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	<title>Anke Fiedler-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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	<title>Anke Fiedler-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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		<title>Historisches Geschehen optisch beeindruckend, aber wenig nachhaltig inszeniert</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Aug 2019 19:44:20 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Der Name des Missionarserzbischof Bonifatius ist seit dem 8. Jahrhundert untrennbar mit Fulda verbunden, gründete er hier doch im Rahmen seiner erfolgreichen Missionsreisen das Kloster, dem der Ort seine Bekanntheit verdankt. 2004 wurde die Lebensgeschichte des Priesters im Fuldaer Schlosstheater als Musical von Dennis Martin (Musik) und Zeno Diegelmann (Buch) uraufgeführt. Seitdem gab es drei ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/historisches-geschehen-optisch-beeindruckend-aber-wenig-nachhaltig-inszeniert/">Historisches Geschehen optisch beeindruckend, aber wenig nachhaltig inszeniert</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der Name des Missionarserzbischof Bonifatius ist seit dem 8. Jahrhundert untrennbar mit Fulda verbunden, gründete er hier doch im Rahmen seiner erfolgreichen Missionsreisen das Kloster, dem der Ort seine Bekanntheit verdankt.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-2600 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/08/bonifatius-dom-fulda-289x400.jpg" alt="" width="289" height="400" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/08/bonifatius-dom-fulda-289x400.jpg 289w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/08/bonifatius-dom-fulda.jpg 578w" sizes="(max-width: 289px) 100vw, 289px" />2004 wurde die Lebensgeschichte des Priesters im Fuldaer Schlosstheater als Musical von Dennis Martin (Musik) und Zeno Diegelmann (Buch) uraufgeführt. Seitdem gab es drei sehr erfolgreiche Wiederaufnahmen sowie zwei mäßig lukrative Ausflüge nach Bremen und Erfurt.</p>
<p>Im Sommer 2019 wurde anlässlich des 1275. Stadtjubiläums eine allein schon nach Zahlen beeindruckende Neu-Inszenierung zur Aufführung gebracht: eine 56m breite Bühne vor dem Fuldaer Dom, 27 Darsteller inklusive Reinhard Brussmann in der Titelrolle, 130 Chormitglieder und ein mehr als 50-köpfiges Orchester unter der Leitung von Inga Hilsberg.</p>
<p>Die große angestellte Rundbühne ermöglicht auf allen 4.300 Plätzen eine gute Sicht auf das Geschehen. Warum jedoch auf den beiden riesigen Leinwänden lediglich Formen und Muster eingeblendet werden und die Gelegenheit verschenkt wird, das Geschehen auf der Bühne mit der Kamera zu begleiten und so intensiver für das Publikum zu machen, ist unverständlich.</p>
<p>Stefan Huber hat das Stück dramaturgisch komplett neu angelegt, während Martin auch viele Arrangements überarbeitet hat.</p>
<p>Leider fehlt es der neuen Fassung am Mystischen – sowohl in der Handlung als auch musikalisch. Vieles wird plakativer dargestellt und gefälliger intoniert, aber genau dadurch geht dem Stück sehr viel Charakter verloren.</p>
<p>Der „Codex Ragyndrudis“, in dem die wahre Geschichte des Bonifatius niedergeschrieben ist, wird aus dem Dom gestohlen. Die Protagonisten dieses Auftakthandlung erkennt man in der Folge auch allesamt in den historischen Szenen wieder.</p>
<p>Zeitsprung: Bruder Willibald soll die Chronik des berühmten Priesters schreiben und sucht seine Inspiration in ebendiesem Codex. Es wird geschildert, wie Bonifatius aus England über Frankreich nach Germanien kommt, um die weitgehend heidnische Bevölkerung zum christlichen Glauben zu bekehren. Das Publikum erlebt die Feindschaft zwischen Radbod und Bonifatius, das sagenumwobene Fällen der Donareiche, den Neid des Mainzer Bischofs auf Bonifatius‘ Erfolg, den päpstlichen Segen für die Arbeit des Missionars und schlussendlich den durch eine Intrige herbeigeführten Tod.</p>
<p>Reinhard Brussmann hat die Titelrolle schon vor 15 Jahren verkörpert. Seine imposante Erscheinung und sein berührendes Spiel machen ihn zu einer idealen Besetzung für diese ehrwürdige historische Figur. Leider kann er in der besuchten Vorstellung gesanglich die Erwartungen nicht erfüllen, trifft hohe Partien nicht und kann lange Töne nicht halten. Dadurch verlieren Songs wie „Gib mir Kraft“ und „Ein Leben lang“ immens an Wirkung.</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-2599 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/08/bonifatius-alrun-sturmius-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/08/bonifatius-alrun-sturmius-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/08/bonifatius-alrun-sturmius-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/08/bonifatius-alrun-sturmius.jpg 800w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Friedrich Rau, seit Jahren fester Bestandteil der Fuldaer Inszenierungen der spotlight musicals GmbH, gibt Bonifatius‘ neugierigen Schüler Sturmius. Er spielt sehr sympathisch, kann Sturmius‘ Interesse am Christentum genauso glaubhaft über die Rampe bringen wie die Verliebtheit in Alrun und die daraus resultierenden Zweifel an seinem eigentlich geplanten Lebensweg. „Wenn das wirklich Liebe ist“ mit Alrun gehört zu den schönsten Songs des Abends. Auch das Requiem Abendrot nach Bonifatius’s Tod ist sehr gefühlvoll.</p>
<p>Besagte Alrun, die mit ihrem Bruder Luidger in Fulda lebt als Bonifatius mit seinem Gefolge dort eintrifft, wird von Judith Jandl gespielt. Da Sabrina Weckerlin ihr Engagement krankheitsbedingt nicht erfüllen konnte, stehen große Schuhe für Jandl bereit. Doch sie braucht sich nicht zu verstecken. Sie spielt burschikos und feminin und erreicht mit ihrer kraftvollen Rockröhre auch die letzte Reihe in vollem Umfang. „Wann trägt der Wind mich fort“ ist der Showstopper, den die „Bonifatius“-erfahrenen Zuschauer erwarten. Absolut beeindruckend!</p>
<p>Radbod und Gewilip, die beiden erklärten Widersacher Bonifatius‘, bleiben in der Neu-Inszenierung eher blass. Dabei sind Andreas Lichtenberger (Radbod) und Frank Winkels (Bischof Gewilip) nun beileibe nicht dafür bekannt, dass sie sich unter Wert verkaufen. Doch Radbod erscheint eigentlich nur in zwei Szenen und Gewilips nicht wirklich christlicher Lebenswandel ist im Vergleich zur Uraufführung sehr brav und angepasst.</p>
<p>Beide versuchen, das Beste aus den zusammengestrichenen Rollen zu machen, aber es bleibt bedauerlich, dass diese beiden durchaus spannenden Charaktere so wenig Gewicht erhalten haben.</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-2601 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/08/bonifatius-gewilip-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/08/bonifatius-gewilip-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/08/bonifatius-gewilip-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/08/bonifatius-gewilip.jpg 800w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Nicht unerwähnt lassen sollte man Karsten Kenzel als Luidger und Anke Fiedler als Lioba. Beide haben starke Momente und bleiben in Erinnerung: Kenzel für Luidgers überzeugend dargebotene Treue zu Bonifatius und die Liebe zu dessen Schwester, Fiedler für ihre poppige Einlage, die doch sehr an „Sister Act“ erinnert. Der Song passt zwar nicht so recht zum Rest der Show, ist aber in sich stimmig und sorgt für gute Laune.</p>
<p>Okarina Peter hat über weite Strecken stilistisch treffsichere Kostüme erschaffen, warum sie jedoch die Bischofsroben von Gewilip <u>und</u> Bonifatius aus schillerndem Rotglitzerstoff geschneidert hat, ist fragwürdig.</p>
<p>Sehr gelungen dagegen ist die Einbindung der Domfassade als Projektionsfläche. Hier hat die Technikfirma „Satis&amp;Fy“ mit Timo Dentler (Bühnenbild) großartige Arbeit geleistet. Eine solche „Großkulisse“ lenkt gemeinhin vom Geschehen auf der Bühne ab. Dies ist auch hier der Fall, doch die Projektionen entschädigen dafür, dass die Leinwände am Bühnenportal weitgehend nutzlos bleiben.</p>
<p>Ein szenisch beeindruckender Effekt ist jedoch das Fällen der Donareiche. Hier greifen Bühne und Licht perfekt ineinander.</p>
<p>Insgesamt scheint es so als wollte man mit purer Masse (große Bühne, viele Menschen auf der Bühne, große „Hintergrundkulisse) diesem Musical zu mehr Intensität verhelfen. Doch manchmal ist weniger mehr.</p>
<p>„Bonifatius“ ist kein Massenmusical. Der misslungene Versuch, das Publikum bei „Das Salz der Erde“ zum Mitklatschen zu bewegen, zeigt, dass der Funke nicht überspringt. Auch der Chor, der trotz zahlreich vorhandener Möglichkeiten nur sehr dosiert und hintergründig zum Einsatz kommt, verfehlt so seine Wirkung.</p>
<p>„Bonifatius“ in seiner ursprünglichen Fassung hat für Gänsehaut und Tränen in den Augen gesorgt. Man hat mit den Protagonisten mitgelitten. Durch die leider eher an der Oberfläche bleibende Personenregie, wird auch hier Potential verschenkt und das Publikum strömt nach der Vorstellung, ohne groß berührt worden zu sein, in Scharen davon.</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span></p>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Domplatz Fulda</span><br />
<span class="Bold" style="color: #000080;"> <strong>Besuchte Vorstellung:</strong> 24. August 2019</span></div>
<div class="style_3"><span class="Bold" style="color: #000080;"><strong>Darsteller: </strong><span class="ce-uploads-description">Reinhard Brussmann, Friedrich Rau, Judith Jandl, Anke Fiedler, Andreas Lichtenberger, Frank Winkels, Karsten Kenzel</span> </span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie / Musik: </span></strong>Stefan Huber / Dennis Martin</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> spotlight musicals GmbH<br />
</span></div>
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		<title>Legendärer Historienstoff vortrefflich vermusicalt</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/legendaerer-historienstoff-vortrefflich-vermusicalt/</link>
		
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		<pubDate>Mon, 09 Jul 2018 05:49:02 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2018]]></category>
		<category><![CDATA[Anke Fiedler]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ausgehend von der Krönung von Papst Joannes Anglicus wird rückblickend die Lebensgeschichte von Johanna erzählt, die schon direkt nach ihrer Geburt vom Vater als Wechselbalg bezeichnet wird. Heimlich lehrt die Mutter Johanna lesen und schreiben, was im 9. Jahrhundert n. Chr. alles andere als angebracht war für ein Mädchen. Zudem bringt sie ihrer Tochter bei, ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Ausgehend von der Krönung von Papst Joannes Anglicus wird rückblickend die Lebensgeschichte von Johanna erzählt, die schon direkt nach ihrer Geburt vom Vater als Wechselbalg bezeichnet wird.<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-2269 size-medium" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/07/Bild7-e1531720385196-400x283.jpg" alt="" width="400" height="283" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/07/Bild7-e1531720385196-400x283.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/07/Bild7-e1531720385196.jpg 768w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" /></p>
<p>Heimlich lehrt die Mutter Johanna lesen und schreiben, was im 9. Jahrhundert n. Chr. alles andere als angebracht war für ein Mädchen. Zudem bringt sie ihrer Tochter bei, dass es neben dem katholischen Glauben noch andere Glaubensformen und Götter gibt, wie bspw. den germanischen Göttervater Odin.</p>
<p>Johannas Selbstständigkeit und ihr ausgeprägter Wissensdrang führen dazu, dass Aeskulapius, der eigentlich ihren Bruder auf die Klosterschule in Dorstadt mitnehmen möchte, auf sie aufmerksam wird. Als der Vater seine Zustimmung verweigert, dass auch Johanna mit auf die Klosterschule geht, laufen die Kinder nachts von zuhause weg. Gemeinsam gehen sie auf die Klosterschule und Johanna wird zum Schützling von Markgraf Gerold, der sie vor allen Anfeindungen durch die Klosterbrüder bewahrt.</p>
<p>Nach einem Normannenangriff, dem außer Johanna alle im Kloster zum Opfer fallen, sieht sie ihre einzige Chance darin, sich fortan als Mann zu verkleiden und geht als Mönch ins Kloster Fulda. Auch dort macht sie sich jedoch schnell Feinde, denn entgegen der katholischen Vorgaben beschäftigt sie sich intensiv mit den Schriften von Hippokrates und wendet dessen Heilungsmethoden erfolgreich an.</p>
<p>Doch genau diese Heilungskünste ebnen ihr den weg nach Rom, wo sie schon nach kurzer Zeit zum Leibarzt des Papstes wird.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2263 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/07/19-die-paepstin-das-musical-2018-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/07/19-die-paepstin-das-musical-2018-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/07/19-die-paepstin-das-musical-2018-768x513.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/07/19-die-paepstin-das-musical-2018.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Sie, von der natürlich in Rom (außer Aeskulapius) keiner ahnt, dass sie eine Frau ist, erfreut sich ob ihres medizinischen Fachwissens großer Beliebtheit beim Volk. Als nach der Vergiftung ein neuer Papst gewählt wird, fällt die Wahl der Kardinäle auf sie. Am Ziel ihrer Träume angekommen, muss Johanna, gekrönt als Papst Joannes Anglicus, lernen, dass ihre Liebe zu Gerold und ihre Schwangerschaft sich nicht verheimlichen lassen. In einem dramatischen Finale erleidet Johanna eine Fehlgeburt vor den Augen der römischen Bürger, die sie selbst nicht überlebt.</p>
<p>Diese dem Reich der Mythologie entstammende Geschichte erlaubt viel Spielraum für Intrigen, und auch tiefe Gefühle – ob nun Liebe oder Hass – sind unumgänglich. Eine wahre Fundgrube für jeden Musicalautor! Dennis Martin (Musik), Peter Scholz (Produktion), Christoph Jilo (Dramaturgie) sowie Stanislav Moša (Regie) konnten für ihre Inszenierung, die in diesem Jahr zum zweiten Mal in Fulda gezeigt wurde, aus dem Vollen schöpfen.</p>
<p>Die wandelbare Drehbühne (Christopher Weyers) kommt dann auch entsprechend pompös daher. Ob römischer Säulengang, die ärmliche Hütte von Johannas Eltern, die Klosterschule, ein Bordell oder die päpstlichen Gemächer – mit wenigen zusätzlichen Großkulissen und den Treppenelementen lässt sich alles im „Handumdrehen“ glaubwürdig auf die Bühne bringen.<img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2271 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/07/Paep_06-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/07/Paep_06-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/07/Paep_06-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/07/Paep_06.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" /></p>
<p>Etwas unnötig sind die Projektionen auf die Leinwand im Hintergrund der Großkulisse. Man sieht zum einen nicht viel davon, zum anderen gibt es immer mal wieder Fehlermeldungen, die davon zeugen, dass das verwendete System wohl noch nicht ganz ausgegoren ist.</p>
<p>Musikalisch bekommt das Publikum dank zusätzlicher Halbplaybacks vom Band einen fulminanten Sound geboten. Damit wird auch die vierte Reprise von „Wechselbalg“ nicht langweilig. Dennis Martins hat den Schwerpunkt ganz klar auf die Soli und Duette der Protagonisten gelegt. Ensemblenummern wie „Im Namen des Herrn“ oder „Jahrmarkt in St. Deny“ sind zwar lustig, aber mehr als Füllmaterial sind sie am Ende nicht.</p>
<p>Hingegen hat „Wehrlos, machtlos“, das Liebesduett von Johanna und Gerold im ersten Akt, das Zeug zu einem über die Grenzen dieses Stücks hinaus bekannten Musicalhit. Das liegt aber auch daran, dass Sabrina Weckerlin und Mark Seibert hierfür schlicht die ideale Besetzung sind. Ihre Stimmen harmonieren perfekt.</p>
<p>Die großartige Besetzung ist es auch, die „Die Päpstin“ so sehenswert macht.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2265 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/07/35-die-paepstin-das-musical-2018-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/07/35-die-paepstin-das-musical-2018-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/07/35-die-paepstin-das-musical-2018-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/07/35-die-paepstin-das-musical-2018.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Sabrina Weckerlin ist die Rolle der Johanna auf den Leib geschrieben. Sie ist in jeder Sekunde präsent, man leidet mit ihr, erlebt ihre Zweifel, aufkeimenden Gefühle für Gerold und Trauer um den verlorenen Bruder hautnah mit. Gesanglich ist sie über jeden Zweifel erhaben. Ihre Bandbreite reicht von gefühlvoller Ballade bis hin zu kraftvollen Rocknummern und sie überzeugt mit jedem einzelnen Song. „Allein“ ist ein Beispiel dafür, wie sie alle Zuschauer allein mit ihrer Stimme in ihren Bann zieht.</p>
<p>Doch auch Mark Seibert als Markgraf Gerold darf sowohl seine gefühlvolle als auch seine kämpferische Seite zeigen. Besonders schön war sein (geplanter?) Versprecher „Ich werde Wien &#8230; äh Rom noch heute verlassen!“. Die Zuschauer, die Seibert noch aus „Elisabeth“ oder „Mozart!“ kennen, hatten hier hörbar ihren Spaß!</p>
<p>Reinhard Brussmann ist das personifizierte Gewissen. Als Aeskulapius ist er Erzähler und Johannas Mentor gleichermaßen. Er hilft dem Publikum das Geschehen historisch einzuordnen und passt auf, dass Johanna nicht zu schaden kommt. Sein warmer Bariton geht unter die Haut.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2264 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/07/20-die-paepstin-das-musical-2018-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/07/20-die-paepstin-das-musical-2018-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/07/20-die-paepstin-das-musical-2018-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/07/20-die-paepstin-das-musical-2018.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Die Rolle des Fieslings Anastasius hat Christian Schöne übernommen. Anastasius ist ein durch und durch machtbesessener, missgünstiger und neidischer Mensch, der Johannas Erfolg an der Klosterschule genauso missachtet wie ihren steilen Aufstieg in Rom bis zum Papst Joannes Anglicus – auch wenn er bis kurz vor Schluss nicht ahnt, dass diese beiden Widersacher ein und dieselbe Person sind. Angetrieben von seinem Vater Arsenius (Daniele Nonnis) setzt er alles daran, selbst Papst zu werden, was ihm zeitlebens nicht gelingen wird. Schöne verleiht diesem unangenehmen Charakter sehr viel Glaubwürdigkeit und bildet einen guten Gegenpart zu Weckerlins sanfter, aber nicht minder gewinnender Ausstrahlung. Nonnis ist als machtverwöhnter Vater Arsenius ebenfalls sehr überzeugend und hat seinen Sohn sehr gut im Griff (bis dieser ihn aus eigenem Machtdurst umbringt).</p>
<p>Lutz Standop darf als Bischof Fulgentius und Prior Rabanus seine Wandlungsfähigkeit zeigen. Als vulgärer Bischoff und noch viel mehr als warmherziger Prior weiß er zu überzeugen. Ihm kommt auch die Rolle zu, Johanna einmal mehr vor den Anfeindungen ihres Umfeldes zu schützen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2266 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/07/40-die-paepstin-das-musical-2018-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/07/40-die-paepstin-das-musical-2018-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2018/07/40-die-paepstin-das-musical-2018.jpg 730w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Ein weiteres Highlight dieser Cast ist Anke Fiedler als Johannas Mutter sowie „Cesarin von Rom“, die mit ihrem Bordell so manche politische Entscheidung gewinnbringend für sich genutzt hat. Auch sie hat eigentlich nur ein Solo je Figur, legt hier aber soviel Energie hinein, dass sie das Publikum begeistert.</p>
<p>Am Ende sind es 5-6 Songs und 3-4 Protagonisten, die die gesamte Energie dieses Stücks transportieren und die Charaktere musikalisch beschreiben. Das ist schade für die anderen Darsteller, denn immerhin mühen sich hier mehr als 30 Künstler ab. Sie versuchen, die Lebensfreude und Ablehnung der Bevölkerung rund um Johanna in ihren verschiedenen Lebenslagen auszudrücken und geben ihr bestes, die Choreographien von Julia Poulet umzusetzen, was leider jedoch regelmäßig durch verpasste Einsätze misslingt.</p>
<p>Auch Stanislav Moša verleiht dem Stück nicht den erforderlichen Zusammenhalt. Es wäre wünschenswert, die Szenen zwischen den großen Duellen und Duetten von Johanna und Gerold oder Gerold und Anastasius mit Sinnhaftigkeit zu füllen. Die etwas planlos durch die Luft fliegenden Raben oder der an den „Zigeunerball“ im „Glöckner von Notre-Dame“ erinnernde „Jahrmarkt in St. Deny“ sind nur zwei Beispiele dafür, dass Buch und Regie deutliche Schwächen aufweisen.</p>
<p>Dennoch wird das Publikum durch „Die Päpstin“ sehr gut unterhalten, denn dramatische Stoffe mit charismatischen Hauptfiguren funktionieren – wie nicht zuletzt der Erfolg von „Elisabeth“ belegt. Und zumindest was die Songs der Titelfigur und deren Besetzung angeht, hat das Kreativteam in Fulda alles richtig gemacht.</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
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<div class="text-content style_External_270_124">
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Schloßtheater Fulda</span><br />
<span class="Bold" style="color: #000080;"><strong>Besuchte Vorstellung:</strong> 7. Juli 2018</span></div>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><span class="Bold"><strong>Darsteller: </strong>Sabrina Weckerlin, Mark Seibert, Reinhard Brussmann, Anke Fiedler, Lutz Standop, Christian Schöne</span></span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie / Musik:</span></strong> Stanislav Moša / Dennis Martin</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Spotlight Musicals<br />
</span></div>
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