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	<title>Andreas Wolfram-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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	<title>Andreas Wolfram-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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		<title>Ein farbenfrohes Spektakel frei nach Noah Gordon</title>
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		<pubDate>Sun, 14 Aug 2016 11:14:46 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Noah Gordon hat mit dem „Medicus“ 1986 sein Meisterstück abgeliefert. Dieses epochale Werk der Literatur wirkt allein ob seiner Seitenanzahl schon abschreckend. Umso beachtlicher ist es, dass sich eine kleine Produktionsfirma daran wagt, diesen Stoff auf eine Musicalbühne zu bringen. Dennis Martin (Musik und Text) orientiert sich grob an der Romanvorlage, vermischt diese mit frei ...</p>
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<p>Noah Gordon hat mit dem „Medicus“ 1986 sein Meisterstück abgeliefert. Dieses epochale Werk der Literatur wirkt allein ob seiner Seitenanzahl schon abschreckend. Umso beachtlicher ist es, dass sich eine kleine Produktionsfirma daran wagt, diesen Stoff auf eine Musicalbühne zu bringen.</p>
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<div class="style_2">
<p class="Body">Dennis Martin (Musik und Text) orientiert sich grob an der Romanvorlage, vermischt diese mit frei erfundenen Sequenzen aus Philipp Stölzls Film (2013) und kreiert damit schlussendlich ein buntes, charakterstarkes Bühnenfeuerwerk, in dem alle Gewerke ein gelungenes Gesamtkunstwerk ergeben.</p>
<p class="Body">Unterstützung holt sich Martin von Marian Lux (Musik) sowie Wolfgang Adenberg und Christoph Jilo (Texte). Gemeinsam gelingt es ihnen, die lange, verschachtelte Handlung kurzweilig und unterhaltsam auf die Bühne zu bringen.</p>
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<p class="Body">Wie rau der Umgang im England des beginnenden 11. Jahrhunderts untereinander war, zeigt das Ensemble eindrucksvoll in „Die Zeiten sind hart“. Die Ellenbogengesellschaft spiegelt sich in Kim Duddys moderner, abwechslungsreicher Choreographie wider. Teile des Ensembles rotten sich tänzerisch immer wieder gegen andere zusammen; der Klassenkampf ist allgegenwärtig. Und mittendrin der kleine Rob, der nicht weiß wie er nach dem Tod des Vaters als einziger „Mann“ im Haus seine Mutter und Schwestern versorgen soll.</p>
<p class="Body">Als seine Mutter an der Seitenkrankheit (heute Appendizitis oder Blinddarmentzündung genannt) stirbt, nimmt sich ein Bader des kleinen Jungen an und schürt in ihm den Drang, Krankheiten heilen zu wollen. Robs besondere Gabe, mit seinen Händen den bevorstehenden Tod seines Gegenübers spüren zu können, nutzt der Bader für seine Zwecke aus. „Für Leib und Seele“ ist ein in sich stimmiger Song, kompositorisch vielleicht etwas zu glatt, doch die Texte funktionieren sehr gut und das durchtriebene Wesen des Baders kommt klar zum Vorschein.</p>
<p class="Body">Der Wechsel vom Kind Rob zum Erwachsenen gelingt inszenatorisch sehr gut. Robs Neugierde und Wissensdrang treiben ihn weg vom Bader. „Ich muss es tun“ erinnert vage an Frank Wildhorns „Jekyll &amp; Hyde“, passt aber gut zu Robs Ambitionen, die Heilkunst zu studieren und England den Rücken zu kehren. Der Bader unterstützt ihn in seinen Ambitionen und empfiehlt ihm einen jüdischen Medicus namens Ibn Sina, der im persischen Isfahan an der Madrassa menschliche Heilkunst lehrt.</p>
<p class="Body">Auch „Das ist mein Weg“ ist poppig und eingängig, doch melodisch einmal mehr zu glattgeschliffen. Was hier allerdings störend auffällt, ist der große Anteil Hall, den man unter die Stimmt von Friedrich Rau (Rob) gelegt hat. Es klingt so, als würde er in einer Kirche singen, was sich auch bei Sabrina Weckerlins (Mary) Soli wiederholt. Hier wäre weniger eindeutig mehr gewesen.</p>
<p class="Body">Auf seiner Reise gen Süden strandet Rob wetterbedingt in einem kleinen Dorf, in dem sich nach und nach alle versammeln, die nach Persien weiterziehen wollen. „Wir stecken fest in diesem Nest“ ist ein überaus fröhliches, interkulturelles Wehklagen aller Anwesenden, das mit seinen jüdischen, irischen und poppigen Klangelementen und den mitreißenden, modernen Choreographien trotz der frustrierenden Situation der Protagonisten für jede Menge guter Laune im Publikum sorgt.</p>
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<div>Die Reprise des Songs in Slow-Motion überzeugt ebenfalls durch eine sehr akzentuierte, sauber getanzte Choreographie.</div>
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<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="alignright" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Der_Medicus_2016_files/shapeimage_3.png" alt="" width="305" height="377" />Rob und Mary verlieben sich schon bei ihrem ersten Treffen und genießen die Zeit zu Zweit. So schön „Kilmarnock“ (Mary Solo, in dem sie sich an ihre schottische Heimat erinnert) ist, so banal kommt das Trennungsduett der beiden Liebenden daher als feststeht, dass Rob seinen Plan, ein Medicus zu werden, weiterverfolgen und nicht mit Mary und ihrem Vater nach Schottland zurückkehren wird.</p>
<p>Der Kulissenwechsel vom Balkan zur Silhouette Isfahans ist sehr gelungen, da man den Sandsturm, durch den Rob sich durchkämpft, nutzt, um die Bühne komplett umzugestalten und in eine andere, farbenfrohere Welt zu tauchen.</p>
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<p class="Body">Die Aussage „Unter diesem Dach lebt das Wissen der Welt“ ist zwar ein wenig pathetisch, doch es entspricht der Wahrheit, dass die Wissenschaft in Persien zu der damaligen Zeit deutlich fortgeschrittener war und man intensiver forschte als in England.</p>
<p class="Body">Um an der Madrassa studieren zu können, muss sich Rob als Jude verkleiden und nimmt mit „Jesse ben Benjamin“ einen neuen Namen an. Er macht große Fortschritte und findet in Mirdin und Karim, dem Neffen des Schahs, gute Freunde.</p>
<p class="Body">Lutz Standop gibt den pflichtbewussten Juden Mirdin, der als erster aus der Gruppe von Ibn Sina zum Hakim (Arzt) ernannt wird. Sein jüdisches Gebet gehört zu den absoluten Highlights des Abends. Es wirkt sehr authentisch und Standop trägt es vollkommen unaufgeregt vor, so dass Melodie und Sprache ihre volle Wirkung entfalten können.</p>
<p class="Body">Als Karim, der Klassenclown, aber nicht minder clevere Schüler Ibn Sinas, steht Andreas Wolfram auf der Bühne des Schlosstheaters. Die extrovertierte Art und der Sarkasmus, die diese Figur ausmachen, kann er überaus glaubwürdig transportieren und mehr als einmal sorgt er für Lacher mit seinem spitzbübischen Charme.</p>
<p class="Body">Am Ende des ersten Akts geht es allen gut und sie feiern ein großes Fest („Hier im Herzen der Stadt“). Die Kostüme (Ulrike Kremer) sind farbenfroh, die Choreographien sind arabisch angehaucht und das Ensemble platzt fast vor Energie. Die strahlenden Gesichter und ausdrucksstarke Mimik und Gestik sind an einigen Stellen dann aber doch zu viel. Dies mag aber der Tatsache geschuldet sein, dass die besuchte Vorstellung gefilmt wurde und jeder noch ein bisschen mehr als sonst gezeigt hat.</p>
<p class="Body">So positiv der erste Akt endete, so erschütternd startet die zweite Hälfte: „Die Pest ist in der Stadt“ und rafft große Teile der Bevölkerung dahin. Dazu gehören auch der Schah und dessen Bruder. Daher wird Karim, der so gar keinen Bezug zum Herrschertum hatte, der neue Schah.</p>
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<div><img decoding="async" class="alignleft" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Der_Medicus_2016_files/shapeimage_2.png" alt="" width="441" height="263" /></div>
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<p class="Body">Gleichzeitig gelingt es Rob an einem Rattenkadaver zu veranschaulichen wie sich die Pest ausbreitet. Den Ärzten und Studenten der Madrassa gelingt es, die Krankheit durch strikte Hygienemaßnahmen einzudämmen und schließlich ganz zu bekämpfen.</p>
<p class="Body">Reinhard Brussmann zeigt als Ibn Sina viel Tiefe und Stattlichkeit. In sein Solo „Die Gabe“ legt er viel Gefühl und sein warmer Bariton sorgt für eine wohlige Gänsehaut.</p>
<p class="Body">Das genaue Gegenteil hiervon ist Wolfram als neuer Schah: Er wirkt kampflustig und ist getrieben von Rache. Er ist arrogant und behandelt seine Angestellten und sein Volk von oben herab. Karim sonnt sich im Gehorsam seiner Untertanen („Ala Schah“; leider wieder mit zu viel Hall) und merkt zu spät, dass er seine Freundschaft zu Mirdin und Rob damit aufs Spiel setzt.</p>
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<p class="Body">Rob nimmt Karims „Geschenk“ an als er in einer der Sklavinnen Mary erkennt und ehelicht diese Ihr Vater wurde ermordet und sie nach Isfahan verschleppt. Der Sternenhimmel, der die Bühne überspannt, als die beiden ihr unerwartetes Wiedersehen feiern („Wenn die Sterne mit uns sind“), ist sehr gelungen.</p>
<p class="Body">Obwohl sich alles in ihm aufbäumt und er sich und seine Frau am liebsten sofort in Sicherheit bringen möchte, muss Rob doch seine Aufgabe erfüllen: Er muss einfach wissen, wie es in einem Menschen aussieht. Er liefert sich einen beeindruckenden Schlagabtausch mit Ibn Sina, der ihm nachdrücklich davon abrät, hier auf eigene Faust zu handeln, da dies allen Regeln des Islams widersprechen würde.</p>
<p class="Body">Rob setzt sich darüber hinweg („Ich muss es tun“) und beginnt im dunklen Keller der Madrassa Leichen aufzuschneiden und das abzuzeichnen, was er dabei entdeckt.</p>
<p class="Body">Parallel bereiten die beiden Frauen von Mirdin und Rob alles für die Rückkehr von Mirdin vor, der als Leibarzt des jungen Schahs mit auf dessen Feldzug musste. Der Text zu diesem Damen-Duett („Ein Arzt in der Familie“) ist mit einem Augenzwinkern abgefasst und macht viel Freude.</p>
<p class="Body">Leider erliegt Mirdin jedoch kurz nach der Rückkehr seinen schweren Verletzungen, die er sich zuzog als er &#8211; ganz pflichtbewusster Arzt – Verwundeten auf dem Schlachtfeld helfen wollte.</p>
<p class="Body">Rob schäumt vor Wut als er merkt, wie leichtfertig Karim das Leben von Mirdin aufs Spiel setzte. Es ist „Alles nur ein Spiel“ – mit dieser Aussage Karims kann und will Rob sich nicht zufrieden geben. Es kommt zu einem finalen Wortgefecht der beiden früheren Freunde.</p>
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<div><img decoding="async" class="alignright" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/Der_Medicus_2016_files/shapeimage_6.png" alt="" /></div>
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<p class="Body">Diese Szene ist absolut treffend inszeniert (Regie: Holger Hauer), spielt sie sich doch auf einem Schachbrett ab. Karim hat Rob dieses Spiel seinerzeit gelehrt, nun stehen die beiden (Karim in Schwarz, Rob in Weiß) oberhalb der Tanzfläche, auf der zwei Gruppen schwarz und weiß gekleideter Tänzer gegeneinander antreten, und keiner hört dem anderen mehr zu.</p>
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<p class="Body">Wolframs leichtes Nuscheln lässt Karim noch hochm</p>
<p class="Body">ütiger erscheinen. Dass er mit seinen Handlungen, zu denen auch die Vergewaltigung von Mary gehört, letztlich Robs Leben gerettet hat, vermag dieser nicht verstehen zu wollen. Rob sieht in Karim all das Böse gegen das er zeitlebens angekämpft hat. Karim schickt Rob weg aus Isfanan– einmal mehr, um ihn zu retten – denn der Schah weiß, dass seine Widersacher schon vor der Toren der Stadt stehen. Er sollte Recht behalten &#8211; Karim wird von seinen Feinden ermordet.</p>
<p class="Body">Kurz bevor Rob und Mary Isfanan verlassen, schleicht sich dieser nochmal zu Ibn Sina, der sich selbst gestellt hat, als man herausfand, dass sich jemand an den Leichen zu schaffen gemacht hat.</p>
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<p class="Body">Rob ist tief getroffen als er davon erfährt und zeigt ihm seine Aufzeichnungen. „Wenn wir jetzt nicht weitergeh’n“ ist ein gleichsam berührendes und motivierendes Abschiedslied des großen Ibn Sina. Als dieser Rob erzählt, dass er schon lange schwer krank ist und Rob mithilfe seiner Gabe den nahenden Tod seines Meisters sieht, weiß er, dass sich Ibn Sina nicht für ihn, sondern letztendlich für die Wissenschaft geopfert hat.</p>
<p class="Body">Mit diesem Vermächtnis machen sich Rob und Mary wieder auf nach Schottland, wo sie etwas spontan in der nächsten Szene schon mit ihrem 8-jährigen Sohn am Tisch sitzen, der sich die Geschichte des Medicus von seinem Vater hat erzählen lassen. „Es fühlt sich nach Heimat an“ ist ein trauriges, aber irgendwie doch versöhnliches Finale für diese aufregende Reise.</p>
<p class="Body">Es passiert tatsächlich viel in diesem gut zweieinhalbstündigen Musical. Und es gibt viel anzuschauen. Ein Literaturepos adaptiert man eben nicht „mal eben so“ für die Bühne. Alles in allem kann man den Kreativen jedoch nur zu ihrem gelungenen Werk gratulieren.</p>
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<p class="Body">Bühne, Kostüm und Licht (Pia Virolainen) ergänzen sich perfekt und schaffen so stimmungsvolle Welten – egal ob im dunklen, dreckigen London oder im sonnig-bunten Persien – in denen es viele gut ausgearbeitete Details zu erspähen gibt.</p>
<p class="Body">Musikalisch ist „Der Medicus“ kein herausragendes Werk, dazu ähneln sich die Songs zu sehr. Einzig das jüdische Gebet hat das gewisse Etwas. Daran ändern auch die exzellenten Orchestrierungen und Arrangements von einem Könner wie Michael Reed nichts. Sicherlich spielt hier mit hinein, dass einige Stücke durch zu viel Hall ihre emotionale Wirkung nicht erzielen konnten.</p>
<p class="Body">Was dieses Stück aber vor allem sehenswert macht, sind die Darsteller, die sich der Mammutaufgabe gestellt haben, Charakteren Leben einzuhauchen, zu denen sicherlich viele Zuschauer &#8211; entweder dank ihrer eigenen Phantasie nach dem Lesens des Buchs oder durch den Film – bereits konkrete Vorstellungen im Kopf hatten.</p>
<p class="Body">Am besten gelingt dies Andreas Wolfram, Lutz Standop und Reinhard Brussmann. Sie machen ihre so unterschiedlichen Figuren erlebbar. Wolfram mit viel Süffisanz, Standop durch viel Demut und Brussmann durch ihm eigene stattliche Bühnenpräsenz.</p>
<p class="Body">Friedrich Rau steht in fast jeder Szene auf der Bühne und absolviert somit jeden Abend ein beachtliches Programm. Sein Rob ist energisch und authentisch. Er überzeugt als guter Freund genauso wie als wissbegieriger Student mit eigenem Kopf.</p>
<p class="Body">Sabrina Weckerlin hat als Mary ihren Vater (Léon van Leuwwenberg) gut im Griff. Dass sie die Vergewaltigung durch den Schah stoisch über sich ergehen lässt und hinterher voller Zweifel und Selbsthass wieder zu ihrem Mann zurückkehrt, bringt Weckerlin sehr gut über die Rampe. Gesanglich verkauft sie sich hier jedoch eindeutig unter Wert. Denn außer leisen, wehklagenden Tönen ist von ihr als Mary leider nichts zu hören.</p>
<p class="Body">Das insgesamt 32-köpfige Ensemble gewinnt das Publikum mit seinen schwungvollen Tanzeinlagen und guter (wenn auch manchmal etwas zu ausgeprägter, wachsartiger) Mimik für sich. Da ist es nur zu verständlich, dass die Zuschauer schon bei den ersten Klängen des Finales aufstehen und die Darstellerinnen und Darsteller mit tosendem Applaus feiern.</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
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<div class="text-content style_External_270_124">
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span> </strong>Schlosstheater, Fulda</span></div>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><span class="Bold"><strong>Besuchte Vorstellung:</strong> </span>12. August 2016</span></div>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller: </span></strong>Friedrich Rau, Sabrina Weckerlin, Andreas Wolfram, Lutz Standop, Reinhard Brussmann, Léon van Leuwwenberg<br />
</span></div>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Musik / Regie:</span></strong> Dennis Martin / Holger Hauer<span class="Bold"><br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Spotlight Musicals GmbH</span></div>
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		<title>Der Star dieser West Side Story ist die Bühne</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/der-star-dieser-west-side-story-ist-die-buehne/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Jun 2015 15:35:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2015]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Wolfram]]></category>
		<category><![CDATA[Carsten Lepper]]></category>
		<category><![CDATA[Cusch Jung]]></category>
		<category><![CDATA[Erdmuthe Kriener]]></category>
		<category><![CDATA[Leipzig]]></category>
		<category><![CDATA[Leonard Bernstein]]></category>
		<category><![CDATA[Mario Schröder]]></category>
		<category><![CDATA[Myrthes Monteiro]]></category>
		<category><![CDATA[Oper Leipzig]]></category>
		<category><![CDATA[West Side Story]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Es ist schon echt groß, was die Oper Leipzig für die Inszenierung der West Side Story auffährt: Nicht weniger als 60 Tänzer und Sänger stehen auf der Bühne, wodurch diese bis auf den letzten Zentimeter genutzt und eine selten gesehene Tiefe erzeugt wird. Hinzu kommen noch einige wenige Großkulissen, unauffällige Kostüme und fertig ist die ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div>
<div id="body_content">Es ist schon echt groß, was die Oper Leipzig für die Inszenierung der West Side Story auffährt: Nicht weniger als 60 Tänzer und Sänger stehen auf der Bühne, wodurch diese bis auf den letzten Zentimeter genutzt und eine selten gesehene Tiefe erzeugt wird. Hinzu kommen noch einige wenige Großkulissen, unauffällige Kostüme und fertig ist die Grundausstattung für einen der meist gespielten Musicalklassiker weltweit.</p>
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<div class="text-content style_External_390_285">
<div class="style_2">
<p class="Body">Den instrumentalen Part bestreitet das auch über Leipzigs Stadtgrenzen hinaus bekannte Gewandhausorchester unter der gesamtmusikalischen Leitung von Ulf Schirmer. Für die Hauptrollen hat man erfahrene Musicaldarsteller als Verstärkung engagiert: Myrthes Monteiro ist Maria, Carsten Lepper ihr Tony und Andreas Wolfram gibt den Jet-Anführer Riff. Zu den Jets zählen u. a. Tom Schimon als Action, Oliver Aagaard-Williams als A-Rab und Andreas Langsch als Baby John. Und auch Cusch Jung alias Shrank ist nun wahrlich kein Unbekannter in der deutschsprachigen Musicalszene.</p>
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</div>
</div>
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<div class="text-content style_External_669_1394">
<div class="style_2">
<p class="Body">Schon bei der Ouvertüre zeigt sich die Zwiespältigkeit, die diesen Theaterabend bestimmen soll. Positiv wirkt das Zusammenspiel von Bühne und Tanz: Das Ballett der Oper Leipzig tanzt unter vermeintlich tonnenschweren Stahlträgern &#8211; da bekommt das Wort Schwebebalken eine ganz neue Bedeutung! Dass die durchaus energiegeladenen Choreographien jedoch recht häufig unsauber getanzt werden, überrascht. Genauso unerfreulich ist die dumpfe Akustik, mit der das Gewandhausorchester im Saal ankommt. Die Musiker sitzen in einem offenen Orchestergraben unter der Bühne; keine unübliche Platzierung für ein Orchester. Und doch kommen die schwungvollen Rhythmen von Leonard Bernstein nur wie durch Watte gepresst an. Dies wird im Laufe des Abends sogar eher noch schlimmer. Es geht so weit, dass man den Eindruck gewinnt, dass das Orchester und die Sänger nicht gemeinsam spielen.</p>
<p class="Body">Vielleicht liegt es auch daran, dass die Lautsprecherboxen an der Bühnenvorderkante mit Kulissen verdeckt sind, dass man im Zuschauerraum so wenig Klangvolles hört. Auf jeden Fall bleibt es ärgerlich. Und da erscheint der Einbau einer neuen Tonanlage wenige Tage vor der Premiere auch mehr wie eine Verzweiflungstat. Denn wenn es der Tontechniker nicht schafft, die Mikros derjenigen Darsteller runterzufahren, die gerade tanzen, ist das schon schade. Denn wer möchte einen Andreas Wolfram nach seinem Kampf als Riff mit Bernardo schon lautstark schnaufen hören? Dass die raumgreifenden Choreographien, die er parallel zu seinem Gesang zu bewältigen hat, anstrengend sind, sieht der Zuschauer ohnehin.</p>
<p class="Body">Auch diese „West Side Story“ wird mit englischen Songtexten und deutschen Dialogen vorgetragen. Man kann darüber streiten, ob so etwas heute noch zeitgemäß ist, aber zumindest an diesem Premierenabend kann das Publikum dem Geschehen problemlos folgen. Für den ein oder anderen Darsteller sind allerdings die englischen Songtexte scheinbar eine Hürde, hört man doch so einige stark akzentuierte Ausdrücke.</p>
<p class="Body">Allerdings stehen bei dieser Inszenierung weder die Musiker noch die Sänger im Mittelpunkt. Wenn der Direktor des Leipziger Balletts, Mario Schröder, ein Musical inszeniert, scheint es nur allzu verständlich, dass der Tanz im Fokus steht. Also werden hier nahezu alle Szenen mit ausdrucksstarken Choreographien versehen, die Kämpfe der verfeindeten Jets und Sharks trotzen vor Energie. Manch einer ist geneigt, eine Ähnlichkeit zu Pina Bauschs unvergleichlichem Stil zu erkennen. Dafür jedoch sind viele Sequenzen zu wenig synchron oder schlichtweg unsauber getanzt. Nichtsdestoweniger überzeugt das Leipziger Opernballett mit Modern Dance und Jazz insbesondere im „Rumble“ kurz vor Ende des Stücks, in dem die verzweifelten Jets sich gegenseitig ihr Leid klagen.</p>
<p class="Body">Aus dem ansonsten sehr düsteren, getragenen Rahmen der Inszenierung bricht naturgemäß „I like to be in America“, gesungen von Anita und ihren puertoricanischen Landsleuten, aus. In Leipzig entspannt sich am rückwärtigen Ende der Bühne eine überdimensionale US-Flagge, vor der &#8211; angeführt von zwei Clowns, die an eine Mischung aus Pennywise und Ronald McDonald erinnern &#8211; Superman, Super Mario, Captain America, Krümelmonster, Elmo und jeweils zweimal Minnie und Mickey Mouse tanzen. Ist es das, was Amerika ausmacht? Comic-Helden und Stars aus Kinder-Sendungen? So ganz erschließt sich die Botschaft dieser Szene leider nicht.</p>
<p class="Body">Ebenfalls etwas schwierig, oder vielleicht auch nur zu viel des Guten, ist die Spiegelung des Gesangspaares bei „Tonight“ durch ein Tanzpaar. Letzteres lenkt von Maria und Tony ab und zerstört die aufkeimenden Gefühle der beiden. Bei Tony‘s weltbekanntem Solo „Maria“ passt hingegen alles zusammen: Die puristische Bühne, das sparsame Licht und im Zentrum ein Carsten Lepper, der mit aller Inbrunst seine große Liebe anschmachtet. Seine klare Stimme und perfekt intonierte Emotionen sorgen für Gänsehaut beim Zuschauer.</p>
<p class="Body">Wenden wir uns etwas durchweg Positivem zu: Die Arbeit, die Andreas Auerbach und Paul Zoller mit der Bühne und den Videoprojektionen geleistet haben, ist beachtlich. Die Bühne ist kalt, grau und nichts lenkt von den Agierenden ab. Die wenigen Kulissen (Straßenlaternen, Stahlträger) werden sehr effektvoll und sparsam eingesetzt. Die Projektionen im Hintergrund, bspw. die nicht endende wollende Straße oder die Brooklyn Bridge aus einer Nebenstraße betrachtet, schaffen raumgreifende Szenenbilder. Dieses Bühnenbild ist durchdacht und funktioniert einwandfrei.</p>
<p class="Body">Die musikalischen Gäste, die die Oper Leipzig für dieses Stück engagiert hat, überzeugen in ihren Rollen, auch wenn man sich fragt, ob Riff (Wolfram) und Tony (Lepper) im Vergleich zum restlichen Ensemble nicht etwas zu alt sind. Nichtsdestoweniger spielen beide mitreißend. Wolfram zeigt, dass Riff nicht nur der engstirnige Bandenchef ist, sondern durchaus eine gefühlvolle Seite hat. Carsten Lepper gibt einen jugendlichen Tony voller Energie und mit fast schon sichtbaren Schmetterlingen im Bauch. Einzig in der Szene, in der Tony von Marias Tod erfährt, will er etwas zu viel. Gesanglich werden beide den Rollenprofilen gerecht. Wolfram hat als Riff ja schon Erfahrung sammeln dürfen und fühlt sich sichtbar wohl mit dem „Material“. Leppers Part hingegen gehört zu den Anspruchsvollsten im Musicalbusiness. Doch Lepper ist ein Vollprofi und lässt sich nicht so leicht einschüchtern. Sein Tony ist voller sanfter Gefühle und klingt frisch und ehrlich.</p>
<p class="Body">Als Maria wurde Myrthes Monteiro (ab Dezember in Hamburg als „Aladdins“ Jasmin zu sehen) gecastet. Zusammen mit Erdmuthe Kriener (Anita) gehört sie zu den überzeugendsten Darstellern auf der Bühne. Monteiro hat einen lieblichen Charme, der Maria gut zu Gesicht steht. Man nimmt ihr die Verliebtheit und den Glauben an das Gute im Menschen ab. Sie singt wunderschön klar und sauber, manchmal etwas kindlich. Aber das passt perfekt zur Rolle. Wenn sie, wahnsinnig vor Schmerz, nach Chinos Waffe greift, um ihn zu erschießen, zeigt sie eine Aggressivität, die man Maria so nicht zugeschrieben hätte.</p>
<p class="Body">Kriener gelingt es, geballte Latino-Emotionen über die Rampe zu bringen. Obwohl sie so westeuropäisch aussieht, wie es nur geht, ist sie leidenschaftlich, mütterlich zu Maria und voll starker Gefühle für ihren Nardo.</p>
<p class="Body">Was leider komplett verpufft, ist „Somewhere“. Anna Preckeler hockt im Engelskostüm auf dem Stahlträger, der während Bernardos Trauerfeier über den Köpfen der Trauergemeinde schaukelt. Leider gelingt es &#8211; sicherlich auch bedingt durch die Tontechnik &#8211; nicht, diesen weltbekannten Hit angemessen zu präsentieren.</p>
<p class="Body">Auch beim Finale wurde Potential verschenkt: Tony stirbt in Marias Armen und der Vorhang fällt. Warum Schröder auf das gemeinschaftliche Heraustragen von Tony durch die Jets und Sharks verzichtet, ist unklar. Doch gerade diese Szene macht den Wandel im Denken der Banden sichtbar.</p>
<p class="Body">Nicht vergessen darf man den stimmgewaltigen Opernchor, der aus dem Off die Sänger auf der Bühne unterstützt. Erst beim Schlussapplaus bekommt das Publikum diesen großen Chor zu Gesicht und zollt ihm anhaltenden Applaus.</p>
<p class="Body">Was bleibt von der Leipziger „West Side Story“? Ein Bühnenbild, das nachhaltig beeindruckt, ein nicht minder beachtliches Tanzensemble, das allein schon durch seine schiere Masse Maßstäbe setzt, die erneute Klarheit, dass Musicalhauptrollen nicht aus dem Hausensemble besetzt werden können und man gut beraten ist, hierfür Gäste zu engagieren und leider einmal mehr die Erkenntnis, dass ein defekte Tonanlage oder eine schlechte Abmischung von Orchester und Gesang ein ganzes Stück ruinieren kann.</p>
<p style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
<div id="id4" class="style_SkipStroke_4 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_270_124">
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Oper Leipzig</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong>20. Juni 2015</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Myrthes Monteiro, Carsten Lepper, Erdmuthe Kriener, Andreas Wolfram, Cusch Jung</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Musik / Regie:</span></strong> <span class="Bold">Leonard Bernstein / Mario Schröder<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Ida Zenna / Oper Leipzig<br />
</span></div>
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		<title>Eine märchenhafte Reise mit einem sehr knuffigen Esel als Reiseleiter</title>
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		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Oct 2014 12:38:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2014]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Gergen]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Lichtenberger]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Wolfram]]></category>
		<category><![CDATA[Bettina Mönch]]></category>
		<category><![CDATA[Capitoltheater]]></category>
		<category><![CDATA[Carsten Lepper]]></category>
		<category><![CDATA[Düsseldorf]]></category>
		<category><![CDATA[Shrek]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<div class="style_SkipStroke_2 shape-with-text flowDefining">
<div class="text-content style_External_390_285">
<div class="style_2">
<p class="Body">Erneut gelangt ein Kinderbuch über den Umweg Traumfabrik Hollywood auf die Musicalbühne. Nach dem weltweit erfolgreichen DreamWorks-Film von 2001 hob sich schon Ende 2008 am Broadway der Vorhang zur Weltpremiere der Musicalfassung von &#8222;Shrek&#8220;. Zweieinhalb Jahre später gelang &#8211; in einer überarbeiteten Fassung &#8211; der Sprung über den großen Teich ans West End. Vor zwei Jahren kamen unsere niederländischen Nachbarn in den Genuss des grünen Musicalspasses und seit 19. Oktober 2014 tourt &#8222;Shrek&#8220; nun &#8211; ebenfalls in einer Neuinszenierung &#8211; durch Deutschland.</p>
<p class="Body">Die Rechte sicherte sich rechtzeitig die Mehr! Entertainment GmbH und bringt damit die deutschsprachige Erstaufführung dieses Musical-Erfolgs auf die Bühne. Tourstart ist das Capitol Theater in Düsseldorf; es folgen Berlin, München, Zürich und Wien.</p>
<p class="Body">Die Geschichte vom grummeligen Oger, der durch viele Zufälle auf seine große Liebe Fiona trifft, hat sich sicherlich herumgesprochen.</p>
<div id="id5" class="style_SkipStroke_2 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_669_1898">
<div class="style_2">
<p class="Body">Die Bühnenadaption nimmt lediglich die Handlung des ersten der vier Animationsfilme auf, doch auch hier passiert reichlich, um damit einen kunterbunten Theaterabend zu füllen: Der Oger Shrek lebt zurückgezogen in seinem Sumpf und sieht sich genötigt mit Lord Farquaad zu sprechen als dieser im das Wohnrecht im Sumpf entzieht, um dorthin all die lästigen Märchenfiguren zu verbannen. Lord Farquaad, der sich nichts sehnlicher wünscht, als endlich König von Duloc zu werden, nutzt die Gunst der Stunde und handelt mit Shrek einen Deal aus: Wenn dieser die als zukünftige Braut auserwählte Prinzessin Fiona aus den Klauen des bösen Drachen befreit, bekommt er sein Stück Sumpf auf Lebenszeit überschrieben. Auf seiner Wanderung trifft Shrek auf den sehr anhänglichen, redseligen Esel, der ihm mehr und mehr auf den Geist geht, obwohl dieser doch bloß sein Freund sein möchte.</p>
<p class="Body">Der Drache entpuppt sich als einsame Drachenlady, die sich Hals über Kopf in den Esel verliebt; Shrek kann Fiona daher weitgehend widerstandslos befreien und zurück zu dem etwas zu kurz geratenen Lord Farquaad begleiten. Auf dem Weg dorthin lernt der Zuschauer aber, dass Fiona verflucht ist und sich nach Sonnenuntergang in eine Oger-Dame verwandelt. Dieser Fluch kann nur durch den Kuss der wahren Liebe gebrochen werden. Fiona setzt folglich ihre ganze Hoffnung auf die bevorstehende Hochzeit.</p>
<p class="Body">Womit aber weder Shrek noch Fiona gerechnet haben, sind die Gefühle, die sie trotz aller vermeintlichen Unterschiede füreinander entwickeln. Doch gerade als das Publikum glaubt, dass sich alles in die richtige Richtung entwickelt, kommt es zu einem folgenschweren Missverständnis und die Hochzeit von Fiona und Lord Farquaad findet wie geplant statt. Fast zu spät erscheint Shrek in der Kirche und zeigt Fiona seine wahren Gefühle. Die untergehende Sonne spielt ihm unwissentlich in die Karten und noch vor der eigentlichen Vermählung verwandelt sich Fiona wieder in einen Oger. Lord Farquaad kann sich vor Ekel kaum rühren und muss sich zudem gegen die meuternden Märchenfiguren wehren. Schließlich kommen noch Esel und Drache dazu und sprengen die Hochzeit endgültig. Shrek und Fiona ist das herzlich egal. Sie finden endlich zueinander, Fiona bleibt trotz des Kusses der wahren Liebe ein Oger und gemeinsam gründen sie im Sumpf eine Familie.</p>
<p class="Body">Was bei der deutschen Bühnenfassung sofort auffällt, sind Märchenfiguren wie &#8222;Max &amp; Moritz&#8220; oder &#8222;Struwwelpeter&#8220;, die im amerikanischen Original nicht vorkommen. Diese Anpassung an das heimische Publikum ist durchaus charmant. Einen ähnlich guten ersten Eindruck hinterlassen Kulissen und Technik: Shreks Stinktier-Deo verfehlt seine Wirkung genauso wenig wie die auf der Videoleinwand aufblühenden Fliegenpilze, als Shrek der ein oder andere Pups entfleucht. Die Sumpf-Szenerie mit entsprechender Hintergrundprojektion, den Bäumen und weiteren kleineren Kulissenelementen ist durch und durch gelungen.</p>
<p class="Body">Überhaupt macht die tourfähige Bühnenfassung einen sehr stimmigen Eindruck. Den Hauptteil bestreitet die bühnenfüllende Leinwand im Hintergrund, die mit verschiedensten Motiven bespielt wird. Teilweise hat man den Eindruck, dass diese dreidimensional sind, so brillant erstrahlen Farben und Konturen. Natürlich birgt diese technische &#8222;Spielerei&#8220; auch die Gefahr, dass man über das Ziel hinausschießt. Wenn plötzlich Harry Potter über die Leinwand fliegt oder am Horizont ein &#8222;MacHex&#8220; in rot-gelber Farbkomposition auftaucht, kratzt sich der Zuschauer doch leicht verwundert am Kopf.</p>
<p class="Body">Es gibt einige wenige Großkulissen, die ihren Zweck erfüllen, aber sicherlich keine Preise für das schönste Bühnenbild gewinnen würden. Bei den Baumstämmen, die den Sumpf links und rechts säumen, hätte man sich jedoch mehr Liebe zum Detail und weniger plakative 2D-Malerei gewünscht.</p>
<p class="Body">Ähnlich verhält es sich mit den Kostümen bzw. mit der Maske (Sarah Kleindienst). Die Kostüme der Märchenfiguren sind farbenfroh und sehr schön detailliert ausgearbeitet (Mario Reichlin). Auch die Rüstungen der Wachen und die Rattenkostüme sind ganz wunderbar. Einzig Pinocchio sieht so aus als hätte er ein Faschingskostüm an. Den hölzernen Eindruck von Armen und Beinen haben die Kollegen in Übersee deutlich besser erwecken können; in Düsseldorf sieht es mehr nach bemaltem Schlafanzug aus. Der Trick mit der langen Nase hingegen ist sehr gut umgesetzt.</p>
<p class="Body">Hinsichtlich der Maske setzt sich der Eindruck fort, dass man hier mit noch mehr Liebe zum Detail hätte arbeiten können. Das betrifft insbesondere Fiona als Oger, aber auch Shreks Maske sieht nicht immer überzeugend aus.</p>
<p class="Body">Die Szene, in der im Schnelldurchlauf das Leben von Fiona im Turm nacherzählt wird (&#8222;Heut ist der Tag&#8220;), gelingt eindrucksvoll. Die drei Sängerinnen entwickeln alle ihren eigenen, ganz besonderen Charme und man schaut jeder von ihnen gern zu. Besonders perfekt ist das Spiel mit der rosa Socke, Fionas imaginärem Prinz in schimmernder Rüstung.</p>
<p class="Body">Kurz vor der Pause begleiten die Zuschauer Shrek in die Höhle des Drachen (die praktischerweise der Kathedrale, in der später Fionas und Lord Farquaads Hochzeit stattfindet, sehr ähnelt). Mit Spannung erwartet das Publikum, wie der riesige rosa Drache in dieser Inszenierung wohl aussehen wird. Er bzw. sie ist schlichtweg ausgezeichnet! Gespielt von vier Darstellern zeigt sich die Drachenlady in ihrer vollen Pracht, wo anderswo nur der Kopf und Oberkörper gezeigt wurden. Absolut lippensynchron bewegt sich das gefährliche rosa Biest zum Gesang von Deborah Woodson, die am Bühnenrand steht. Sie ergänzt sich stimmlich perfekt mit Andreas Wolfram, der einen überaus charmanten Esel gibt.</p>
<p class="Body">Nach der Pause erlebt das Publikum, wie fröhlich Fiona jeden Morgen begrüßt &#8211; in diesem Fall auch Kermit den Frosch, was die Frage aufwirft, wie Kermit nach Duloc kommt. Das direkt daran anschließende Stepptanz-Ballett mit unzähligen, ziemlich niedlichen Ratten ist eines der Highlights des Abends. Die Choreographie dieser Szene ist ganz eindeutig an Altmeister Bob Fosse angelehnt und entfaltet auch in &#8222;Rattenhosen&#8220; ihre volle Magie. Doch auch darüber hinaus gefällt das, was sich Choreographin Kim Duddy für die Märchenfiguren und Bürger von Duloc ausgedacht hat, sehr.</p>
<p class="Body">Die Adaption von Dialogen und Songtexten ist immer eine sehr knifflige Aufgabe, denn allzu oft verschenken die Produzenten hier viel Potential. Mit Heiko Wohlgemuth und Kevin Schröder hat man jedoch zwei absolute Könner verpflichtet, die der großen Herausforderung, den Wortwitz der Originalvorlage zu übertragen, mehr als gerecht werden. Ob Frau Holle allerdings RTL2 gucken oder zum Stichwort &#8222;Bald weht hier ein anderer Wind!&#8220; die Melodie von &#8222;Wind of Change&#8220; gepfiffen werden muss, darf bezweifelt werden.</p>
<p class="Body">Zum Finale gibt es einmal mehr ein sehr gutes Szenenbild zu bewundern: Die Kathedrale, in der Lord Farquaad seine Fiona ehelichen möchte, funktioniert als Projektion einwandfrei. Das hinzugefügte Echo erweckt den Eindruck, dass sich die Hochzeitgesellschaft wirklich in einem alten, halligen Kirchenschiff befindet.</p>
<p class="Body">Insgesamt kommt die Tourproduktion auf eine Nettospielzeit von 2 Stunden und 30 Minuten, in denen es nicht langweilig wird. Einen großen Anteil daran hat auch die gut besetzte Band unter der Leitung von Heribert Feckler. Es ist alles so perfekt abgemischt, dass man sich manches Mal fragt, ob die Musik nicht doch vom Band kommt, doch der Kameraschwenk durch den Orchesterraum und die Bühnenpräsenz der Musiker zum Schlussapplaus belehrt die Gäste eines Besseren.</p>
<p class="Body">Bei einer optisch abgespeckten Bühnenversion wie dieser kommt es vor allem darauf an, dass die Darsteller die Bühne erobern. Beim Casting hat die Mehr! Entertainment ein glückliches Händchen bewiesen: Andreas Lichtenberger führt das Ensemble als Shrek an. Schauspielerisch überzeugt er sowohl als grummeliger Motzkopf als auch als sanftmütiger grüner Riese. Gesanglich erwartet man von einem Oger nicht allzu viel, doch auch hier lässt Lichtenberger es an nichts vermissen.</p>
<p class="Body">Akustische Highlights setzen vor allem Bettina Mönch als Fiona und Andreas Wolfram als Esel. Bettina Mönch zieht gesanglich alle Register und überzeugt in jedem Song. Schauspielerisch kann sie vor allem mit ihrem komödiantischen Talent punkten. Der Esel darf unglaublich nerven und Andreas Wolfram treibt Shrek als ebendieser an den Rand des Wahnsinns. Das macht er jedoch mit soviel Witz und einem so liebevollen Augenaufschlag, dass man ihm nichts krumm nehmen kann. Verglichen mit der Broadway-Fassung könnte man jedoch meinen, dass er manches Mal fast schon wieder zu lieb ist. Der Esel auf der New Yorker Bühne war noch um ein vielfaches zickiger und nervtötender.</p>
<p class="Body">Doch vielleicht ist dies auch ein Regiekniff von Andreas Gergen. Gleiches könnte man bezüglich der sehr exzentrischen und manches Mal doch zu tuntigen Ausgestaltung von Lord Farquaad vermuten. Carsten Lepper füllt diese körperlich sehr anstrengende Figur (er bewegt sich nur auf Knien über die Bühne) mit Leben und herrscht über Duloc wie kein Zweiter. “Hier in Duloc” gehört zu den schwungvollsten Szenen des Abends. Die umfassenden Anwendungen im palasteigenen Wellness-Tempel anlässlich Lord Farquaads bevorstehender Hochzeit sind überraschen, da so bisher noch nicht gesehen. Die Szene zeigt einmal mehr, dass Lepper sowohl schauspielerisch als auch gesanglich viel zu bieten hat. Das Finale der Szene erinnert mehr als nur vage an „ich gehör nur mir“ &#8211; den „Elisabeth“-Hit schlechthin &#8211; und sorgt nicht nur bei den Musicalfans für großes Gelächter.</p>
<p class="Body">Von den 18 weiteren Darstellerinnen und Darstellern kann sich niemand nachhaltig ins Gedächtnis singen oder spielen. Auch Stefan Luethy als Pinocchio gelingt es nicht, aus seiner Rolle als Rädelsführer der Märchenfiguren mehr zu machen als eine Randnotiz. Da kam dieser Figur in der Originalfassung doch eine deutlich größere Bedeutung zu. Schade, dass dies im Capitol Theater nicht übernommen wurde.</p>
<p class="Body">Als Tourfassung funktioniert &#8222;Shrek&#8220; ganz sicher. Es ist begrüßenswert, dass auch die deutschsprachigen Musicalbesucher damit in den Genuss eines Broadway- und West End-Hits kommen. Dreht man seitens der Regie und Maske / Kulisse noch an der ein oder anderen Stellschraube, können sich die Zuschauer auf einen rundum gelungenen Abend freuen.</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
erschienen in <span style="color: #333399;"><a style="color: #333399;" title="http://www.musicals-magazin.de/" href="http://www.musicals-magazin.de/">musicals &#8211; Das Musicalmagazin</a></span></p>
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<div class="text-content style_External_270_124">
<p class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Capitoltheater, Düsseldorf</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong>19. Oktober 2014</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Darsteller:</span></strong> Andreas Lichtenberger, Bettina Mönch, Carsten Lepper, Andreas Wolfram</span><br />
<span style="color: #000080;"> <strong><span class="Bold">Regie:</span></strong> <span class="Bold">Andreas Gergen<br />
</span><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> Jens Hauer / Mehr Entertainment!<br />
</span></p>
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		<title>Andreas Wolfram &#038; Kevin Köhler: &#8222;Starlight Express&#8220; aus verschiedenen Blickwinkeln</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/andreas-wolfram-kevin-koehler-starlight-express-aus-verschiedenen-blickwinkeln/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[MF]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Jun 2009 16:40:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Interviews mit Darstellern]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Wolfram]]></category>
		<category><![CDATA[Kevin Köhler]]></category>
		<category><![CDATA[Starlight Express]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>  Seit einem Jahr steht Kevin Köhler, nachdem er der Musical Showstar 2008 wurde, als Rusty im „Starlight Express“ auf der Bühne. Sein eigenes Leben rast wie ein Schnellzug an dem jungen Mann vorbei. Aber die Fröhlichkeit, mit der dieses Energiebündel über die Bühne rollt, zeigt sich auch in unserem Interview. Michaela Flint: Wie fühlt ...</p>
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<div class="style_2">
<p class="Body">  Seit einem Jahr steht Kevin Köhler, nachdem er der Musical Showstar 2008 wurde, als Rusty im „Starlight Express“ auf der Bühne. Sein eigenes Leben rast wie ein Schnellzug an dem jungen Mann vorbei. Aber die Fröhlichkeit, mit der dieses Energiebündel über die Bühne rollt, zeigt sich auch in unserem Interview.</p>
<p class="Body"><span class="style_3"><strong>Michaela Flint:</strong> </span>Wie fühlt es sich an als Rusty jeden Abend über die Bühne zu rollen?</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;"><strong><span class="style_3">Kevin Köhler: </span></strong>Toll. Es ist zwar super anstrengend und ich habe es mir ehrlich gesagt etwas leichter vorgestellt, aber trotzdem komme ich jedes Mal noch motivierter von der Bühne. Ich möchte immer mehr, immer weiter, immer schneller…</p>
<p class="Body"><span class="style_3"><strong>Michaela Flint:</strong> </span>Wenn Sie auf das letzte Jahr zurückblicken – was hat sich seit dem Sieg beim ZDF Musical Show Star 2008 für Sie alles verändert?</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;"><span class="style_3"><strong>Kevin Köhler:</strong> </span>Schon als ich im November 2007 bei „Tanz der Vampire“ als Swing und Cover für Alfred engagiert wurde, quasi direkt aus der Schule heraus, war ich mehr als überrascht. Das ging fast beängstigend schnell. Dass ich dann nur ein halbes Jahr später schon in einer Erstbesetzung und dann auch noch beim „Starlight Express“ auf der Bühne stehen würde, hätte ich nicht zu träumen gewagt. So ganz angekommen, ist das auch heute noch nicht bei mir.</p>
<p class="Body"><span class="style_3"><strong>Michaela Flint:</strong> </span>Wie sind Sie denn zu diesem TV-Casting gekommen?</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;"><span class="style_3"><strong><img decoding="async" class="size-medium wp-image-942 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2009/06/Stex1.png" alt="stex1" width="258" height="355" /></strong></span><strong><span class="style_3">Kevin Köhler: </span></strong>Eigentlich wollte ich das gar nicht machen. Ich war ja noch in der Ausbildung und mein Engagement bei „Tanz der Vampire“ hatte auch gerade erst begonnen. Wenn ich vorher gewusst hätte, dass es um die Rolle von Rusty geht, hätte ich mich auch sicherlich nicht beworben.</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;">Ich stand in der Schule schon immer vor den Audition-Zetteln vom „Starlight Express“ und habe mich auch einmal angemeldet. Aber weil ich wusste, dass es eine der härtesten Tanz-Auditions Deutschlands ist, und ich nicht der geborene Tänzer bin, habe ich mich dann doch nicht getraut, hinzugehen. Von daher hat es mich umso mehr überrascht, dass ich den Musical Show Star 2008 gewonnen habe. Damit hätte ich nie und nimmer gerechnet. Aber „Starlight Express“ war immer ein Traum von mir.</p>
<p class="Body"><span class="style_3"><strong>Michaela Flint:</strong> </span>Aber um beim „Starlight Express“ mithalten zu können, muss man doch sehr fit sein, oder?</p>
</div>
<div id="id7" class="style_SkipStroke_3 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_399_396">
<div class="style_2">
<p class="Body" style="padding-left: 30px;"><strong><span class="style_3">Kevin Köhler: </span></strong>Ja, als ich letztes Jahr in den ersten Wochen gemerkt habe, dass meine Kondition noch nicht ganz für einen Durchlauf reichte, bin ich täglich zum Theater gejoggt. Außerdem hat Marvin A. Smith, der Tanz Coach der TV Sendung uns auch schon während der Probe zu den Sendungen immer so gedrillt, dass wir immer fitter werden.</p>
<p class="Body"><strong><span class="style_3">Michaela Flint: </span></strong>Gab es Momente, in den Sie gedacht haben, dass Sie die Anforderungen und Hoffnungen nicht erfüllen können?</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;"><span class="style_3"><strong>Kevin Köhler:</strong> </span>Es gab sicherlich Situationen, in denen ich oben im Theater stand und dachte ‚Wenn Du das mit dem Bremsen nicht hinbekommst, liegst Du im Publikum.’ Aber das war zum Glück sehr selten. Viel schwieriger war es, die drei Sachen – „Tanz der Vampire“, Schule in Hamburg und Proben in Bochum bzw. für die TV-Show – auf die Reihe zu bekommen. An einigen Tagen habe ich morgens in Bochum geprobt, bin nachmittags nach Berlin geflogen, um dort abends die Show zu spielen und am nächsten Morgen direkt nach Hamburg zur Stage School weiterzufahren. Das war schon hart.</p>
<p class="Body"><span class="style_3"><strong>Michaela Flint:</strong> </span>Als Sie dann in Bochum angefangen haben, gab es da Vorbehalte von Ihren Kollegen, weil sie als Jung-Darsteller und Gewinner eines Fernseh-Castings, im Prinzip als Seiteneinsteiger, direkt die Rolle von Rusty bekommen haben?</p>
<div id="id6" class="style_SkipStroke_3 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_675_715">
<div class="style_2">
<p class="Body" style="padding-left: 30px;"><strong><span class="style_3"><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-943 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2009/06/KevinKoehler.png" alt="kevinkoehler" width="260" height="164" /></span></strong><strong><span class="style_3">Kevin Köhler: </span></strong>Es war schon unterschiedlich. Bei einigen hatte ich es sicherlich etwas schwerer und musste mich beweisen. Aber schon während der Proben haben sie gemerkt, dass ich diese Rolle ausfüllen wollte und es auch wirklich konnte. Insofern war ich schnell ein Teil des Ensembles. Geholfen hat aber auch, dass mit mir zusammen noch 20 weitere Darsteller neu beim „Starlight Express“ angefangen haben, weil zu der Zeit gerade der jährliche Cast-Wechsel war.</p>
<p class="Body"><span class="style_3"><strong>Michaela Flint:</strong> </span>Sie stehen noch ganz am Anfang Ihrer Karriere und sind jetzt direkt ein paar Treppenstufen hinaufgefallen. Gerade wenn der Karrierestart so rasant ist, macht man sich Gedanken darüber, wie es weitergehen kann?</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;"><strong><span class="style_3">Kevin Köhler: </span></strong>Ich bin mir darüber im Klaren, dass ich nicht immer eine Erstbesetzung oder Hauptrolle spielen werde oder will. Erstmal genieße ich die Zeit hier in Bochum. Aber natürlich gehe ich weiter zu Auditions und schaue, was ich machen möchte. Nachdem ich meinen Traum, Rusty im „Starlight Express“ zu spielen, schon im ersten Jahr nach der Ausbildung erreicht habe, wächst in mir der Wunsch, auch mal internationaler zu arbeiten. Das heißt nicht gleich Broadway oder West End, sondern zum Beispiel Holland.</p>
<p class="Body">Einer, der es schon in die USA geschafft hat, ist Kevin Köhlers Kollege Andreas Wolfram, der nach zehn Jahren Pause als exzentrische E-Lok Electra zum „Starlight Express“ zurückgekommen ist.</p>
<p class="Body"><span class="style_3"><strong>Michaela Flint:</strong> </span>Sie waren vor 15 Jahren schon einmal beim „Starlight Express“ und sind 2007 als Electra wieder nach Bochum zurückgekehrt? Warum?</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;"><strong><span class="style_3">Andreas Wolfram: </span></strong>Ich liebe diese Show und sie hat mir gefehlt. Die zehnjährige Pause war künstlerisch sehr wichtig, aber in den letzten Jahren habe ich gemerkt, dass ich gern wieder auf Rollen dabei sein möchte. Ich habe in mehr als 25 verschiedenen Produktionen mitgespielt und da kommt man zwangsläufig an den Punkt, wo sich die Rollen wiederholen. Und wenn schon Wiederholung, warum dann nicht eine Rolle, die mir richtig Spaß macht?</p>
<div id="id8" class="style_SkipStroke_3 shape-with-text">
<div class="text-content style_External_398_413">
<div class="style_2">
<p class="Body"><strong><span class="style_3">Michaela Flint: </span></strong>Nun gehört „Starlight Express“ aber nicht gerade zu den einfachsten Produktionen, in denen man so nebenbei mitwirken kann…</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;"><span class="style_3"><strong>Andreas Wolfram:</strong> </span>Unser Beruf ist insgesamt sehr anstrengend. Aber es gibt wenig Stücke, in denen der Beruf des Musicaldarstellers in seiner Gesamtheit abgefragt wird und „Starlight Express“ gehört dazu, denn hier muss man tanzen, singen und schauspielern gleichzeitig. Die körperliche Fitness spielt hier eine wesentliche Rolle. Darauf kann uns auch keine Ausbildung vorbereiten. Die Rollen im Musicalfach sind so unterschiedlich, die Stücke so verschieden, dass es einfach keine allgemeingültige Ausbildung dafür geben kann. Als Darsteller lernt man seinen Beruf während der proben und auf der Bühne während der Vorstellungen.</p>
<p class="Body"><span class="style_3"><strong>Michaela Flint:</strong> </span>Sie spielen jedes Jahr in mehreren Stadttheaterproduktionen mit. Wie sind Sie zum Musical gekommen?</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;"><strong><span class="style_3">Andreas Wolfram: </span></strong>Ich habe eine Musicalausbildung angefangen, aber nach einem Jahr abgebrochen. Danach habe ich acht Jahre am Stück gearbeitet, eine Schauspielausbildung am Conservatorium gemacht und ein Jahr in New York gearbeitet. Seit 2002 bin ich wieder zurück in Deutschland und mache eigentlich von allem ein bisschen: Ich spiele in Musicals, drehe aber auch, synchronisiere usw. Genau diese Vielseitigkeit macht den Beruf für mich aus.</p>
<p class="Body"><span class="style_3"><strong>Michaela Flint:</strong> </span>Gab es in der Zeit in den USA die Überlegung dort zu bleiben?</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;"><span class="style_3"><strong><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-941 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2009/06/Stex2.png" alt="stex2" width="260" height="370" />Andreas Wolfram:</strong> </span>Ja. Wir hatten am Conservatorium ein Showcase und es haben sich sofort zwei Agenten für mich interessiert. Ich habe direkt den Oberon im „Mittsommernachtstraum“ von Shakespeare bekommen und bin auf Tour gewesen. Doch dann kam der private Faktor hinzu; es ging meiner Großmutter nicht so gut und ich merkte, dass dieser Job für mich nur dann funktioniert, wenn ich ihn mit meiner Familie in Einklang bringen kann. Ich habe für mich ganz klar die Entscheidung getroffen, dass es mir nicht darum geht, mich selbst zu verwirklichen. Ich möchte für meine Familie da sein, denn nur dann geht es auch meiner Seele gut.</p>
<p class="Body"><strong><span class="style_3">Michaela Flint: </span></strong>Eine solche bewusste Entscheidung, die Karriere der Familie unterzuordnen, trifft man recht selten in der heutigen Musicalwelt.</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;"><strong><span class="style_3">Andreas Wolfram: </span></strong>Für mich ist das aber keine Luxus-Einstellung, sondern eine Selbstverständlichkeit. Natürlich kommt diese Erkenntnis meist erst nach einigen Jahren Berufserfahrung. Aber wie sehr eine solche Einstellung auch die Arbeit positiv beeinflussen kann, sieht man jeden Tag auf Deutschlands Musicalbühnen.</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;">In dem Moment, wo sich ein Darsteller mit einer Rolle auseinandergesetzt hat und diese verinnerlicht hat, strahlt er etwas ganz anderes aus. Das Publikum nimmt das wahr und honoriert die Leistung dann auch ganz anders. Aber um diese Selbstsicherheit zu haben, wirklich in einer Rolle aufzugehen, auch mal nur ein Solo im gesamten Stück zu haben oder nicht im Licht zu stehen, muss man mit sich selbst im Reinen sein. Und das ist man meines Erachtens nicht, wenn sich die Welt nur um einen selbst dreht und man alle anderen aussperrt.</p>
<p class="Body"><strong><span class="style_3">Michaela Flint: </span></strong>„Starlight Express“ hat sich in den letzten Jahren sehr weiterentwickelt. Hat sich bei der Rolle von Electra auch viel für Sie verändert?</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;"><span class="style_3"><strong>Andreas Wolfram:</strong> </span>Für mich hat sich die größte Veränderung dadurch ergeben, dass ich mehr Routine habe und mich nicht mehr so stresse. Ich gerate nicht in Panik, wenn meine Stimme morgens noch nicht 100%ig funktioniert, sondern weiß, was ich zu tun habe. Es dauert einige Jahre bis man als Bühnenkünstler kontinuierlich ein gleichbleibend gutes Niveau abrufen kann.</p>
<p class="Body"><span class="style_3"><strong>Michaela Flint:</strong> </span>Können von dieser Erfahrung auch Ihre jüngeren, weniger erfahrenen Kollegen profitieren?</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;"><span class="style_3"><strong>Andreas Wolfram:</strong> </span>Ich denke, das ist eine reine Mentalitätssache. Ich habe letztes Jahr mit Ilja Richter bei „Kiss me, Kate“ gespielt. Und wenn man ihn beobachtet und sieht mit wie viel Leidenschaft er bei der Sache ist, merkt man, worauf es ankommt. Ilja Richter ist nun wahrlich keine 21 mehr – und auch die 41 hat er schon deutlich hinter sich gelassen, aber die Spielfreude, die er ausstrahlt, erinnert einen an ein Kind. Das ist der Knackpunkt: Wenn man von dieser Leidenschaft für seinen beruf getrieben wird, dann ergibt sich der Rest fast von selbst. Wenn dieses Feuer irgendwann erlischt, hört die Karriere auch auf.</p>
<p class="Body"><span class="style_3"><strong>Michaela Flint:</strong> </span>„Starlight Express“ ist unangefochten die erfolgreichste Show in Deutschland. Was macht den Erfolg Ihrer Ansicht nach aus? Warum begeistert gerade dieser 80er Jahre Musical-Klassiker seit 21 Jahren die Zuschauer in Bochum?</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;"><span class="style_3"><strong>Andreas Wolfram:</strong> </span>Ich bin nicht wirklich objektiv, aber ich denke, dadurch dass es ein Familienstück ist, wachsen immer wieder neue Zuschauer nach. Inzwischen kommen diejenigen, die „Starlight Express“ Ende der 80er als Kinder gesehen haben mit ihren eigenen Kindern zur Show. Da bei uns so viel passiert, muss man die Show sowieso mehrmals sehen, was auch viele Zuschauer machen. Es wird einfach nicht langweilig, was aber auch daran liegt, dass die Stage Manager uns Darsteller immer wieder auf ein sehr hohes Niveau pushen. Routine darf sich hier nicht einschleichen, denn das würden die Zuschauer auf jeden Fall merken und wäre bei dem Tempo der Show unter Umständen sogar gefährlich.</p>
<p class="Body" style="padding-left: 30px;">Außerdem hat „Starlight Express“ eine Message, die jeder versteht: ‚Du kannst alles erreichen, wenn Du an Dich selbst glaubst!’ Und diese Botschaft versteht wirklich jeder.</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint<br />
<em>veröffentlicht in blickpunkt musical</em></p>
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		<title>Der Bodensee in Flammen</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/der-bodensee-in-flammen/</link>
		
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		<pubDate>Thu, 21 Aug 2003 19:03:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Österreich]]></category>
		<category><![CDATA[Andreas Wolfram]]></category>
		<category><![CDATA[Bregenz]]></category>
		<category><![CDATA[Jesper Tyden]]></category>
		<category><![CDATA[Leonard Bernstein]]></category>
		<category><![CDATA[West Side Story]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Bodensee als Bühne für Theaterstücke, Musicals und Opern? Eine sehr originelle aber zugleich schwer umsetzbare Idee – doch bei den Bregenzer Festspielen wird dieses Konzept seit 58 Jahren sehr erfolgreich präsentiert. In diesem Jahr stand neben der Oper »Das schlaue Füchslein« mit der »West Side Story« ein bewährtes Musical aus der Feder von Leonard ...</p>
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<p>Der Bodensee als Bühne für Theaterstücke, Musicals und Opern? Eine sehr originelle aber zugleich schwer umsetzbare Idee – doch bei den Bregenzer Festspielen wird dieses Konzept seit 58 Jahren sehr erfolgreich präsentiert.</p>
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<div><img decoding="async" class="alignright" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/West_Side_Story_files/shapeimage_1.png" alt="" /></div>
<p class="Body">In diesem Jahr stand neben der Oper »Das schlaue Füchslein« mit der »West Side Story« ein bewährtes Musical aus der Feder von Leonard Bernstein und Stephen Sondheim auf dem Programm. Als am 19. August 2003 das Ende der diesjährigen Festspielzeit mit einigen Über-raschungen gefeiert wurde, hatten in den vorangegangenen vier Wochen bereits mehr als 200.000 Besucher das Stück besucht. Auch den Gästen der Derniere verschlug es zunächst nahezu den Atem als sie das Oper Air Theater betraten: 7.000 Sitzplätze reihen sich wie in einem Amphi-theater in einem Halbrund um die viel zu große Bühne und die New Yorker Häuser-Kulissen, die im schwindenden Tageslicht sehr beein-druckend waren. Obwohl Designer George Tsypin die Kulissen bereits mehr als sechs Monate vor dem 11. September 2001 fertig gestellt hatte, erinnert das markanteste Element – ein 36 Meter hoher Wolkenkratzer aus Glas und Stahl – doch sehr an Ground Zero nach den Terroranschlägen. Die sich in den Glaselementen brechende Abendsonne löste bei dem einen oder anderen sicherlich beklemmende Gefühle aus. Doch der Designer betont ausdrücklich, dass er mit seinem Bühnenbild „lediglich“ die Trostlosigkeit der New Yorker Häuserschluchten darstellen wollte, was ihm auf eindrucksvolle Weise gelingt. Die szenisch dargestellten Gegensätze zwischen Arm und Reich, Weißen und Hispano-Amerikanern, Moderne und Tradition passen hervorragend zur Story.</p>
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<p class="Body">Glas und Stahl sind die bestimmenden Materialien auf der Bühne; so besteht der Bühnenboden aus rutschfest beschichteten Glasbausteinen unter denen man den See erkennen kann. In der Verlängerung des Bodens erhebt sich in großen Stahl-Wellen der alles überragende Wolkenkratzer. Mit einer Neigung von 60° und einem Gesamtgewicht von 140 Tonnen, die auf 18 Stahl- und Holzpiloten lasten, stellt er das kalte, rationale der heutigen Gesellschaft dar.</p>
<p class="Body">Den Gegensatz hierzu bildet das Brick-House, das als Kulisse für das Leben der Puertoricaner dient. Das in alle Richtungen drehbare Haus wird auf Schienen ins Bühnengeschehen gefahren und auf mehreren Ebenen bespielt. Je nachdem, welche Seite dem Publikum zugewandt ist, findet man sich in der Schneiderei von Anita, in Marias Schlafzimmer oder auf dem Hinterhof wieder. Im Erdgeschoss befindet sich zudem der Ballsaal, in dem sich Tony und Maria das erste Mal begegnen.</p>
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<div><img decoding="async" class="alignleft" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/West_Side_Story_files/shapeimage_6.png" alt="" /></div>
<p class="Body">Das Lichtdesign von James F. Ingalls sorgt während der Show für immer neue unerwartete Effekte: aggressiv-grell bei den Kämpfen der verfeindeten Sharks und Jets, romantisch-weich bei den Duetten von Tony und Maria. Und alles vor der eindrucksvoll ins Licht gerückten Großstadtkulisse New Yorks.</p>
<p class="Body">Leonard Bernstein Adaption von William Shakespeares „Romeo und Julia“ wurde in Bregenz von Francesca Zambello inszeniert, die neben Opern und Shows auch Musicals wie beispielsweise »Napoleon« im Londoner West End in Szene setzte. Für die Orchestrierung, die bei diesen Bühnen- und Theaterausmaßen gewaltig sein musste, sorgten die Wiener Symphoniker unter der Leitung von Wayne</p>
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<p class="Body">Marshall und David Charles Abell, der u. a. das Konzert zum 10. Geburtstag von »Les Misérables« in der Royal Albert Hall dirigierte.</p>
<p class="Body">Richard Wherlock übernahm für diese Inszenierung die schwere Aufgabe der Choreographie. Die Herausforderung bestand darin rund 60 Ensemble-Mitglieder, mehr als 80 Statisten und vier Schauspieler („die Erwachsenen“) tänzerisch unter einen Hut zu bringen. Er hat diese Aufgabe gut gelöst, denn bühnenfüllend arrangierte Tanzszenen und die hohe tänzerische Klasse des Ensembles sorgten für so manchen Zwischenapplaus. Dennoch verpufften viele choreographische Details, da die Zuschauer bei einer solchen Vielzahl an Darstellern unter dem Einfluss des berauschenden Gesamtbildes nur kleine Ausschnitte erfassen konnten.</p>
<p class="Body">Farbenfrohe und sehr abwechslungsreiche Kostüme von Marie Jeanne Lecca machen die Produktion lebendig, jedoch wird es durch diese Vielfalt nicht eben einfacher dem Geschehen zu folgen. Zeitweilig war es kaum möglich zu orten, welcher der Darsteller gerade sang, da die übergroße Bühne mit einem Blick nicht zu erfassen ist.</p>
<p class="Body">Mancher Leser wird sich fragen, warum an dieser Stelle soviel über die Kulissen und nichts über die Inszenierung an sich und die Darsteller geschrieben wird.</p>
<div><img decoding="async" class="alignright" src="http://old.musicals-online.com/musicals-online/West_Side_Story_files/shapeimage_3.png" alt="" /></div>
<p class="Body">Um es auf den Punkt zu bringen: Der eigentliche – und ganz und gar nicht heimliche – Hauptdarsteller der Bregenzer Seebühnenproduktion sind die Kulissen. Trotz seiner Größe, der choreographischen und kostümseitig gesetzten Details schafft es das Ensemble nicht, sich gegen die Übermacht von Wolkenkratzer und Brick-House zu behaupten. Die Darsteller zeigten zwar eine gesanglich solide Leistung. Von den Hauptdarstellern stachen jedoch nur Maria (Katja Reichert) und Anita (Sibylle Wolf) ganz besonders hervor, bei den Männern überzeugt Andreas Wolfram als Marias großer Bruder Bernardo vor allem tänzerisch. Viele andere – wie Alexander Franzen als Riff oder Christian Baumgärtel als Tony blieben blass, was zu einem großen Teil sicherlich auch auf die eher mittelmäßige Akustik zurückzuführen war.</p>
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<p class="Body">Obgleich viele Darstellerinnen und Darsteller der »West Side Story« bereits Musical-Erfahrung haben, sind es jedoch nicht sie, die sich dauerhaft in das Gedächtnis der Besucher eingebrannt haben, sondern die einzigartige Kulissen von George Tsypin. Ob dies das Ziel einer Inszenierung sein kann, darf bezweifelt werden. Dieser Eindruck wurde noch mehr betont als nach der letzten Aufführung dieser Saison zu Ehren des nach 20 Jahren scheidenden Intendanten Alfred Wopmann ein 15-minütiges Feuerwerk entfacht wurde, das in dieser Form einmalig bleiben wird. Der ohnehin schon während der Show durch verschiedenste Beleuchtungs- und Glasbauelemente im Mittelpunkt stehende Wolkenkratzer bildete zusammen mit dem klassisch gehaltenen, bunten Leuchtregen eine unwirkliche Kulisse: Die Pyrotechniker hatten ganze Arbeit geleistet und ließen den nächtlichen Sternenhimmel über dem Bodensee in allen Regenbogenfarben erleuchten. Dass zu diesem Zeitpunkt alle an der »West Side Story« Beteiligten &#8211; Darsteller, Musiker, Backstage-Mitarbeiter – ebenfalls auf der Bühne standen, wurde vom begeisterten Publikum kaum noch wahrgenommen…</p>
<p class="paragraph_style" style="text-align: right;">Michaela Flint</p>
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<div class="text-content style_External_270_119">
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Bodenseebühne, Bregenz</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Besuchte Vorstellung: </span></strong>19. August 2003</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Darsteller:</span> </strong>Jesper Tydén, Andreas Wolfram</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Musik:</span></strong> Leonard Bernstein</span><br />
<span style="color: #000080;"><span class="Bold"><strong>Fotos:</strong> </span>Arnulf Gieße</span></div>
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