Zuschauer hoch oben im Bühnenportal steppend die Szenerie quert, kennt de Begeisterung kein Halten. Sowas sieht man nicht alle Tage!</p>
<p class="Body">Hübsch anzusehen ist auch Mary Poppins Regenschirm, der Sternbilder erzeugt, die sich bis in Publikum erstrecken.</p>
<p class="Body">Szenisch kann man in diesem Stück unglaublich viel entdecken. Jedes Bild hält seine eigenen kleinen oder großen Überraschungen parat. Dadurch wird es zu keinem Zeitpunkt langweilig. Hinzu kommt die schmissige Musik der Shermann-Brüder, die von George Stiles und Anthony Drewe um nicht weniger klangvolle Songs ergänzt und von Wolfgang Adenberg gekonnt ins Deutsche übertragen wurde.</p>
</div>
</div>
</div>
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<div class="text-content style_External_670_186">
<div class="style_2">
<p class="Body">Doch wirklich beeindruckend ist das gelungene Casting in Wien: Maria-Danaé Bansen macht ihre Sache als sogenannte Zweibesetzung der Titelfigur mehr als nur gut macht. Sie ist Mary Poppins! An ihrer Seite erlebt das Publikum David Boyd als Tausendsassa Bert, der Dick van Dyke in Sachen Charme und Witz in nichts nachsteht. Zudem setzt er tänzerisch und spielerisch Maßstäbe für alle, die ihm in dieser Rolle nachfolgen.</p>
<div><img loading="lazy" decoding="async" class="alignleft" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Mary_Poppins_Wien_2015_files/shapeimage_2.png" alt="" width="400" height="246" /></div>
<p class="Body">Reinald Kranner gibt einen sehr sehr strengen George Banks: Er agiert unerbittlich – sowohl gegenüber seinen Kindern und Angestellten als auch gegenüber seiner Frau Winifred. Kranners schauspielerische Leistung ist großartig, was insbesondere bei dem Wiederentdecken seines Mitgefühls und seiner Erinnerung an glückliche Tage deutlich wird. Milica Jovanovic ist die gefühlvolle Ehefrau und Mutter, die immer wieder zwischen ihrem Mann und seinem Umfeld vermittelt und zudem dem phasenweise leicht chaotischen Haushalt vorsteht. Jovanovic gelingt es, dieser vermeintlichen Nebenrolle Stärke und Charakter zu verleihen.</p>
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<p class="Body">Tania Golden gibt die resolute Köchin Mrs. Brill und lässt sich von niemandem die Butter vom Brot nehmen. Sie erinnert in Habitus und Komik an Hella von Sinnen, was dieser Figur exzellent zu Gesicht steht. Als sie im zweiten Akt wie eine britische Feuerwehr losjault, weil eine wertvolle Vase vor ihren Füßen zerschellt, sorgt sie für viele Lacher im Publikum.</p>
<p class="Body">Die Vogelfrau und ihre eindringliche Bitte, ihr für zwei Penny Vogelfutter abzukaufen, bilden den bei Disney üblichen moralischen Zeigefinger. Sandra Pires gelingt es, diese kurze Szene mit viel Einfühlungsvermögen über die Rampe zu bringen. Ihr Song trifft direkt ins Herz und man sieht mehrere Zuschauer, die sich verstohlen Tränen aus den Augen wischen.</p>
<div><img decoding="async" class="alignright" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Mary_Poppins_Wien_2015_files/shapeimage_1.png" alt="" /></div>
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<p class="Body">Für das Gegenteil von Tränen der Rührung – nämlich Ekel und Abscheu – sorgt Maaike Schuurmans als Miss Andrew. Sie regiert mit harter Hand und singt dabei so glasklar und eiskalt, dass man Gänsehaut bekommt. Auch ihre unerbittliche Art und Weise, den Kindern Krautsaft und Fischöl als Allheilmittel einflößen zu wollen, ist beeindruckend.</p>
<p class="Body">Tara Marie Oberkofler und Moritz Krainz wirbeln als liebenswerte Quälgeister Jane und Michael Banks über die Bühne. Beide spielen so charmant und authentisch, dass man sich fragt, ob sie je etwas anderes gemacht haben. Auch das Kindercasting war also ein absoluter Glücksgriff.</p>
<p class="Body">Bleibt noch das Orchester, das an diesem Abend unter der Leitung von Michael Römer auftrumpfte: Es wird einmal mehr deutlich, dass Musical als Form des Live-Entertainment am besten funktioniert, wenn alle Gewerke – Musik, Bühne, Darsteller – bis ins Kleinste ausgefeilt sind und perfekt ineinandergreifen. Keine Musik vom Band, kein reduziertes Ensemble, exzellente Hauptdarsteller, keine Sparkulissen und Billigkostüme: So muss es sein, dann zahlt man auch gern angemessene Ticketpreise.</p>
<p class="Body">„Mary Poppins“ zeigt eindrucksvoll, wie eine erfolgreiche Disney-Show aussieht und was es braucht, um das Publikum zweieinhalb Stunden vorzüglich zu unterhalten.</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
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<div id="body_content"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span> </strong>Ronacher, Wien</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Besuchte Vorstellung: </span></strong>11. Dezember 2015</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Maria-Danaé Bansen, David Boyd</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie:</span></strong> Matthew Bourne / Anthony Lyn</span><br />
<span style="color: #000080;"><span class="Bold"><strong>Fotos:</strong> </span>Deen van Meer</span></p>
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		<title>Mary Poppins</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/mary-poppins/</link>
		
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		<pubDate>Mon, 13 Jul 2015 13:15:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[CDs]]></category>
		<category><![CDATA[Annemieke van Dam]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eine schöne Erinnerung an einen gelungenen Theaterabend Lange hat es gedauert, bis das zauberhafte Familienmusical „Mary Poppins“ seinen Weg vom West End in den deutschsprachigen Raum geschafft hat. Erst volle 10 Jahre nach der Uraufführung (Bristol) und nach fünf- bzw. achtjährigen Spielzeiten in London und New York, hob sich am 1. Oktober 2014 im Wiener ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/mary-poppins/">Mary Poppins</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h3>Eine schöne Erinnerung an einen gelungenen Theaterabend</h3>
<div class="style_SkipStroke_2 shape-with-text flowDefining">
<div class="text-content style_External_665_688">
<div class="style_2">
<p class="Body">Lange hat es gedauert, bis das zauberhafte Familienmusical „Mary Poppins“ seinen Weg vom West End in den deutschsprachigen Raum geschafft hat. Erst volle 10 Jahre nach der Uraufführung (Bristol) und nach fünf- bzw. achtjährigen Spielzeiten in London und New York, hob sich am 1. Oktober 2014 im Wiener Ronacher der <span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" href="http://www.musicals-online.com/?p=151">Premierenvorhang</a></span>.</p>
<p class="Body">Der Haus- und Hoflieferant der Vereinigten Bühnen Wien, Hit Squad Records, hat auch für diese Produktion ein Live-Album</p>
<p class="Body">produziert, dem es an nichts fehlt. Die Erfahrung macht sich vor allem im satten Klang des 17-köpfigen Orchester (Leitung Koen Schoots) bemerkbar. Auch die Applauspausen bzw. der Auftaktapplaus zu Beginn einiger Songs hält sich angenehm in Grenzen.</p>
<p class="Body">Damit können diejenigen glänzen, die einem Musical Leben bzw. Stimme einhauchen. In diesem Fall sind dies Annemieke van Dam als Mary Popins, David Boyd als Bert, Reinwald Kanner als Mr. Banks, Milica Jovanovic als Mrs. Banks, Maaike Schuurmans als Mr. Banks früheres Kindermädchen Miss Andrew sowie Sandra Pires als Vogelfrau. Ebenfalls zu hören sind Fiona Bella Imnitzer und David Paul Mannhart als Jane und Michael Banks.</p>
<p class="Body">Richard M. und Robert B. Shermans Kompositionen haben viel Schwung, den die Sängerinnen und Sänger durchweg sehr gut mitnehmen und über die Rampe bzw. durch die Lautsprecher bringen. Van Dam intoniert die Mischung von liebevoller Mary und strengem Kindermädchen perfekt, denn die musicalische Mary Poppins ist bei weitem nicht so süßlich wie Julie Andrews im gleichnamigen Film. Die Mary Poppins auf der Bühne hat durchaus auch harte Charakterzüge. Während sie bei „Völlig ohne Fehler“ vor Selbstbewusstsein nur so strotzt, legt sie in „Spielt Euer Spiel“ eine beeindruckende Strenge an den Tag, die sie bei „Supercalifragilisticexpialigetisch“ in überbordende Energie umwandelt. Als Lebenskünstler, Schornsteinfeger, Straßenmaler usw. ist David Boyd zu hören. Seine englischsprachige Herkunft kann er leider nicht verbergen, so dass einmal mehr die Frage gestattet sein muss, ob es nicht auch in Reihen deutscher Muttersprachler geeignete Kandidaten für diese Rolle gegeben hätte. Zugegeben, er sing sehr charmant und man hört förmlich das Blitzen in seinen Augen, wenn er eine neue Idee präsentiert. Natürlich singt er aber mit Hits wie „Chim Chim Cher-I“ und „Drachensteigen“ auch die dankbarsten Nummern des Stücks.</p>
<p class="Body">Reinwald Kanner gibt den zunächst unerbittlichen Mr. Banks sehr glaubhaft, obwohl man die verborgene nette Seite schon zu erahnen vermag. Gute Beispiele hierfür sind „Korrektheit und Ordnung“ bzw. „Ein jeder Mann“. Mit schönen Soli glänzen Milica Jovanovic, die jeden verstehen lässt, warum es so schwer ist „Mrs. Banks zu sein“, sowie Sandra Pires als Vogelfrau. Auch Maaike Schuurmans holt aus ihrer kleinen Rolle das Möglichste heraus: Schon allein vom Zuhören möchte man dieses Kindermädchen auf keinen Fall in seinem Haus haben!</p>
<p class="Body">Die deutschen Texte von Wolfgang Adenberg sind wie maßgeschneidert, nirgends ist ein Holperer zu entdecken. Das gilt für die verarbeiteten Filmhits genauso wie die neun für dieses Musical von George Stiles (englische Texte Anthony Drewe) hinzukomponierten Stücke. Diese fügen sich so gut ins Gesamtbild ein, dass man am Ende zwischen „Drachensteigen“ und „Völlig ohne Fehler“ hin- und herspringt und man nicht zu sagen vermag, wer denn der jeweilige Komponist ist.</p>
<p class="Body">Das Live-Album von „Mary Poppins“ ist einmal mehr ein Beleg dafür, dass englischsprachige Musicals mit einer guten Adaption der Texte sowie Darstellern, die sich in ihre Rollen hineinfühlen können, eine wahre Bereicherung für die deutsch-österreichische Musicallandschaft sind.</p>
<p class="paragraph_style_1" style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
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