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	<title>Alexandra Nikolina-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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	<title>Alexandra Nikolina-Archiv - Herzlich willkommen auf musicals-online.com</title>
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		<title>Viva la vie Bohème!</title>
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		<pubDate>Sun, 09 Nov 2025 08:34:26 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Wie wunderbar! &#8222;Rent&#8220; im Theater Lüneburg! Ein Stück, das polarisiert und aneckt, musikalisch mitunter herausfordernd ist und gleichzeitig so viel Liebe transportiert, dass es einem warm ums Herz wird. Eine Reise in die 1980er Jahre in New York &#8211; all das scheint so weit weg: HIV als Todesurteil, Ausgrenzung Homosexueller, kraftvolle Protestaktionen, Spekulanten, die auf ...</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.musicals-online.com/viva-la-vie-boheme/">Viva la vie Bohème!</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.musicals-online.com">Herzlich willkommen auf musicals-online.com</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Wie wunderbar! &#8222;Rent&#8220; im Theater Lüneburg! Ein Stück, das polarisiert und aneckt, musikalisch mitunter herausfordernd ist und gleichzeitig so viel Liebe transportiert, dass es einem warm ums Herz wird.</p>
<p><img fetchpriority="high" decoding="async" class="size-medium wp-image-3725 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent-c-Jochen-Quast-10-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent-c-Jochen-Quast-10-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent-c-Jochen-Quast-10-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent-c-Jochen-Quast-10-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent-c-Jochen-Quast-10-1536x1024.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent-c-Jochen-Quast-10-2048x1366.jpg 2048w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Eine Reise in die 1980er Jahre in New York &#8211; all das scheint so weit weg: HIV als Todesurteil, Ausgrenzung Homosexueller, kraftvolle Protestaktionen, Spekulanten, die auf Kosten Ärmerer bereichern&#8230;<br />
Liegen diese Sorgen und Differenzen wirklich hinter uns? Sicherlich ist vieles besser geworden: Eine HIV-Infektion kann inzwischen behandelt werden, Homosexuelle haben deutlich mehr Rechte (wenn auch bei weitem immer noch nicht dieselben wie Heterosexuelle), weiterhin braucht es und gibt es medienwirksame Proteste gegen verschiedenste Themen, Miethaie und Wohnungsnot sind auch heute (wieder) allgegenwärtig&#8230;</p>
<p>Jonathan Larson hat mit &#8222;Rent&#8220; große Teile seiner eigenen Lebenswirklichkeit auf die Bühne gebracht. Die Charaktere sind so verschieden und so besonders, haben alle ihre (sehr nachvollziehbaren) Probleme und sind gleichzeitig so nahbar und sympathisch. Sie könnten unser aller Nachbarn sein, oder?</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-3727 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent_FotoJQ_006_komprimiert-2500x1667-1-400x267.jpeg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent_FotoJQ_006_komprimiert-2500x1667-1-400x267.jpeg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent_FotoJQ_006_komprimiert-2500x1667-1-1024x683.jpeg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent_FotoJQ_006_komprimiert-2500x1667-1-768x512.jpeg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent_FotoJQ_006_komprimiert-2500x1667-1-1536x1024.jpeg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent_FotoJQ_006_komprimiert-2500x1667-1-2048x1366.jpeg 2048w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Wie üblich, hat man sich für die Hauptrollen wieder Musicalprofis als Gäste ans Haus geholt. Ruud van Overdijk ist in Lüneburg kein Unbekannter, überzeugte er doch schon als Judas bei der <a href="https://www.musicals-online.com/der-gelungene-1-akt-geraet-schnell-in-vergessenheit/">2022er Inszenierung von &#8222;Jesus Christ Superstar&#8220;</a>. Bei &#8222;Rent&#8220; konnte er auch seine zweite Leidenschaft &#8211; das Regieführen &#8211; unter Beweis stellen und liefert hier gemeinsam mit Friedrich von Mansberg eine gelungenes Gesamtbild ab. Als Roger darf van Overdijk starke und verletzliche Momente durchleben &#8211; die sanfteren Töne liegen ihm tatsächlich ein klein wenig mehr als die rockigen, bei denen sich seine Stimme ab und an fast überschlägt. Rogers Kumpel Mark wir von Lukas Witzel mit viel Energie dargestellt. Er bedient die geforderte Bandbreite aus Sorgen (um die Freunde und das eigene Vorankommen), Sarkasmus, gebrochenem Herzen und Naivität sehr gut. Der &#8222;Tango Maureen&#8220; macht auch in dieser gelungenen Fassung nicht zuletzt wegen Witzels sehr guter Mimik viel Spaß.</p>
<p><img decoding="async" class="size-medium wp-image-3729 alignright" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent_FotoJQ_186_komprimiert-2500x1667-1-400x267.jpeg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent_FotoJQ_186_komprimiert-2500x1667-1-400x267.jpeg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent_FotoJQ_186_komprimiert-2500x1667-1-1024x683.jpeg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent_FotoJQ_186_komprimiert-2500x1667-1-768x512.jpeg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent_FotoJQ_186_komprimiert-2500x1667-1-1536x1024.jpeg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent_FotoJQ_186_komprimiert-2500x1667-1-2048x1366.jpeg 2048w" sizes="(max-width: 400px) 100vw, 400px" />Anna Langner (in dieser Spielzeit auch als <a href="https://www.musicals-online.com/grosse-oper-im-stadttheater/">Meg Giry in &#8222;Love Never Dies&#8220;</a> zu sehen) verdreht als Mimi nicht nur Roger den Kopf. Sie hat eine selbstbewusste, starke Ausstrahlung &#8211; da stört es wenig, dass sie stimmlich nicht zu 100% überzeugen kann. Ähnlich sieht es aus bei Sjoerd Knol, der als Tom Collins unglaublich gefühlvoll agiert. Sein voluminöser Bariton könnte deutlich öfter zu Gehör kommen, denn er trifft die Töne perfekt, doch er gewinnt die Sympathien der Zuschauer durch seine Empathie und seine unerschütterliche Liebe zu Angel.</p>
<p>Soufjan Ibrahim schlüpft in die zugegebenermaßen sehr dankbare Rolle von Angel. Als Drag Queen muss er zum einen sehr expressiv agieren (was ihm herausragend gelingt), andererseits aber auch sehr sehr sanft im Zusammenspiel mit Tom Collins, in der Selbsthilfegruppe oder wenn es auf Angels Tod zugeht. Dass er als Drag Queen stark an Bill Kaulitz erinnert, ist sicherlich gewollt und passt perfekt. Ibrahim hinterlässt mit seiner Darbietung einen bleibenden Eindruck im positivsten aller Sinne!</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-3726 alignleft" src="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent-c-Jochen-Quast-13-400x267.jpg" alt="" width="400" height="267" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent-c-Jochen-Quast-13-400x267.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent-c-Jochen-Quast-13-1024x683.jpg 1024w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent-c-Jochen-Quast-13-768x512.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent-c-Jochen-Quast-13-1536x1024.jpg 1536w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2025/11/Rent-c-Jochen-Quast-13-2048x1366.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Bleiben noch die &#8222;Drama Queen&#8220; Maureen und ihre On-Off-Freundin Joanne. Alexandra Nikolina ist eine starke, freche Maureen. Ihre Performance &#8222;Over the Moon&#8220; orientiert sich sehr an der Broadway-Version, was einige Zuschauer in der dargebotenen Intensität durchaus fordert. Terja Diava gibt Maureens zwischen Liebe und Pflichtbewusstsein hin- und hergerissene Freundin Joanne mit viel Energie. Ihre warme soulig-rockige Stimmfarbe ist beeindruckend. Es macht Spaß diesen beiden Energiebündeln bei ihren Auseinandersetzungen zuzuschauen.</p>
<p>Nicht vergessen darf man natürlich den &#8222;Bösewicht&#8220;, Benny, gespielt von Sascha Littig, der in Lüneburg seit Jahren fest zum Gäste-Pool gehört. Er gibt den überheblichen, rücksichtslosen Miethai sehr überzeugend, kann aber auch als Unterstützer von Mimi durchaus Pluspunkte machen.</p>
<p>&#8222;Rent&#8220; ist ein Rock-Musical. Es lebt von Drums, E-Gitarre und musikalischer Kraft. Leider wurde die Band hinter einer offenbar sehr dicken Plexiglaswand im hinteren Teil der Bühne verbannt, so dass im Saal nur ein Bruchteil dessen ankommt, was diese Show zu transportieren im Stand ist. Erschwerend kommt hinzu, dass es trotz des akustischen &#8222;Wegsperrens&#8220; der Musiker, nicht gelingt, Gesang und Musik zu auszusteuern, dass man die Darsteller:innen verstehen kann. Allzuoft geht der Gesang im musikalischen Wattesound unter. Leider ist aber auch dieses Phänomen in Lüneburg nicht neu und schon in früheren Jahren mehrfach negativ aufgefallen.</p>
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<p>Die Show ist durchgehend wirklich sehr treffend inszeniert. Der Titelsong wird auf sich bewegenden Tischen dargeboten, was der Intensität des Stücks sehr gut Rechnung trägt. Auch das Ensemble zeigt hier eine sehr gute Energie. Auch &#8222;La vie Bohème&#8220; ist kreativ umgesetzt ohne überladen zu sein. Die Choreographien (Marta di Giulio) sind treffsicher und passen perfekt zum Song. Auch der Contemporary von Collins und Angel nach deren Tod ist absolut gelungen. Ein wundervoller Einfall, der perfekt von den beiden Künstlern getanzt wird.</p>
<p>&#8222;Rent&#8220; ist und bleibt thematisch hochaktuell. In Lüneburg wurde das Stück mit viel Gespür für die richtigen Aussagen auf die Bühne gebracht und von sehr gut gewählten Darsteller:innen zum Leben erweckt. Der Wunsch nach einer ebenso gelungenen akustischen Aussteuerung bleibt zwar einmal mehr unerfüllt, aber dennoch ist &#8222;Rent&#8220; sehens- und empfehlenswert.</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span></p>
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<div class="text-content style_External_270_124">
<p><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> Theater Lüneburg</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Premiere: </span></strong><span class="Bold">8</span><span class="Bold">. November 2025</span><span class="Bold"><br />
<strong>Darsteller: </strong>Lukas Witzel, Ruud van Overdijk, Anna Langner, Alexandra Nikolina, Terja Diava, Sjoerd Knoll, Soufjan Ibrahim, Sascha Littig</span></span><br />
<span style="color: #000080;"><span class="Bold"><strong>Regie / Musik:</strong> Friedrich von Mansberg &amp; Ruud van Overdijk / Jonathan Larson<br />
</span><span class="Bold"><strong>Fotos: </strong>Jochen Quast</span></span></p>
<p><iframe loading="lazy" hcb-fetch-image-from="https://youtu.be/SvJMGUwUfs0" title="Rent" width="640" height="360" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen consent-original-src-_="https://www.youtube.com/embed/SvJMGUwUfs0?feature=oembed" consent-required="3783" consent-by="services" consent-id="3784" consent-click-original-src-_="https://www.youtube.com/embed/SvJMGUwUfs0?feature=oembed&amp;autoplay=1"></iframe></p>
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		<title>Ein sehr ungruseliges Stephen King Musical</title>
		<link>https://www.musicals-online.com/ein-sehr-ungruseliges-stephen-king-musical/</link>
		
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		<pubDate>Wed, 19 Jun 2019 13:34:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2019]]></category>
		<category><![CDATA[Alexandra Nikolina]]></category>
		<category><![CDATA[Carrie]]></category>
		<category><![CDATA[Felix Löwy]]></category>
		<category><![CDATA[First Stage Theater]]></category>
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		<category><![CDATA[Michael Gore]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Stephen King ist bekannt für lupenreinen Horror. Natürlich funktioniert dieser naturgemäß in den Köpfen der Leser am Besten. Kein Film und kein Theaterstück kann an die Idealvorstellungen heranreichen, die sich jeder Leser in seinem Kopf zurechtgelegt hat. Am Broadway ist „Carrie“ fulminant gefloppt. Nach nur 16 Previews und 5 regulären Vorstellungen war 1988 die Reise ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Stephen King ist bekannt für lupenreinen Horror. Natürlich funktioniert dieser naturgemäß in den Köpfen der Leser am Besten. Kein Film und kein Theaterstück kann an die Idealvorstellungen heranreichen, die sich jeder Leser in seinem Kopf zurechtgelegt hat.</p>
<p>Am Broadway ist „Carrie“ fulminant gefloppt. Nach nur 16 Previews und 5 regulären Vorstellungen war 1988 die Reise von Carrie White und deren fanatischer Mutter zu Ende.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2624 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/10/612_0083-400x242.jpg" alt="" width="400" height="242" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/10/612_0083-400x242.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/10/612_0083-768x464.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/10/612_0083.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Das First Stage Theater hat in der Vergangenheit mehr auf Mainstream-Produktionen gesetzt und so verwundert es wenig, dass Intendant Thomas Gehle das Premierenpublikum direkt um Mithilfe beim Kauf weiterer Tickets bittet. Denn auch in Hamburg scheint dieser Stoff trotz großflächiger Werbung das Musicalpublikum nicht wirklich zu interessieren.</p>
<p>Dabei hat das Kreativteam keine Mühen gescheut, die Bühne des First Stage Theaters aufwendig umgebaut und eine wunderbar dunkle Kulisse für die traurige Geschichte von Carrie geschaffen.</p>
<p>Eigentlich ist Carrie ein ganz normaler Teenager in einer kleinen US-Stadt. Sie wächst allein bei ihrer Mutter auf, deren zugegebenermaßen extreme Religiosität das Kind in seiner Entwicklung einschränkt. Folglich ist sie gekleidet wie das sprichwörtliche Mauerblümchen, hat keine Hobbies außer Lesen und Nähen und nimmt auch am gesellschaftlichen Leben ihrer Klassenkameraden nicht Teil. Es wirkt alles wie das typische Klischee, aber nicht außergewöhnlich.</p>
<p>Das Unheil nimmt seinen Lauf als Carrie zum ersten Mal ihre Tage bekommt, ein Ereignis, von dem sie bisher nichts wusste. Die Mitschülerinnen ziehen sie aufs Übelste mit ihrer Unwissenheit und Angst auf. Mutter Margaret ist auch keine Hilfe, im Gegenteil: Ab sofort hält diese ihre Tochter für unsauber und verflucht, und sperrt sie direkt ein.  Gleichzeitig entdeckt Carrie, dass sie über telekinetische Kräfte verfügt und baut diese immer weiter aus.</p>
<p>Einige Mitschüler, insbesondere Sue, haben ein schlechtes Gewissen. Sue überzeugt ihren Freund Tommy, Carrie zum Abschlussball einzuladen. Damit will Sue sich einerseits entschuldigen, aber andererseits auch ihr Gewissen reinwaschen, denn auch sie hat sich am Mobbing von Carrie beteiligt.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2628 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/10/cfb16016-9271-11e9-a64d-fbaea9ad2d1c-400x225.jpg" alt="" width="400" height="225" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/10/cfb16016-9271-11e9-a64d-fbaea9ad2d1c-400x225.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/10/cfb16016-9271-11e9-a64d-fbaea9ad2d1c-768x432.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/10/cfb16016-9271-11e9-a64d-fbaea9ad2d1c.jpg 820w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Hin- und hergerissen zwischen Zweifel und Vorfreude schneidert sich Carrie ein Ballkleid und versucht verzweifelt mit ihrer Mutter über das anstehende Großereignis zu sprechen. Diese projiziert jedoch die eigenen Erlebnisse auf Carrie und verteufelt alles, was mit Männern und Tanzveranstaltungen zu tun hat. Carrie fängt an sich gegen die Mutter aufzulehnen und will um jeden Preis auf den Ball. Margrets Befürchtungen treten nicht ein und Tommy holt Carrie tatsächlich zum Ball ab.</p>
<p>Während ihre Tochter auf dem Ball tanzt, ersinnt die Mutter den einzig möglichen, fatalen Ausweg, um Carrie von ihrer Besessenheit zu lösen…</p>
<p>Nichtsahnend genießt Carrie den Ball und die neue, positive Aufmerksamkeit. Tommy und sie werden sogar zum Ballkönigspaar gewählt. Dies geschieht jedoch leider aufgrund einer Intrige von Chris, die es nicht akzeptieren will, dass sie für das Mobbing an Carrie bestraft wird. Gerade als das Königspaar „gekrönt“ wird, schütten Chris und ihre Freunde einen Eimer Blut aus.</p>
<p>Tommy wird von dem herabfallenden Eimer erschlagen und Carrie wird unglaublich wütend. Sie hat ihre Kräfte noch nicht wirklich im Griff und so endet der Ball in einem riesigen Rachemassaker, in dem Carrie alle Mitschüler (bis auf Sue) tötet.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2627 alignleft" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/10/carrie-musical-hamburg-stephen-king-sommer-2019-400x300.jpg" alt="" width="400" height="300" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/10/carrie-musical-hamburg-stephen-king-sommer-2019-400x300.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/10/carrie-musical-hamburg-stephen-king-sommer-2019.jpg 610w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Sie flüchtet nach Hause und trifft dort auf die vermeintlich überbesorgte Margret, die aber die erste Gelegenheit nutzt, um ihrer Tochter ein Messer in den Rücken zu rammen. Mit letzter Kraft richtet Carrie die Waffe auf ihre Mutter und bringt auch sie um.</p>
<p>Die Handlung insgesamt ist weder besonders mystisch noch brutal. Ja, Carrie ist blutverschmiert am Tag ihrer ersten Regel und ja, sie sieht arg verschmiert aus, nachdem der Eimer Blut über ihr ausgeleert wurde. Aber das war es dann auch schon an Horror. Ansonsten ist diese „Carrie“ eher eine oberflächliche Charakterstudie über Teenager, die sehr viel bösartiger sein können, als manch einer denkt, sowie eine überfürsorgliche Mutter, die ihre eigene Jugend nicht verarbeitet hat und sich in eine radikale Glaubensansicht flüchtet.</p>
<p>Geht man ohne Erwartungen in dieses Stück kann man durchaus gut unterhalten werden. Das Bühnenbild ist stimmig und für solch ein kleines Theater beeindruckend. Felix Wienbürger hat hieran gemeinsam mit Regisseur Felix Löwy gearbeitet. Auch für das sehr gute Lichtdesign zeichnet Wienbürger verantwortlich. Die Kostüme von Associate Director Lauren Slater-Klein sind passend für Zeit und Ort, in der die Handlung angesiedelt ist.</p>
<p>Phillip Kempster hat mit dem Ensemble die Choreographien erarbeitet. Hier ging es aber augenscheinlich mehr darum, möglichst viele Absolventen der Stage School in Bewegung zu zeigen, als die Klasse einzelner hervorzuheben. Infolgedessen sind die Tanzszenen nicht allzu anspruchsvoll und wirken manchmal wie nicht notwendiges Füllwerk. Bestes Beispiel ist hierfür die Auftaktszene des zweiten Akts, in der die Schüler zweideutig fordern „Wir wollen, dass es knallt!“. Inhaltlich bringt dieser Song das Stück leider nicht voran.</p>
<p>Dies ist aber dem größten Schwachpunkt geschuldet, denn das Buch von Laurence D. Cohen kratzt nur an der Oberfläche der durchaus spannenden Charaktere. Das im Programmheft angekündigte „unter die Haut gehende Drama“ sucht man leider vergebens.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-medium wp-image-2625 alignright" src="http://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/10/612_0195-400x241.jpg" alt="" width="400" height="241" srcset="https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/10/612_0195-400x241.jpg 400w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/10/612_0195-768x463.jpg 768w, https://www.musicals-online.com/wp-content/uploads/2019/10/612_0195.jpg 800w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Mit Maya Hakvoort wurde eigens eine herausragende Musical-Darstellerin engagiert, die als Mutter Margret ihre Erfahrung ausspielt. Hakvoort stellt eindrucksvoll unter Beweis, dass es keine grelle Schminke und bauschige Kostüme braucht, um einem Charakter Präsenz und nachdrückliche Intensität zu verleihen. Es ist fast schon bemitleidenswert wie sehr sie ihre Tochter zu beschützen versucht. Der fanatische Glaube an Gott und der unbedingte Wille Carrie von deren Besessenheit zu befreien, ist greifbar. „Eine Hexe darfst Du nicht am Leben lassen“ ist ein Satz, der in seiner Klarheit und Fatalität für Gänsehaut sorgt.</p>
<p>Neben diesem Vollprofi zu bestehen, ist keine leichte Aufgabe. Doch Lorena Dehmelt muss sich nicht verstecken. Sie ist sowohl als Mobbingopfer als auch als unterwürfige Tochter glaubwürdig. Ihre Wissbegierde bezüglich der Telekinese und das Erstarken ihrer Kräfte nimmt man ihr ab. Wenn sie sich final auf dem Ball an allen Mitschülern rächt, nur um dann von der eigenen Mutter verraten und erstochen zu werden, ist dies sehr ergreifend.</p>
<p>Larissa Pyne als Sue, Tim Taucher als Tommy und Alexandra Nikolina als Rädelsführerin Chris spielen ihre Rollen gut, teilweise so gut, dass man meint, sie würden auch im wahren Leben so sein wie sie sich auf der Bühne geben.</p>
<p>Die weiteren 19 Nachwuchsdarsteller fügen sich gut in das weitgehend harmlose Gesamtkonzept ein. Felix Löwy hat sich in seiner Regie auf drei Hauptcharaktere konzentriert. Dass aber außer Margret, Carrie und Sue noch weitere vielschichtige Spielebenen vorhanden sind, wurde von ihm nicht ausgearbeitet.</p>
<p>Man kann durchaus verstehen, dass „Carrie“ kein Mainstream-Stück ist. Der Stoff zieht das interessierte, eher nach leichter Unterhaltung suchende, Musicalpublikum nicht an. Für das kommende Jahr wünscht man sich auch für das First Stage wieder ein Stück mit mehr Begeisterungspotential. „Carrie“ war einen Versuch wert, aber bei weitem nicht die sichere Bank, die ein „Fame“ im letzten Jahr war.</p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000080;">Michaela Flint</span><br />
<span style="color: #000080;"><em>erschienen in <a style="color: #000080;" title="http://www.musicals-magazin.de/" href="http://www.musicals-magazin.de/">musicals &#8211; Das Musicalmagazin</a></em></span></p>
<div class="style_3"><span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Theater:</span></strong> First Stage Theater, Hamburg</span><br />
<span class="Bold" style="color: #000080;"> <strong>Premiere:</strong> 17. Juni 2019</span></div>
<div class="style_3"><span class="Bold" style="color: #000080;"><strong>Darsteller: </strong><span class="ce-uploads-description">Maya Hakvoort, Lorena Dehmelt, Larissa Pyne, Tim Taucher, Alexandra Nikolina </span> </span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Regie / Musik:</span></strong> Felix Löwy / Michael Gore</span><br />
<span style="color: #000080;"><strong><span class="Bold">Fotos:</span></strong> First Stage Theater / Dennis Mundkowski<br />
</span></div>
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