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	<title>Christian Kämpfer-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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	<title>Christian Kämpfer-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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		<title>Shakespeares Liebeskomödie in pseudo-modernem Musical-Gewand</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Jul 2018 17:51:38 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Nach 2014 hat sich Daniel Karasek für das Kieler Sommertheater 2018 erneut einen Klassiker von William Shakespeare vorgenommen und diesen mit tatkräftiger Unterstützung von Martin Tingvall (Musik) und Regy Clasen (Texte) in ein abendfüllendes Musical verwandelt. „Was Ihr wollt“ erzählt die Geschichte der schiffbrüchigen Viola, die sich unsterblich in ihren Dienstherrn Orsino verliebt. Der jedoch ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Nach 2014 hat sich Daniel Karasek für das Kieler Sommertheater 2018 erneut einen Klassiker von William Shakespeare vorgenommen und diesen mit tatkräftiger Unterstützung von Martin Tingvall (Musik) und Regy Clasen (Texte) in ein abendfüllendes Musical verwandelt.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-2298 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/10/63fe55a61c447a7387749c552cd7303e-400x300.jpg" alt="" width="400" height="300" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/10/63fe55a61c447a7387749c552cd7303e-400x300.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/10/63fe55a61c447a7387749c552cd7303e-768x576.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/10/63fe55a61c447a7387749c552cd7303e.jpg 800w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />„Was Ihr wollt“ erzählt die Geschichte der schiffbrüchigen Viola, die sich unsterblich in ihren Dienstherrn Orsino verliebt. Der jedoch ist ebenso besessen von der um ihren Bruder trauernden Olivia, die dem Werben des Herzogs jedoch nichts abgewinnen kann. Stattdessen lässt sich Olivia den Kopf verdrehen von Cesario, Orsinos Botenjungen, in dessen Verkleidung niemand anderer steckt als Viola. Hinzu kommen noch ein paar Intrigen von Verwandten und Angestellten und fertig ist die perfekte Shakespeare-Komödie, die zudem noch ein ausgesprochenes Happy End hat. Denn Viola trifft ihren ertrunken geglaubten Zwillingsbruder Sebastian wieder, Olivia heiratet eben diesen und Orsino gibt Olivia endlich auf und wendet sich Viola zu.</p>
<p>Diese Handlung kann man je nach Ausarbeitung und Tiefe der verschiedenen Charaktere beliebig aufbauschen. Dies macht Regisseur Daniel Karasek auch in diesem Jahr. Er hält sich mit vielen kleinen Details und Szenen auf, die für die Handlung nicht entscheidend sind und den Fluss sogar stören.</p>
<p>„Was Ihr wollt“ wird als Step-Musical angekündigt. Nicht ohne Grund erinnert das Plakat mehr als nur entfernt als den Hollywood-Hit „La La Land“. Doch die wenigen Tanz- und Stepszenen wirken leider etwas deplatziert. Ela Steiner hat für die acht Tänzerinnen und Tänzer, die die Protagonisten weitgehend umtanzen (um deren Schwachstelle zu überdecken), schöne Abfolgen ersonnen, die in sich stimmig und ansprechend sind. Doch in die einzelnen Szenen einfügen, wollen sich diese Tanzelemente nicht wirklich.</p>
<p>Die Videowalls kamen auch schon in den letzten Jahren sehr ausgeprägt zum Einsatz. In diesem Jahr jedoch wird nahezu jeder Song mit Videos begleitet, die zusätzlich zur Handlung auf der Bühne noch weitere, ergänzende Szenen mit den singenden Protagonisten zeigen. Am Ende lenken diese Videos mehr von den Live-Akteuren ab, was sicherlich nicht im Sinn des Stücks ist.</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-2300 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/10/98a66b17268734fe4148eeabe7af586e-400x300.jpg" alt="" width="400" height="300" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/10/98a66b17268734fe4148eeabe7af586e-400x300.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/10/98a66b17268734fe4148eeabe7af586e-768x576.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/10/98a66b17268734fe4148eeabe7af586e.jpg 800w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Der schwedische Jazz-Pianist Martin Tingvall hat abwechslungsreiche Melodien zu diesem Musical beigesteuert, bei denen man nicht selten sofort mit den Füßen mitwippt. Die Texte der Singer-Songwriterin Regy Clasen bilden hiermit ein harmonisches Ganzes.</p>
<p>Schwierig ist der unstete Wechsel zwischen nahezu originalen Shakespeare-Texten, zeitgenössischen Adaptionen und normalem Straßenslang. Dieser ist weder an einzelnen Charakteren festgemacht noch gibt es hier einen roten Faden, anhand dessen sich die Sprache im Laufe des Stücks verändert.</p>
<p>Insgesamt wirkt „Was Ihr wollt“ ähnlich wie „Die Räuber“ in 2017 etwas überladen. Man vermisst den Mut, das Stück zu entstauben, um es für das Publikum leichter verdaulich zu machen. Stattdessen erleben die Zuschauer teils plumpe, aufgesetzte Dialoge und Szenen und fragen sich mehrfach, wohin das führen soll oder was sich der Regisseur dabei gedacht hat.</p>
<p>Die Besetzung ist aus früheren Inszenierungen gut bekannt. Rudi Hindenburg steht endlich mal in der ersten Reihe und gibt einen unnachahmlich leidenden Orsino, dem man seine Liebe zu Olivia abnimmt und dessen Leidenschaft sehr glaubhaft über die Rampe kommt. Leider scheint seine Stimmlage nicht ganz zu Tingvalls Kompositionen zu passen, denn mehrfach drängt sich hier eine Disharmonie in den Vordergrund. Gleiches gilt jedoch auch für Olga von Luckwald, die eine lebensfrohe, sympathische Viola gibt und auch als Diener Cesario eine überzeugende Leistung zeigt. Vielleicht ist es hier auch einmal mehr die Tontechnik, die es den Sängern unnötig schwer macht und sie klar und kalt über die Tribüne erschallen lässt, anstatt sie mit den entsprechenden Mitteln akustisch zu unterstützen.</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-2299 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/10/P181100_Plakat_WasIhrWollt_A3_Liveuebertragung_03-e1539194958651-305x400.jpg" alt="" width="305" height="400" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/10/P181100_Plakat_WasIhrWollt_A3_Liveuebertragung_03-e1539194958651-305x400.jpg 305w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/10/P181100_Plakat_WasIhrWollt_A3_Liveuebertragung_03-e1539194958651.jpg 766w" sizes="(max-width: 305px) 100vw, 305px" />Etwas fragwürdig ist die Besetzung von Olivia mit Yvonne Ruprecht. Dass Ruprecht schauspielerisch und auch gesanglich zu den besseren Mitgliedern dieses Ensembles gehört, hat sie in „<a href="http://www.musicals-online.com/?p=1145">Romeo &amp; Julia</a>“ (2014) und „<a href="http://www.musicals-online.com/?p=1944">The Full Monty</a>“ (2017) gezeigt. Doch allein schon ob ihres Alters wirkt sie irgendwie fehl am Platz. Sätze von Orsino wie „Nur eine jüngere Frau ist die richtige Frau für einen Mann“ wirken bei diesem Paar schlicht unpassend.</p>
<p>Als Narr kann sich Marko Gebbert austoben und hat hieran sichtlich Spaß. Auch gesanglich passt er gut zu Tingvalls Songs. Jennifer Böhm als Hausmädchen Maria ist aus der Riege der Protagonisten die einzige, die auch tänzerisch überzeugen kann. Sie zieht im Hintergrund die Fäden sehr überzeugend und wickelt nicht nur die Männer auf der Bühne um den Finger.</p>
<p>Imanuel Humm, Zacharias Preen und Christian Kämpfer komplettieren Olivias Hausgäste. Während Humm als Malvolio der List von Maria auf den Leim geht und sich nur allzu bereitwillig aufs Glatteis führen lässt, können Preen und Kämpfer als Sir Toby und Sir Andrew leider nicht überzeugen. Ihre „Männerfreundschaft“ wirkt über lange Strecken unecht, was sehr bedauerlich ist, denn gerade im Zusammenspiel mit Böhm und Gebbert wäre hier viel mehr möglich gewesen.</p>
<p>Es ist mehr als bedauerlich, dass nach dem überzeugenden Sommer-Musical „Romeo &amp; Julia“ der Anschluss nicht gefunden wurde. Denn seither können die Neuinszenierungen nicht überzeugen und lassen die Zuschauer mit mehr Fragezeichen als Begeisterung zurück. Eine Ursache ist sicherlich, dass man in der Inszenierung wenig Raum für Frisches geschaffen hat. Gute Musik, eine schöne Bühne und eine einmalige Naturkulisse reichen dafür leider nicht aus.</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
<em>erschienen in <a title="http://www.musicals-magazin.de/" href="http://www.musicals-magazin.de/"><span style="color: #000080;"><span style="color: #333399;">musicals &#8211; Das Musicalmagazin</span></span></a></em></p>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> MFG-5 Gelände, Kiel</span><br />
<span class="Bold" style="color: #000080;"> <strong>Besuchte Vorstellung:</strong> 10. Juli 2018</span></div>
<div class="style_3"><span class="Bold" style="color: #000080;"><strong>Darsteller: </strong>Rudi Hindenburg, Olga von Luckwald, Yvonne Ruprecht, Marko Gebbert, Imanuel Humm, Zacharias Preen, Christian Kämpfer </span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie / Musik:</span></strong> Daniel Karasek / Martin Tingvall</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Olaf Struck<br />
</span></div>
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		<title>Gelungene Neu-Inszenierung von Shakespeare&#8217;s Liebestragödie</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/gelungene-neu-inszenierung-von-shakespeares-liebestragoedie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 31 Aug 2014 12:29:18 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Ulf Leo Sommer]]></category>
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<div class="style_2">
<p class="Body">„Romeo &amp; Julia“ &#8211; das ist eine der schönsten und zugleich tragischsten Liebesgeschichten der Literatur. Unzählige Verfilmungen, Theaterstücke und auch einige Versuche, den Stoff als Musical auf die Bühne zu bringen, zeugen auch heute noch von dessen Intensität. Mehr als 400 Jahre nach seiner Veröffentlichung hat die Geschichte der verfeindeten Montagues und Capulets, deren Kinder Romeo und Julia in Liebe zueinander finden und deren Romanze auf so tragische Weise enden muss, nicht an Reiz eingebüßt.</p>
<p class="Body">In diesem Sommer zeigt das Sommertheater Kiel in der Regie von Daniel Karasek die neue Musicalversion von Peter Plate („Rosenstolz“) und Ulf Leo Sommer. Die kleine Open Air Bühne am Seefischmarkt bietet eine einmalige Kulisse: Die Schauspieler spielen das komplette Stück auf strahlend weißen Treppen in deren Mitte sich eine an einen Schiffsschornstein erinnernde Konstruktion befindet, die für die einzigen Szenenwechsel eingesetzt wird. Im Hafen hinter der Bühne wiegen sich die Segelschiffmasten im Wind und sorgen für ein perfekt abgestimmtes Ambiente.</p>
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<div class="style_2">
<p class="Body">Die Ouvertüre versetzt das Publikum in eine romantische Stimmung. Die Melodie ist filmisch-opulent arrangiert und schürt die Hoffnung auf Großes. Anstelle der weltbekannten einführenden Worte erleben die Zuschauer als Auftakt einen Kampf der verfeindeten Familien Montague und Capulet. Unterstützende Szenen auf den drei großen LED-Wänden oberhalb der Bühne lassen das Geschehen noch gewalttätiger wirken. Schade jedoch, dass die Zweikämpfe eher nachlässig einstudiert sind und mehr als Comedy erinnern als an Straßenkampf.</p>
<p class="Body">Schon in Romeos erstem Solo („Die Liebe kennt mich nicht“) zeigt sich Johannes Merz&#8216; Rockstimme, die sich im Verlauf des Stücks noch als sehr gute Wahl erweisen soll. Der folgende Dialog mit Benvolio (Julius Ohlemann) wird weitgehend in klassischer Sprache präsentiert. Die Anpassung einzelner Worte gibt Shakespeare&#8217;s Texten etwas Frisches und Modernes. Dieses Konzept wird über weite Strecken beibehalten. Die Mischung aus „alter“ Sprache und modernem Deutsch-Pop funktioniert einwandfrei. Leider schießen die Macher an einigen Stellen über das Ziel hinaus und fügen den eigentlichen Dialogen Textpassagen und Worthülsen hinzu, die sich nicht ins Gesamtbild einfügen.</p>
<p class="Body">Stirnrunzeln erzeugt ebenfalls die Begrüßung von Herrn Capulet auf seinem Maskenball. Warum heißt er seine Gäste auf französisch willkommen und nicht auf italienisch? Dadurch verschenkt man einen großen Teil Authentizität. Zacharias Preen gibt einen durchaus glaubwürdigen Paten ab. Er regiert seine Familie mit strenger Hand und macht dabei auch vor seiner Tochter Julia nicht halt. Der Song „Elektrisch“, der als Ensemble-Nummer den Maskenball untermauert, wirft jedoch viele Fragen auf und passt nicht so recht in das optisch (Norbert Ziermann) und choreographisch (Vivienne Hötger) durchaus stimmige Gesamtbild.</p>
<p class="Body">Dafür entschädigt das Duett der Titelfiguren, „Wohin“, und die anschließende Balkonszene durch Frische und Jugendlichkeit. Auch wenn die offenbar obligatorische „Titanic“-Szene an der Balkonbrüstung / Schiffsreling absolut unnötig ist, gewinnen die beiden Darsteller durch ihr authentisches Spiel die Sympathien des Publikums. Dass das Casting von Maxine Kazis und Johannes Merz in jeglicher Hinsicht als gelungen bezeichnet werden kann, zeigt sich bei ihrem Duett „Dann fall ich“, in dem sich Julia und Romeo ihre Liebe gestehen. Die beiden Darsteller ergänzen sich nicht nur stimmlich auf beeindruckende Weise, sondern man glaubt ihnen ihre tiefen Gefühle, ihre Verwirrung und ihre Hoffnung in jeder Minute.</p>
<p class="Body">Die Modernität der Inszenierung zeigt sich auch im Einsatz von diversen fahrbaren Untersätzen – von Motorrollern bis hin zu Sportwagen. Vielleicht wäre es hier aber angeraten gewesen, auf Elektrofahrzeuge zu setzen? Auf dem engen Raum sind die Abgase doch ziemlich störend.</p>
<p class="Body">Den coolsten Auftritt hat in jedem Fall Christian Kämpfer als Pater Lorenzo, der in Biker-Boots und Lederhose mit drei sehr freizügigen Nonnen auf einer Harley vorfährt, während auf den LED-Wänden eine digitale Wanderung durch einen Dornenwald mitläuft. Apropos LED-Wände; dort werden passend zur Handlung auch immer Nachrichten eingespielt, die auf den vollen Zuschauerbänken insbesondere dadurch für Lacher sorgen, dass Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig als Fürst Escalus aktiv am Geschehen teilnimmt.</p>
<p class="Body">Rudi Hindenburg alias Mercutio fiel schon in der anfänglichen Kampfszene durch seine raumgreifende Ausstrahlung auf. In der Szene „Señorita“, in der sich die Montague-Jungs über Julias Amme lustig machen, zeigt er sehr deutlich, dass er das Sagen hat. Die Szene ist ungewöhnlich und deftig inszeniert, in sich aber stimmig. Einzig, dass sich Mercutio über die „metrosexuellen Lackaffen“ muckiert, aber selbst wie einer aussieht, wirkt unfreiwillig komisch.</p>
<p class="Body">Der zweite Akt beginnt ähnlich ausdrucksstark, in dem Romeo und Julia ihre frisch geschlossene ehe gleich direkt auf den Kirchenstufen vollziehen. Etwas zuviel Pathos hat auch Mercutios Mordszene: Während der Kampf mit Tybalt wieder eher albern wirkt, löst der Tod Mercutios während er die Treppen hinaufkrabbelt, um schließlich in Romeos Armen fast zu sterben, eher ein Lächeln als Trauer oder Bestürzung aus. Auch Tybalts Ermordung durch Romeo wirkt leider ähnlich plump.</p>
<p class="Body">Wunderschön wiederum ist Julias Sehnen nach Romeo. Kazis legt viel Herzblut in ihr Solo. Überhaupt wirkt die junge Schweizerin in allen Szenen authentisch. Wenn sie ob ihres Schicksals mit Tränen in den Augen verzweifelt, löst sie großes Mitgefühl aus („Du sehnsuchtsvolle Nacht“). Wenig später steckt sie mit ihrer überbordenden Energie („High“) das ganze Publikum an.</p>
<p class="Body">Ob beabsichtigt oder nicht, die Szene, in der Julias Eltern sich selbst für die Wahl von Paris (wunderbar aalglatt: Dirk Stierand) als zukünftigen Schwiegersohn beglückwünschen („Ein gutes Gefühl“) hat einen großen Slapstick-Faktor. Das liegt zum einen daran, dass Preen mit dem Sprechgesang überfordert zu sein scheint, zum anderen wirkt aber auch Ellen Dorn als seine Gattin in ihren viel zu hohen Schuhen sehr hölzern. Bei dieser Szene wünscht man sich, dass sie ganz schnell zuende sein möge.</p>
<p class="Body">„Der letzte Tanz“, das Stück, das für die hübsch drappierte Bettszene ausgewählt wurde, ist auch dadurch besonders, dass Textpassagen von Shakespeare im Titel verarbeitet wurden und die Zuschauer so doppelt abgeholt werden. Zudem zeigen die beiden Hauptdarsteller einmal mehr, dass sie sich im Spiel sehr gut ergänzen.</p>
<p class="Body">Den schönsten Song hat zweifellos Kazis alias Julia mit „Für die Liebe“. So wie sie das Stück interpretiert, könnte es aus spielend in die Charts einsteigen. Ähnlich stark brennt sich Romeos Verzweiflung bei „Wie das Ticken einer Uhr“ ins Gedächtnis. Peter Plates Handschrift ist unverkennbar. Die Titel passen perfekt zum Thema der jeweiligen Szene.</p>
<p class="Body">Zum Schluss wird es Regieseitig noch einmal etwas holprig: Während Julia in der Familiengruft liegt, kämpfen Romeo und Paris auf den Stufen um sie herum auf Leben und Tod. Nachdem Romeo Paris erstochen hat, steckt er sein Messer feinsäuberlich wieder in die Scheide, damit Julia es nach seinem Tod dort findet, um sich damit selbst das Leben zu nehmen. Das hätte man sicherlich glaubhafter umsetzen können, zumal in anderen Szenen die Waffen achtlos liegen gelassen werden.</p>
<p class="Body">Doch am Schluss bleibt die nahezu perfekt gelungene Mischung von modernen Popsongs mit alten Texten, die ein rundes Musicalerlebnis erzeugen. Für eine Wiederaufnahme – die es sicherlich geben wird – kann ja noch an der ein oder anderen Stelle gefeilt werden. Dann steht einem gelungenen Theaterabend nichts mehr im Weg.</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
erschienen in <span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" title="http://www.musicals-magazin.de/" href="http://www.musicals-magazin.de/">musicals &#8211; Das Musicalmagazin</a></span></p>
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<p class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Sommertheater am Seefischmarkt, Kiel</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Besuchte Vorstellung: </span></strong>30. August 2014</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Maxine Kazis, Johannes Merz, Rudi Hindenburg, Dirk Stierand, Christian Kämpfer, Julius Ohlemann</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Musik / Regie:</span></strong> <span class="Bold">Peter Plate, Ulf Leo Sommer / Daniel Karasek<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Theater Kiel<br />
</span></p>
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