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	<title>Armin Kahl-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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	<title>Armin Kahl-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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		<title>München feiert &#8222;drei singende Tunten im Fummel im australischen Outback&#8220;</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Dec 2017 17:09:55 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Travestiekünstlerin Doris alias Tick lebt ein (mehr oder weniger) schönes Leben in Sydney als plötzlich Marion, seine Ehefrau, anruft und ihm eröffnet, dass er sich endlich auch mal um seinen achtjährigen Sohn kümmern soll. Als Aufhänger organisiert die patente Kleinstadt-Mutti eine Travestieshow in Alice Springs, in dem Tick als Star auftreten soll. Tick überzeugt die ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Travestiekünstlerin Doris alias Tick lebt ein (mehr oder weniger) schönes Leben in Sydney als plötzlich Marion, seine Ehefrau, anruft und ihm eröffnet, dass er sich endlich auch mal um seinen achtjährigen Sohn kümmern soll. Als Aufhänger organisiert die patente Kleinstadt-Mutti eine Travestieshow in Alice Springs, in dem Tick als Star auftreten soll.</p>
<p>Tick überzeugt die frisch verwitwete Bernadette und die leicht durchgeknallte Felicia (eigentlich Adam) von dem wohltuenden Tapetenwechsel. Stilecht starten die drei Grazien mit einem arg in die Jahre gekommenen Bus in Richtung Outback, denn Alice Springs ist wahrlich kein Vorort von Sydney.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-2164 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/12/1513268150_x_201712priscillagenegf26-400x259.jpg" alt="" width="400" height="259" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/12/1513268150_x_201712priscillagenegf26-400x259.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/12/1513268150_x_201712priscillagenegf26-768x497.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/12/1513268150_x_201712priscillagenegf26.jpg 1000w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Es kommt wie es kommen muss: Der Bus ächzt unter seinem Alter und bleibt schließlich liegen. Zum Glück findet sich in der Nähe der Mechaniker Bob, der welcher die Gelegenheit beim Schopfe packt, die Ladies als Ein-Mann-Boxen-Crew auf ihrer weiteren Reise zu unterstützen und so seiner sehr herrischen Ehefrau zu entfliehen. Bernadette und Bob verlieben sich ineinander, Felicia sorgt für jede Menge Chaos bei der Dorfbevölkerung und entgeht nur knapp einer Vergewaltigung, und Tick versucht bei allem den Überblick zu behalten. Dabei muss er selbst sehr darauf achten, dass er sich von seinen selbstgesteckten Erwartungen und Befürchtungen im Hinblick auf seine aktive Vaterschaft nicht auffressen lässt.</p>
<p>Wie auch im gleichnamigen Film, der seit seiner Premiere 1994 Kultstatus erlangt hat, gibt es ein Happy End für alle Protagonisten. Stephan Elliott, der Autor dieses bunten Filmfeuerwerks voller Discohits und deftiger Sprüche, hat gemeinsam mit Allan Scott auch das Buch für die Musicalfassung geschrieben. 11 Jahre nach seiner Weltpremiere in Sydney und immerhin noch ganze 6 Jahre nach der Broadway-Premiere kommt nun endlich eine deutsche Fassung dieses im anglo-australischen Raums gehypten Kultmusicals auf die Bühne.</p>
<p>Das Münchner Theater am Gärtnerplatz ist nicht gerade der erste Spielort, der einem für diese Show in den Sinn kommt &#8211; da lägen Köln, Düsseldorf, Hamburg und Berlin deutlich näher. Doch das Team von Intendant Josef E. Köpplinger hat schon in den letzten Jahren immer wieder von seinen Deutschlandpremieren international erfolgreicher Musicals (u. a. „Tschitti Tschitti Bang Bang“) reden gemacht. Das Kreativteam kann sich auf jeden Fall sehen lassen: Gil Mehmert übernahm die Regie, Melissa King choreographierte, Jeff Frohner zeichnete für die musikalische Leitung verantwortlich. Was sollte da noch schiefgehen?</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-2162 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/12/1513182266_x_201712priscillahp2kf41-400x263.jpg" alt="" width="400" height="263" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/12/1513182266_x_201712priscillahp2kf41-400x263.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/12/1513182266_x_201712priscillahp2kf41-768x505.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/12/1513182266_x_201712priscillahp2kf41.jpg 1000w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Auch an der Besetzung gibt es nichts zu mäkeln, denn alle Protagonisten wurden tadellos ausgewählt: Armin Kahl gibt den zwischen der Verantwortung als Vater und dem ohnehin schon nicht besonders einfachen Leben als homosexueller Travestiekünstler hin- und hergerissenen Tick sehr überzeugend. Mal einfühlsam, mal verzweifelt, mal voller Sehnsucht oder mit vollem Körpereinsatz und Leidenschaft als Travestiekünstler – Tick durchlebt im Laufe des Abends ein reges Auf und Ab. Kahl kann dies gut transportieren. Leider liegen ihm die 1970er Jahre Popsongs („Go West“, I love the Nightlife“) nicht ganz so gut wie klassischer Musicalstoff („Jekyll &amp; Hyde“). Einzig mit Elvis’ „Always on my mind“ kann er zum Ende der Show sein Können zeigen.</p>
<p>Erwin Windegger schlüpft in die sehr gut passenden Kleider des Transvestiten Bernadette, die gleich zu Beginn den Verlust ihres Mannes Trumpet zu beklagen hat. So schräg und überzogen die Beerdigungsszene anmutet, so stilvoll leidend beherrscht Bernadette die Szenerie. Man kann sich keine bessere Besetzung für diese Rolle vorstellen als Windegger – auch gesanglich setzt er an diesem Abend Maßstäbe. Sein „I will survive“ sorgt für ausgiebigen Szenenapplaus.</p>
<p>Der dritte im Bunde ist Terry Alfaro als Adam, der in Habitus und Sprache dem filmischen Original sehr nahe kommt. Einerseits ist er zuckersüß wie ein Welpe, der nur spielen will, andererseits ist er sehr körperbewusst und sexgetrieben, was nicht selten zu brenzligen Situationen führt. Der Zickenalarm zwischen Adam alias Felicia und Bernadette ist gut dosiert und lässt die Vermutung zu, dass sich die beiden im Grund doch sehr sympathisch sind.</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-2165 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/12/1513268197_x_201712priscillagenegf47-400x252.jpg" alt="" width="400" height="252" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/12/1513268197_x_201712priscillagenegf47-400x252.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/12/1513268197_x_201712priscillagenegf47-768x484.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/12/1513268197_x_201712priscillagenegf47.jpg 999w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Namensgebend ist natürlich auch hier der zunächst noch mausgraue Bus „Priscilla“, der mit einem überdimensionalen, pink glitzernden Stöckelschuh auf dem Dach vom Publikum schon fast frenetisch bejubelt wird. Erst im Verlauf des Abends bekommt der Bus seinen rosa Anstrich. Diese Verwandlung ist bühnentechnisch sehr schön gelöst.</p>
<p>Flankiert werden die „drei Pimmel im Fummel am Himmel“ (einer der deftigen Sprüche aus der Show) von drei Diven (Jessica Kessler, Amber Schoop, Dorina Garuci), die mal mit Engelsflügen ausstaffiert den Bus erklimmen, mal mit Cindy Lauper Gedenkfrisur popmusikalisches Beiwerk sind.</p>
<p>Wesentlich mehr in Erinnerung bleibt da Angelika Sedlmeier als Sophie, die von Bernadette als Vokuhila-Fee tituliert wird und sich noch den Ratschlag anhören muss, „sich den Tampon anzuzünden, um die Muschi damit in die Luft zu jagen, denn das wird der einzige Bums sein, den sie in diesem Leben noch haben wird.“ Eine herausragende Szene! Sedlmeier gibt aber auch ein besonders ekliges Exemplar Western-Frau ab, der man nicht im Dunkeln auf der Straße begegnen möchte.</p>
<p>Sympathiepunkte sammelt auch Frank Berg als Mechaniker Bob. Von seiner Hilfsbereitschaft und seinem komplett wertfreien Umgang mit den drei Paradiesvögeln aus Sydney kann sich manch einer gern eine Scheibe abschneiden. Bobs Frau Cynthia (überragend gespielt von Marides Lazo) scheint dem Alkohol sehr zugetan und erfreut mit ihrer sehr besonderen Form der „Pop“-Musik die Herren im Dorf über alle Maßen. Doch Bob fühlt sich mehr und mehr zu Bernadette hingezogen. Die aufblühende Zuneigung der beiden, das anfängliche Zögern Bernadettes, das liebevolle Werben Bobs – all dies ist mit viel Fingerspitzengefühl inszeniert und wird von beiden Darstellern nicht weniger gefühlvoll über die Rampe gebracht.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2160 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/12/1513100219_x_201712priscillahp1kf70-400x263.jpg" alt="" width="400" height="263" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/12/1513100219_x_201712priscillahp1kf70-400x263.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/12/1513100219_x_201712priscillahp1kf70-768x505.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2017/12/1513100219_x_201712priscillahp1kf70.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Gil Mehmert versteht sich sehr auf die Ausarbeitung der Charaktere, die im Mittelpunkt stehen. An seiner Personenregie gibt es nichts zu kritisieren. Die Show funktioniert von der ersten Minute an, in der Otto-Normal-Staatstheater-Abokunde erlebt, wie eine echte Travestieshow „aussieht“, über den Auftakt vom zweiten Akt, in dem acht Zuschauer auf der Bühne ihre Tanz- und Lassokünste unter Beweis stellen dürfen, bis hin zur Fast Forward Show in Alice Springs, in der Kostüme und Hits fast im Minutentakt gewechselt werden, und dem wunderschönen Finale, in dem der achtjährige Benji seinem Papa Tick völlig selbstverständlich sagt, dass natürlich auch sein Freund mit ihnen gemeinsam im Haus leben kann.</p>
<p>Melissa King passt ihre Choreographien der jeweiligen Umgebung perfekt an. Ob nun Travestieshow, Square Dance in Broken Hills, Rollschuh-Einlage mit bunten Schirmen oder der Bierbank-Einschüchterungs-Tanz der männlichen Dorfbewohner als sie feststellen, dass die verführerische Felicia ein Mann ist &#8211; jede Choreographie ist anders, keine langweilig und man guckt dem Ensemble gern zu.</p>
<p>„Priscilla“ ist deftig und nimmt kein Blatt vor den Mund. Michael Alexander Rinz hat hier bei der Adaption keine Scheu gezeigt und nennt die Dinge schonungslos beim Namen. Das ist einerseits sehr erfrischend und führt zu Szenenapplaus, anderseits dürften einige ob der klaren Ansagen, die von der Bühne geschmettert werden, sicherlich auch verschämt oder betreten zu Boden schauen, ,.</p>
<p>Der einzige Wermutstropfen an diesem Abend ist die Tontechnik, die mehrfach durch nicht offene Mikros, zu leise Mikros, zu laute Musik im Vergleich zum Gesang o. ä. aktiv ins Geschehen eingreift, was nicht gerade zum Gesamtgenuss beiträgt.</p>
<p>Doch die Mehrheit des Publikums ist begeistert und spendet langen Applaus am Ende der knapp zweieinhalbstündigen Show. Cast &amp; Creatives von „Priscilla“ haben sich diese Anerkennung redlich verdient. Es ist eine Gute-Laune-Show, in der das ein oder andere ernste Thema angeschnitten wird, ohne diese zu sehr in den Vordergrund zu zerren. Und so verlässt man das frisch renovierte Staatstheater am Gärtnerplatz mit einigem Redebedarf und guter Popmusik im Ohr.</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span></p>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Staatstheater am Gärtnerplatz, München</span><br />
<span class="Bold" style="color: #000080;"> <strong>Besuchte Vorstellung:</strong> 16. Dezember 2017</span></div>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><span class="Bold"><strong>Darsteller: </strong></span>Armin Kahl, Erwin Windegger, Terry Alfaro, Frank Berg, Angelika Sedlmeier, Tanja Schön, Marides Lazo, Jessica Kessler, Amber Schoop, Dorina Garuci</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Regie / Choreographie:</span></strong> Gil Mehmert / Melissa King</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Marie-Laure Briane<br />
</span></div>
</div>
</div>
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		<title>Gefährliche Liebschaften</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/gefaehrliche-liebschaften/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 25 Jun 2016 20:05:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[CDs]]></category>
		<category><![CDATA[Anna Montanaro]]></category>
		<category><![CDATA[Armin Kahl]]></category>
		<category><![CDATA[Gefährliche Liebschaften]]></category>
		<category><![CDATA[Julia Klotz]]></category>
		<category><![CDATA[Marc Schubring]]></category>
		<category><![CDATA[Wolfgang Adenberg]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Marc Schubring und Wolfgang Adenberg beherrschen die komplette Bandbreite des Musicals. Weder thematisch noch musikalisch lässt sich das Team festlegen. Das haben sie schon früh mit ihrem Familienmusical „Emil und die Detektive“ bewiesen. Zu ihren bekanntesten Stücken gehörten in den letzten Jahren „Moulin Rouge Story“ und „Zum Sterben schön“. Dass sie auch komplexe Stoffe nicht ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Marc Schubring und Wolfgang Adenberg beherrschen die komplette Bandbreite des Musicals. Weder thematisch noch musikalisch lässt sich das Team festlegen. Das haben sie schon früh mit ihrem Familienmusical „Emil und die Detektive“ bewiesen. Zu ihren bekanntesten Stücken gehörten in den letzten Jahren „<span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" href="http://www.musicals-online.com/?p=1471">Moulin Rouge Story</a></span>“ und „<span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" href="http://www.musicals-online.com/?p=1538">Zum Sterben schön</a></span>“.</p>
<p>Dass sie auch komplexe Stoffe nicht scheuen und gekonnt für die Musicalbühne adaptieren, zeigt „Gefährliche Liebschaften“, welches sie im Auftrag des Staatstheaters am Gärtnerplatz (München) schrieben und für das sie beim Deutschen Musical Theater Preis 2015 fünf Trophäen (u. a. für „Bestes Musical“ und „Beste Musik“) erhielten.</p>
<p>Die Handlung ist dank der Hollywood-Verfilmung mit Glenn Close und John Malkovich (1988) einem breiten Publikum hinlänglich bekannt. Von einer zusammengefassten oder gekürzten Bühnenversion kann man im Fall von Schubrings und Adenbergs Werk nicht sprechen. Die beiden CDs dieser Live-Aufnahme enthalten 44 Songs und man vermisst keine Sekunde der abwechslungsreichen Geschichte der Marquise de Merteuil, des Vicomte de Valmont und Madame de Tourvel.</p>
<p>Auffällig sind die vielen Dialoge, welche die – immer musikalisch untermalt – Beziehungen zwischen den Charakteren um ein Vielfaches deutlicher machen als es einzelne Schwerpunkt-Songs könnten. Beim ersten Anhören kann das viele „Gerede“ durchaus irritieren, doch im Hinblick auf die Entwicklung des Geschehens ist es sehr hilfreich.</p>
<p>Schubring wird mit seinen Kompositionen der dramatischen Handlung genauso gerecht wie den romantisch-verspielten Passagen. Der scheinbar spielerische Wechsel zwischen symphonischem Orchester und dem zarten, zerbrechlichen Klang einer einzelnen Geige hält den Spannungsbogen während des ganzen Abspielens aufrecht. Man kann die Veränderungen und teilweise schwierigen Entscheidungsprozesse der Protagonisten auch musikalisch gut nachvollziehen.</p>
<p>Adenbergs Texte sind stilsicher, und Zeit und Thema der Handlung angemessen ausgewählt. Das CD-Booklet ermöglicht es, jeden Songtext nachzulesen. Vielfach kann man erst so wirklich nachvollziehen, wie schwierig es sein muss, Text und Melodie in Einklang zu bringen.</p>
<p>Die Besetzung der Hauptdarsteller ist exzellent: Anna Montanaro als intrigante Marquise de Merteuil, Armin Kahl als verführerischer Vicomte de Valmont und Julia Klotz als hilflose Madame de Tourvel überzeugen durch pointierte stimmliche Anpassung. Allen gelingt es immer genau das richtige Gefühl zu transportieren – sowohl während der gesungenen Passagen als auch während der Dialoge. Gleiches gilt für Anja Haeseli und Florian Peters, die ihre Rollen als Cécile und Danceny mit viel jugendlichem Charme und Naivität interpretieren.</p>
<p>Einmal mehr macht die bloße CD neugierig und man möchte das Stück unbedingt live auf der Bühne sehen.</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
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		<title>Tolles Bühnenbild, großartiges Orchester und eine ungewöhnliche Besetzung</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/tolles-buehnenbild-grossartiges-orchester-und-eine-ungewoehnliche-besetzung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 17 Dec 2015 10:04:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2015]]></category>
		<category><![CDATA[Anja Gutgesell]]></category>
		<category><![CDATA[Armin Kahl]]></category>
		<category><![CDATA[Barbara Schöller]]></category>
		<category><![CDATA[Frank Wildhorn]]></category>
		<category><![CDATA[Ivan Alboresi]]></category>
		<category><![CDATA[Jekyll & Hyde]]></category>
		<category><![CDATA[Mainfranken Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Würzburg]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Frank Wildhorns düsteres Musical gehört nicht zum Standard-Repertoire deutscher Stadttheater. Doch es gibt immer wieder mutige Intendanten, die das Stück auf den Spielplan setzen – wohl wissend, dass es keine leichte Kost für ihre Abonnenten ist. Im Mainfranken Theater in Würzburg zeichnen Hermann Schneider (Intendant) und Christoph Blitt (Dramaturg) für diese Entscheidung verantwortlich. Die Regie ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div>
<div id="body_content">
<div class="text-content style_External_270_112">
<div class="style_2">Frank Wildhorns düsteres Musical gehört nicht zum Standard-Repertoire deutscher Stadttheater. Doch es gibt immer wieder mutige Intendanten, die das Stück auf den Spielplan setzen – wohl wissend, dass es keine leichte Kost für ihre Abonnenten ist. Im Mainfranken Theater in Würzburg zeichnen Hermann Schneider (Intendant) und Christoph Blitt (Dramaturg) für diese Entscheidung verantwortlich. Die Regie übernahm in Würzburg Ivan Alboresi.</div>
</div>
<div id="body_layer">
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<div class="text-content style_External_390_285">
<div class="style_3">
<p class="Body">Das erste Highlight ist akustischer Natur: Das Philharmonische Orchester Würzburg unter der Leitung von Sebastian Beckedorf zeigt schon bei der voluminösen Ouvertüre seine komplette Bandbreite und versetzt das Publikum in die richtige Stimmung.</p>
<p class="Body">„Jekyll &amp; Hyde“ lebt vom Spiel Gut gegen Böse. Entsprechend ist die große Bühne überwiegend in dunklen Tönen gehalten. Bernd Franke setzt das Licht überaus effektiv ein, um verschiedene Szenerien zu erzeugen. Dazu nutzt er Hubbühne, Spiegel- und Glaselemente sowie wenige Großkulissen, um den verschiedenen Spielorten eine zusätzliche Dramaturgie-Ebene zu geben.</p>
</div>
</div>
</div>
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<div class="text-content style_External_669_906">
<div class="style_3">
<p class="Body">Die volle Pracht der Kostüme bekommt das Publikum direkt nach der Eröffnungsszene zu sehen. Götz Lanzelot Fischer kleidet die Darsteller in zeitgemäßen Roben und Anzügen in gedeckten Farben. Während er hierbei viel Stil beweist, wirken die Kostüme der „Mädchen der Nacht“ eher plump und billig als sexy.</p>
<p class="Body">Eine große Anzahl an Darstellern auf der Bühne stellt die Regie immer wieder vor Herausforderungen. In Würzburg gelingt es jedoch gut, das Hausensemble, den Opernchor, die Ballettcompagnie und Komparserie des Mainfranken Theaters Würzburg in Einklang zu bringen. Die Darstellung der Zwei-Klassen-Gesellschaft mithilfe von Hubbühne, Kostümfarben und Licht ist exzellent. Schwächen werden in erster Linie während der choreographierten Sequenzen deutlich: Viele bewegen sich hölzern und wenig geschmeidig, was zum Stil von Wildhorns Musik so gar nicht passen möchte.</p>
<p class="Body">Dafür ist es umso mehr ein Genuss, wenn bei „Fassade“ oder „Mörder“ ein großes Ensemble zu hören ist. Dass man in Würzburg überwiegend klassische Stimmen hört und auch viele Soloparts von klassischen Sängern übernommen werden, ist gewöhnungsbedürftig. Einzelne haben zudem deutliche Probleme mit dem Tempo der Partitur und der deutschen Sprache. Doch die Protagonisten sind gut besetzt worden.</p>
<p class="Body">Für die Titelrolle wurde mit Armin Kahl ein erfahrener Musicaldarsteller als Gast engagiert, der genau weiß, worauf es bei dieser Rolle ankommt. Es gelingt ihm im gleichen Maß, tiefe Gefühle zu zeigen und diese gesanglich zu transportieren, als auch die Aggressivität und Bösartigkeit von Mr. Hyde über die Rampe zu bringen. Jekyll/ Hyde gehört nicht ohne Grund zu den anspruchsvollsten Rollen im Musicalbusiness. Der Darsteller muss nicht nur schauspielerisch von zärtlich bis gefährlich, von liebevoll bis mörderisch alle Facetten beherrschen, sondern auch stimmlich und gesanglich diese beiden Figuren so deutlich herausarbeiten können, dass das Publikum sie als einzelne Charaktere wahrnimmt.</p>
<p class="Body">Armin Kahl kann mit „Dies ist die Stunde“ das Publikum in seinen Bann ziehen. Die Verwandlung von Dr. Jekyll zu Mr. Hyde wird unter anderem durch sich ausbreitende Tattoos dargestellt. Zunächst nur auf einer Brust, breiten sich die Tribals Szene für Szene über den ganzen Oberkörper aus und in Videoeinblendungen wird klar, wohin dies führen wird.</p>
<p class="Body">Warum Kahl jedoch als Mr. Hyde mit der Körperhaltung des Glöckners von Notre Dame über die Bühne humpelt, bleibt fraglich. Denn auch ohne diesen verkrümmten Körper hat sein Spiel eine berückende Intensität und strahlt in jeder Sekunde höchste Gefahr aus.</p>
<p class="Body">Die „Konfrontation“ ist von Alboresi einmal mehr herausragend umgesetzt: Während im Hintergrund ein gigantischer, bedrohlicher Edward Hyde projiziert ist, singt Jekyll zu den darunter aufgereihten Opfern Hydes. Die Anspannung ist greifbar und die Auseinandersetzung von Kahl beklemmend authentisch umgesetzt.</p>
<p class="Body">Ein weiteres Highlight des Stücks ist das „Gefährliche Spiel“ von Hyde und Lucy. Leider ist die Szene etwas zu brav inszeniert, auch wenn Armin Kahl und Barbara Schöller (Lucy) gesanglich überzeugen können. Es mag aber auch daran liegen, dass Schöller das übliche Rollenalter deutlich übertrifft. Sie ist seit Jahren fest im Würzburger Ensemble engagiert und kann die Figur der Lucy stimmlich durchaus meistern. Doch es ist schon eher befremdlich, dass Lucy älter zu sein scheint als Hyde.</p>
<p class="Body">Gleiches gilt für Dr. Jekylls Verlobte Lisa: Wenn Anja Gutgesell am Arm von Sir Danvers die Bühne betritt, hält man sie zunächst für Lisas Mutter. Auch im Laufe des Stücks irritiert es immer wieder, dass Lisa kein junges Mädchen ist, sondern eine gestandene Frau. Nichtsdestoweniger gefällt Gutgesell mit dem sehr pur inszenierten „Wenn jemand wie Du“ und auch ihr selbstbewusstes Spiel überzeugt.</p>
<p class="Body">Das Zusammenspiel aller Gewerke im Mainfranken Theater ist bei „Jekyll &amp; Hyde“ gelungen. Das Orchester intoniert Wildhorns erfolgreiches Musical mit viel Energie. Alboresi schafft eine spannende, knisternde Atmosphäre und setzt die Titelfigur gekonnt in Szene. Auch der effektvolle Einsatz der technischen Möglichkeiten (Hubbühne, Videoprojektionen) macht diese Inszenierung sehenswert. Armin Kahl spielt Dr. Jekyll / Mr. Hyde mit vollem Einsatz und besticht nicht nur stimmlich, sondern vor allem durch seine gänsehautschaffende schauspielerische Intensität.</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
gekürzt <em>erschienen in <span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" title="http://www.musicals-magazin.de/" href="http://www.musicals-magazin.de/">musicals &#8211; Das Musicalmagazin</a></span></em></p>
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<div class="text-content style_External_270_124">
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Mainfranken Theater, Würzburg</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Besuchte Vorstellung: </span></strong><span class="Bold">15</span>. Dezember 2015</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Armin Kahl, Anja Gutgesell, Barbara Schöller </span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie / Musik:</span></strong> <span class="Bold">Ivan Alboresi / Frank Wildhorn<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Mainfranken Theater<br />
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